Erste Kita im „Vollbetrieb“
Eltern erfolgreich: „Pinocchios“ haben die Nase vorn

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Die Kita Pinocchio darf über den auf maximal 35 Wochenstunden eingeschränkten Regelbetrieb hinaus wieder bis zu 45 Betreuungsstunden anbieten. Aufgrund der komfortablen Personalausstattung hat das Landesjugendamt einen Antrag der Elterninitiative kurzfristig bewilligt.

Samstag, 06.06.2020, 12:49 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 12:20 Uhr
Ann-Kathrin Bilda und Tobias Wiedenhöft
Ann-Kathrin Bilda und Tobias Wiedenhöft Foto: Siegmar Syffus

Für Kita-Kinder und deren Eltern ist der 8. Juni (Montag) ein Freudentag. Denn mit der Auflösung der coronabedingten Notbetreuung und dem Start des eingeschränkten Regelbetriebs kehrt ein ersehntes, entlastendes Stück Normalität in die Familien zurück. „Eingeschränkt“ bedeutet allerdings, dass für die Sprösslinge lediglich bis zu 35 Stunden pro Woche in den Tageseinrichtungen gebucht werden können. Gleichwohl ermöglicht ein Erlass des Landesjugendamtes, dass unter bestimmten Voraussetzungen, die Einrichtungen wieder in den bis zu 45-stündigen „Vollbetrieb“ zurückkehren dürfen.

Eine solche Ausnahmeregelung hat die Elterninitiative „ Kita Pinocchio “ soeben erwirkt: „Das Landesjugendamt ist der Empfehlung des Kreisjugendamtes gefolgt und hat dem am Donnerstag von uns eingereichten Antrag auf Erhöhung des Betreuungsumfangs auf die normalen 45 Wochenstunden für alle dort betreuten Kinder zustimmt“, freut sich Ann-Kathrin Bilda. „Nach den schwierigen Monaten wollten wir unseren Eltern so viel anbieten wie möglich, damit sie durchatmen können“, sagt die Vorsitzende des 1989 gegründeten Trägervereins „Kindertagesstätte Pinocchio“.

Voraussetzung für die Genehmigung des Vollbetriebs durch das Landesjugendamt ist, „dass eine Überlastung der Gesamtsituation der Tageseinrichtung ausgeschlossen werden kann“, erläutert Detlef Schütt, Sozialdezernent des Kreises Coesfeld. Konkret bedeutet das: Die Einrichtung muss Personalausfälle ausgleichen können, um den gesetzlich vorgeschriebenen Mindeststandard unter Corona-Schutzbestimmungen jederzeit aufrecht zu erhalten. „Wenn der Träger das plausibel nachweisen kann, leiten wir das Mail an das Landesjugendamt zügig weiter. Dort liegt die Entscheidung. Unsere Mitarbeiterin ist sehr fix“, verspricht Schütt.

„Als Elterninitiative machen wir die Verwaltungsarbeit ehrenamtlich. Das eingesparte Geld fließt in die höhere Personalquote“, erklärt Ann-Kathrin Schütt die komfortable Ausstattung der Kita Pinocchio mit drei Vollzeit- und zwei Teilzeitkräften sowie zwei Aushilfen und einer Hauswirtschaftskraft. Einen weiteren Vorteil nennt Kita-Leiter Tobias Wiedenhöft: „Wir sind eine Ein-Gruppen-Einrichtung.“ Das komme dem Infektionsschutz zugute, weil eine Durchmischung mit Kindern verschiedener Gruppen ausgeschlossen ist.

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