Einsatzbereitschaft bleibt gesichert
Wie sich die Feuerwehr vor Coronaviren & Co. schützt

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Mit umfangreichen Sicherheitsmaßen und klaren Dienstanweisungen schützt sich die Feuerwehr bei Einsätzen vor dem Coronavirus, aber auch vor anderen Gefahrenquellen wie zum Beispiel Asbeststaub. Sogenannte Pandemie-Sets gehören schon längst zur Standardausrüstung der Löschzüge.

Mittwoch, 25.03.2020, 12:00 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 12:12 Uhr
Manfred Overbeck öffnet den Blick in den Hygienecontainer des Löschzugs Senden. In dem Vorratsbehälter befinden sich Schutzkleidung und Wechselwäsche, für den Fall, dass die Dienstkleidung nach einem Einsatz kontaminiert sein könnte.
Manfred Overbeck öffnet den Blick in den Hygienecontainer des Löschzugs Senden. In dem Vorratsbehälter befinden sich Schutzkleidung und Wechselwäsche, für den Fall, dass die Dienstkleidung nach einem Einsatz kontaminiert sein könnte. Foto: Siegmar Syffus

Retten, Löschen, Bergen, Schützen: Diese Schlagwörter umreißen das breite Aufgabenspektrum der Feuerwehr . „Auch in der Corona-Krise haben wir die Verpflichtung, in allen Ortsteilen eine einsatzbereite Truppe vorzuhalten“, sagt Sendens Feuerwehrchef Manfred Overbeck. Die ohnehin schon geltenden hohen Sicherheitsstandards der Blauröcke seien deshalb in den vergangenen Wochen nach und nach an die Empfehlungen und Vorgaben des Krisenstabes des Kreises Coesfeld sowie der Gemeinde angepasst worden.

„Wir haben zunächst so viele Kameraden und Kameradinnen auf unserem neuen Fahrzeug ausgebildet, damit wir es auf jeden Fall einsetzen können“, berichtet Overbeck. Weiterhin laufen Wartungs- und Reparatur-Arbeiten. Eingestellt worden seien die Übungsabende der Jugendfeuerwehr, die Treffen der Ehrenabteilungen und die Dienstabende der aktiven Wehr. Gleichwohl ist der Feuerwehrchef überzeugt: „Unserer Leute, die jahrelange Erfahrung haben, sind auch ohne einige Wochen Ausbildungsdienst in der Lage, einen Topjob zu machen.“

Unsere Leute, die jahrelange Erfahrung haben, sind auch ohne einige Wochen Ausbildungsdienst in der Lage, einen Topjob zu machen.

Manfred Overbeck

Zum „Topjob“ gehört auch, dass sich die Helfer selbst schützen, zum Beispiel wenn ein verunglückter Fahrer im Auto eingeklemmt ist und von der Feuerwehr aus der Notlage befreit werden muss. „In der Regel kümmert sich zunächst der Rettungsdienst um die Versorgung des Verletzten und setzt ihm eine Schutzmaske auf, um gegebenenfalls die Verbreitung von Keimen zu verhindern. Das ist der Grundschutz. Für die Feuerwehr gilt allgemein, nur so viel Personal einzusetzen, wie nötig. Wir müssen zum Beispiel nicht mit acht Leuten rausfahren, um eine Ölspur zu beseitigen“, erläutert Manfred Overbeck.

Auf den Fahrzeugen befinden sich standardmäßig Schutzmasken, die unter anderem dann eingesetzt werden, wenn Glas zu schneiden ist. Außerdem sind in jedem Löschzug Pandemie-Sets vorhanden, mit Schutzmasken, Schutzanzügen mit Kapuze und Überschuhen vorhanden. Ebenso steht vor Ort Wechselkleidung für den Fall zur Verfügung, dass die Dienstkleidung während eines Einsatzes kontaminiert wird. An einem am Fahrzeug angebrachten sogenannten Hygieneboard können sich die Feuerwehrleute an der Einsatzstelle die Hände reinigen.

Die Leute können sich darauf verlassen, dass die Feuerwehr auch jetzt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und Kräften hilft.

Manfred Overbeck

Ein Vorrat an Schutzkleidung und Wechselwäsche wird im Gerätehaus in Hygiene-Containern gelagert. „Diese Schutzkleidung gibt es unabhängig von Corona. Sie ist seit Jahren Standard und wurde ursprünglich im Zuge der Vogelgrippe-Epidemie angeschafft“, informiert der Feuerwehrchef. Sie eignet sich auch für Einsätze bei denen zum Beispiel mit Asbeststaub gerechnet werden muss.

„Wir fahren wegen der Corona-Krise möglichst nicht mit vollbesetzten Fahrzeugen – außer es handelt sich um einen kritischen Einsatz, bei dem es um Menschenleben geht“, führt Overbeck aus und betont: „Die Leute können sich darauf verlassen, dass die Feuerwehr auch jetzt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und Kräften hilft.“

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