Interessengemeinschaf kritisiert Gemeinde
„Zahlreiche Einwände der Anwohner nicht berücksichtigt“

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Die Interessengemeinschaft Wienkamp bemängelt das Demokratieverständnis der Gemeinde Senden. Denn aus Sicht der Anwohner soll in der Ratssitzung am 26. März (Donnerstag) über das neue Baugebiet Wienkamp 2 entschieden werden, obwohl ihre Einwände im politischen Raum nicht ausreichend diskutiert worden seien. Dass hätte eigentlich bei der für den 19. März vorgesehenen, wegen der Corona-Krise aber abgesagten Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses geschehen sollen.

Mittwoch, 25.03.2020, 18:05 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 09:54 Uhr
Die Anwohner des Wienkamps fordern, dass die enge Straße nicht als Baustraße für das geplante Wohngebiet genutzt wird.
Die Anwohner des Wienkamps fordern, dass die enge Straße nicht als Baustraße für das geplante Wohngebiet genutzt wird. Foto: privat

In der Ratssitzung am Donnerstag (26. März) soll die Entscheidung über das Baugebiet Wienkamp 2 fallen. „Die Abwägung der Gemeinde, das heißt die Bewertung der Bürgereinwände, soll verabschiedet werden, obwohl auf zahlreiche Einwände keine ausreichende Antwort erfolgte“, lautet die Einschätzung der Interessengemeinschaft Wienkamp. Denn die zur Diskussion und Vorbereitung angesetzte Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses am 19. März wurde abgesagt.

„Die Themen der Ratssitzung sind so umfangreich, dass eine Diskussion gar nicht mehr möglich ist, die Bürgerfragestunde wurde gestrichen, und die Öffentlichkeit ist de facto wegen der Angst vor Ansteckung ausgeschlossen“, heißt es in einer Mitteilung. Aufgrund des Kontaktverbotes verbiete sich ein Besuch der Sitzung ohnehin.

Die Anwohner im Wienkamp sind über das Demokratieverständnis der Gemeinde erstaunt. Dass die Themen „Haushalt“ und „Huxburg“ dringend und unaufschiebbar sind, sei nachvollziehbar, für den Punkt „Wienkamp“ gelte dies nicht. Denn zahlreiche Einwände der Anwohner seien nicht berücksichtigt worden. Das Verkehrsgutachten sei fehlerhaft und unvollständig. Es gehe beispielsweise nicht auf die Situation im kurvigen Abschnitt der Anwohnerstraße im Westen ein und unterschlage diesen Bereich.

Die Interessengemeinschaft fürchtet, dass die Baumaßnahme länger als vorgesehen dauert und der Baustellenverkehr dann über die Anwohnerstraße abgewickelt wird. „Wir fordern die Gemeinde auf“, so die Mitteilung weiter, „dafür zu sorgen, dass die Baustraße bestehen bleibt, bis die Hochbaumaßnahmen abgeschlossen sind und die private Vereinbarung zwischen Vorhabenträger und Landwirt bezüglich der Baustraße transparent zu machen.“ Ein Baugebot könnte dazu beitragen, die Durchführung zu beschleunigen und sicherzustellen, dass die Grundstücke an bauwillige Familien und nicht an Spekulanten verkauft werden.

Das HQ-Extremhochwassergebiet solle bebaut werden, obwohl die Bezirksregierung davon dringend abrate. Die Gemeinde gebe keine Antwort darauf, wie ausgleichende Renaturierungsmaßnahmen am Dümmer umgesetzt werden sollen.

Die Gemeinde weise in der Begründung zum Bebauungsplan darauf hin, dass es im Zusammenhang mit der Baumaßnahme zu Baumfällungen am Kanal kommen könne. Die Interessengemeinschaft setzt sich für den Erhalt der Bäume ein und fordert die Gemeinde auf, im östlichen Teil den Abstand der Gebäude von den Bäumen zu vergrößern. Aus Sicht der Interessengemeinschaft wird „hinter mehr oder weniger verschlossenen Türen“ versucht, einen kritischen Plan durchzuwinken. Ferner stellt sie die Frage nach der Befangenheit einzelner Ratsmitglieder.

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