Corona-Krise erschwert Vermittlung von Hunden und Katzen
„Wir bleiben den Tieren treu“

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Das Engagement der Ehrenamtlichen des Vereins Tierfreunde Lüdinghausen und Umgebung ist während der Corona-Krise wichtiger denn je: Externe Gassi-Gänger fehlen, das Vermitteln der Hunde und Katzen gestaltet sich schwieriger, allerhand Einnahmemöglichkeiten fallen weg. Doch die laufenden Kosten bleiben. Zumal die begonnenen Bauaktivitäten fortgesetzt werden sollen.

Montag, 04.05.2020, 09:02 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 11:05 Uhr
Elke Ahmann kümmert sich ehrenamtlich um die Hunde im Tierheim der Tierfeunde Lüdinghausen und Umgebung.
Elke Ahmann kümmert sich ehrenamtlich um die Hunde im Tierheim der Tierfeunde Lüdinghausen und Umgebung. Foto: Siegmar Syffus

Vollzeit im Büro arbeiten – das bedeutet: viel Zeit in geschlossenen Räumen und nur wenig Bewegung. Weil dann auch noch die Möglichkeit wegfiel, sich per „Dogsharing“ einen Hund mit einer Bekannten zu teilen, ging Elke Ahmann gezielt auf die Suche nach einer bewegenden Freizeitgestaltung. „Natur erleben mit Hund – das macht mich total froh. Außerdem wollte ich mich ehrenamtlich betätigen“, erzählt sie. Deshalb wurde Ahmann im September 2019 Mitglied des Vereins Tierfreunde Lüdinghausen und Umgebung.

Seither kümmert sie sich häufig nach Feierabend und auch am Wochenende um die Pflege und Fütterung der Hunde sowie die Reinhaltung der Zwinger. Darüber hinaus trainiert Ahmann die Vierbeiner, damit sie sich unproblematisch vermitteln lassen und auf Grundkommandos sowie ihren Namen gehorchen. Seit der Corona-Krise sind ihr Einsatz und die Arbeit des rund 30-köpfige ehrenamtlichen Teams, das sich um die Hunde und Katzen kümmert, wichtiger denn je geworden.

Erlöse fehlen

Warum? „Externe Gassi-Gänger sind wegen der geltenden Auflagen nicht mehr zugelassen. Darum arbeiten unsere festen ehrenamtlichen Pfleger nach einem Dienstplan unter den Schutzbestimmungen. Es sind jeweils nur zwei Leute im Einsatz, die untereinander den Mindestabstand einhalten“, erzählt Maria Eichel . Die Versorgung der Hunde und Katzen sei zwar geregelt. „Aber uns laufen die Kosten weg, weil die Vermittlung der Tiere schwieriger geworden ist und uns die Erlöse fehlen“, erklärt die Vorsitzende der Tierfreunde Lüdinghausen und Umgebung. Impfungen, Chippen und die Kastration schlagen derweil weiterhin gehörig zu Buche. „Diese Maßnahmen gehören für uns zum Tierschutz“, betont Eichel. Sie rechnet mit Aufwendungen von 280 Euro pro Hund und rund 130 Euro für eine Katze.

Unterstützer müssen sich anmelden

Normalerweise kommen Interessierte ganz unkompliziert und ohne Anmeldung im Tierheim vorbei, um sich einen Hund oder eine Katze anzuschauen und gegebenenfalls zu adoptieren. Seit der Corona-Pandemie sind Besuche jedoch nur noch nach telefonischer Terminvereinbarung möglich, wodurch die Zahl der Vermittlungen zurückgegangen ist. „Auch auf die Einnahmen beim Sendener Maifest, das ausfällt, und auf ein eigenes Fest müssen wir verzichten“, zählt die Leiterin des Tierheims zusätzliche Einschränkungen auf, die sich finanziell schmerzlich bemerkbar machen.

Bauaktivitäten laufen

Gleichwohl laufen die Pläne für das Komplettieren des Tierheims, das im September 2019 in Betrieb gegangen ist, weiter. Dazu wurde beim Kreis Coesfeld ein Antrag zum Bau einer Außengelände-Umzäunung eingereicht. „Die Finanzierung haben wir zum größten Teil aus Spenden zusammenbekommen“, freut sich Eichel über die Unterstützung aus der Bevölkerung. Wenn diese laufende Maßnahme abgeschlossen ist, wollen die vereinsaktiven einen Antrag für den Bau eines Kleintiergeheges stellen, das Kaninchen und Meerschweinchen beherbergen soll. „Ebenso wie Betriebe haben wir durch die Corona-Krise finanzielle Probleme, bekommen aber keine staatlichen Hilfen. Darum sind wir jetzt besonders auf Spenden angewiesen“, sagt Eichel, für die trotz allem feststeht: „Wir bleiben den Tieren treu.“

Weitere Infos gibt’s online unter  https://tierfreunde-luedinghausen.de/

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