Rainer Emschove: 50 Jahre bei Elektro Scharmann
Maschinen- und Menschenkenntnis

Senden -

Von der Wäschezentrifuge aus Holz mit Elektromotor bis zum Wärmepumpentrockner: Rainer Emschove hat in 50 Jahren unzählige Geräte, ihren Wandel und als Kundendienstmeister viele Haushalte von innen gesehen. Mit Gradlinigkeit schaffte er dabei Vertrauen.

Montag, 08.06.2020, 17:04 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 11:16 Uhr
Hat unzählige Geräte, ihren Wandel und viele Haushalte von innen gesehen: Rainer Emschove, der im 50. Jahr der Betriebszugehörigkeit Elektro Scharmann als Kundendienstmeister verlässt.
Hat unzählige Geräte, ihren Wandel und viele Haushalte von innen gesehen: Rainer Emschove, der im 50. Jahr der Betriebszugehörigkeit Elektro Scharmann als Kundendienstmeister verlässt. Foto: di

Die Berufswahl hat er nie bereut, sie aber auch gar nicht so richtig getroffen. Sein Vater und sein künftiger Ausbilder hatten vielmehr schon die Fühler ausgestreckt. Dass der Junge vom Hof in Wierling was Handwerkliches, was mit Technik und Tüfteln machen würde, entsprach aber nicht nur dem Wunsch der älteren Generation, sondern auch den Neigungen des damals 14-Jährigen. Rainer Emschove heuerte bei Elektro Scharmann an und verlässt das Unternehmen jetzt im 50. Jahr der Betriebszugehörigkeit.

Man muss schnell erkennen, wie man die Leute anspricht.

Rainer Emschove

Der Mann im grauen Kittel mit dem blauen Bulli gehört inzwischen schon fast ins dörfliche Ortsbild Sendens. Seine Besuche wurden in der Regel herbeigesehnt. „Das Schöne an dem Job ist, dass man den Kunden hilft“, resümiert Emschove. Klar, dass sie sich manchmal auch über das kaputte Gerät grämen und über Kosten für Reparatur oder Ersatz zetern. Aber Emschove trifft den richtigen Ton in den Familien. „Man muss möglichst schnell erkennen, wie man die Leute anspricht“, so der Elektroinstallateur, der nicht nur Maschinen-, sondern auch Menschenkenntnis mitbringt. Offenheit und anschauliches Erklären der technischen Abläufe und denkbaren Optionen legten die Grundlage für ein stabiles Vertrauensverhältnis. „Ehrlichkeit zahlt sich aus“, betont Emschove. Sein Chef und Sohn seines ersten Ausbilders, Ludwig Scharmann, pflichtet bei: „Man muss eine Menge dafür tun, um Vertrauen aufzubauen und zu pflegen.“

Im Kundendienst suchte Emschove viele Familien immer wieder auf. Wenn sie nicht da waren, kam es vor, dass der Haustürschlüssel in das Geschäft an der Münsterstraße gebracht wurde. „Herr Emschove weiß ja, wo die Sachen stehen“, sagten die Kunden zum Abschied.

Laptop statt Lötkolben im Einsatz

Dass er sich von vielen in Senden und Umgebung, deren „weiße Ware“ er wieder auf Vordermann gebracht hat, Corona-bedingt jetzt nicht mehr verabschiedet hat, bedauert der knapp 64-Jährige. Die Verbundenheit war intensiv – und geriet teils schon zur Herausforderung. Denn auf Schützenfesten sei die Dankbarkeit der Kunden oftmals in Form von Einladungen auf ein Bierchen geäußert worden.

Das Werkzeug hat sich für Emschove, der sich nicht von Anfang an dem Kundendienst, sondern dem Anlagenbau widmete, in den Jahren gewandelt. Während er lange Zeit mit Lötkolben, Hammer und Stromprüfer im Einsatz war, gehört inzwischen längst das Laptop zum Rüstzeug, wenn ein Fehler an Waschmaschine, Trockner oder Spülmaschine gesucht wird. Hier bleibe es dabei, dass sich der Einsatz des Experten noch lohne, während Kleingeräte wie Föhn oder Kaffeemaschine tatsächlich sofort entsorgt werden, wenn sie ihren Dienst verweigern.

Nachwuchsförderung in der Elektro AG

Seinen eigenen Dienst stellt Emschhove übrigens nicht ein. Sondern stellt sich als Handwerksmeister der Elektro AG der Edith-Stein-Schule zur Verfügung. Als Nachwuchsförderung. Die er auch in der eigenen Familie betreibt. Seine beiden Enkel jedenfalls sind auch schon sehr „mucker“ beim Schrauben und Tüfteln, ob am eigenen Fahrrad oder am Unimog mit Opa. Mal sehen, ob der bei der Berufswahl mal zum Vorbild wird.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7441699?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F
Nachrichten-Ticker