Treffen Sportvereine und Verwaltung
Trainingsbetrieb könnte unter Auflagen starten

Senden -

Die Vereine könnten ihren Trainingsbetrieb wieder aufnehmen. Allerdings nur unter Auflagen, die besonders für den Hallensport gelten.

Freitag, 29.05.2020, 18:18 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 18:56 Uhr
Suchten den Austausch mit den Sportvereinen: Markus Kleymann (v.l.), Volker Sowade, Sebastian Täger und Stefan Vorspohl gaben Informationen und fragten die Haltung der Vereine ab.
Suchten den Austausch mit den Sportvereinen: Markus Kleymann (v.l.), Volker Sowade, Sebastian Täger und Stefan Vorspohl gaben Informationen und fragten die Haltung der Vereine ab. Foto: di

Die Corona-Pandemie verlangt von den Sportvereinen selbst Sportlichkeit – vor allem Flexibilität, Konzentration und Ausdauer sind Tugenden, die in dieser Phase verlangt werden. Was sich auch am Donnerstagabend zeigte, als Vertreter der Sportvereine aus Senden und den Ortsteilen im Rathaus mit der Verwaltung zusammenkamen, um mögliche Szenarien zu besprechen.

Klare Haltung der Rathaus-Repräsentanten: Die Gemeinde möchte den Vereinen den Rücken stärken, damit sie wieder einen Betrieb aufnehmen können, der zumindest an die Vor-Corona-Normalität erinnert.

Die Lockerungen, die die NRW-Regierung einräumt, gehen teils weiter als von der Gemeindeverwaltung erwartet worden war, hieß es. Und es gibt immerhin den Vorlauf, dass die politischen Beschlüsse in Düsseldorf vom Mittwoch erst am heutigen Samstag umgesetzt werden – während es zuvor oftmals gar keinen zeitlichen Puffer für die Kommunen gab, neue Bestimmungen vor Ort umzusetzen, wie Stefan Vors­pohl, Sachgebietsleiter Bürgerservice und Ordnung, erklärte. Er ist der Corona-Fachmann im Rathaus, beschrieb Bürgermeister Sebastian Täger , der sich ebenso wie Volker Sowade und Markus Kleymann vom Ressort Sport und Kultur Zeit nahmen, um sich mit den Vereinen auszutauschen.

Informationsaustausch als Entscheidungsgrundlage

Die hatten teils fertige Hygienekonzepte mit dabei, teils nutzten sie das Treffen mit der Verwaltung, um sich über die aktuell gültigen Bestimmungen im Klaren zu werden, auf die die Vereine jetzt reagieren müssen.

Grundsätzlich gilt ab heute, dass auch Kontaktsport (beispielsweise Fußball) wieder möglich ist – aber nur im Freien und mit bis zu zehn Personen. Damit auch größere Kader wieder trainieren können, müssten jeweils kleinere Gruppen gebildet und auch die Flächen auf dem Sportgelände aufgeteilt werden. Der jeweilige Verein sei aber nur dafür verantwortlich, dass die Regeln innerhalb seiner Gruppen eingehalten werden – nicht etwa für den gesamten Sportpark, wie es Vertreter des VfL Senden befürchtet hatten, die darauf hinwiesen, dass das Gelände von unterschiedlichen Nutzern und auch Nicht-Sportlern betreten werde. Angesichts der Größe der Sportanlagen sei es zu gewährleisten, dass der Quotient von einer Person auf zehn Quadratmetern Fläche einzuhalten sei. Allgemein müssen die Vereine das Gebot der Rückverfolgbarkeit erfüllen und deshalb die Namen der jeweiligen Trainingsteilnehmer dokumentieren.

Hallenöffnung zeichnet sich ab

Die Öffnung der Sporthallen ist in Sicht. Die Gemeinde kündigte an, dass die neue Halle im Sportpark Senden sowie eine Halle in Bösensell ab dem 8. Juni wieder zugänglich sein sollen. Für Ottmarsbocholt habe der Verein bisher noch keinen Bedarf angemeldet, weil erst Abstimmungsgespräche innerhalb von BWO stattfinden sollen, so die Angaben der Verwaltung.Um die Hallen für die neue Öffnung fit zu machen, stünden inzwischen Spender zur Handdesinfektion bereit.Dass angesichts von zehn Wochen Pause ein Trainingsbetrieb auch in die Sommerferien hineinreichen könnte, steht zumindest für manche Vereine auf der Wunschliste. Der Bürgermeister signalisierte eine wohlwollende Prüfung. Bislang sei es Praxis in Senden, dass die Sporthallen während der ersten drei Wochen geschlossen seien, danach werde in jedem Ortsteil eine Halle geöffnet, damit sich Mannschaften im Ligabetrieb auf die Saison vorbereiten können.

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Sollte der Trainingsbetrieb auf den Freiluft-Flächen wieder anlaufen, stehen die Vereine in der Pflicht, eigene Kabinen und Duschen in einem engen zeitlichen Takt zu reinigen, stellte die Verwaltung klar. In der neuen Halle am Sendener Sportplatz werde das die Gemeinde übernehmen. Generell neigen die Verein, so der Eindruck vom Info-Abend, dazu, dass die Sportler umgezogen zum Training kommen und auch aufs Duschen verzichten sollen.

Ob die (Jugend-)Mannschaften des VfL Senden das Training wieder aufnehmen, ist noch offen, ergab eine WN-Anfrage vom Freitag. Denn: Eine Vorstandssitzung, in der es um dieses Thema gehe, stehe erst am Sonntag an, so der Leiter der Jugendabteilung, Christian Arends.

Draußentraining ist ab Samstag wieder möglich

Draußentraining ist ab Samstag wieder möglich Foto: di

Für den ASV Senden bekundete Vorsitzender Georg Kremerskothen, dass es sukzessive wieder losgehen soll: „Wir sind dankbar, vor den Sommerferien starten zu können.“ Für die Hallen-Disziplinen sieht die Lage aber komplizierter aus als beispielsweise für die Leichtathleten, die bereits wieder ihr Pensum aufgenommen hätten. Auch fürs Pritschen und Baggern könnten die Sportler auf Beachvolleyball ausweichen, was der ASV und die Verbände empfehlen, so Kremerskothen. Er zählt auch Badminton – weil kontaktlos – zu den Sportarten, die sich mit einem nur geringen Corona-Handicap arrangieren müssen. In Hallen gilt aber grundsätzlich, dass nur kontaktlos und mit Abstand trainiert werden darf, was die Möglichkeiten beispielsweise für Handball einengt, aber einen Trainingsbetrieb nicht per so ausschließt. Bei den Entscheidungen und der Ausgestaltung haben die Abteilungen des ASV „den Hut auf“. Vorsitzender Kremerskothen möchte nur eines verhindern, dass die Übungsleiter bei ihrem Engagement den Eindruck bekommen, dass sie zu viel Verantwortung und Belastung aufgebürdet bekommen.

Ein tragfähiges Hygienekonzept zu erarbeiten und umzusetzen, sei nicht leicht: „Das ist eine Herausforderung.“

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