Gemeinde schreibt Verfahren für Pflege-Wohngemeinschaften aus
Selbstbestimmt im Alter leben

Senden -

In Ottmarsbocholt soll das „Haus Stoffers“ an der Kirchstraße abgerissen werden und für zwei Pflege-Wohngemeinschaften mit bis zu 24 Plätzen weichen. Dazu hat die Gemeinde jetzt ein Auswahlverfahren für Architekt, Investor und Betreiber ausgeschrieben. Die betreuten WGs ermöglichen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben im Alter.

Mittwoch, 24.06.2020, 17:16 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 11:50 Uhr
Stellten das Projekt „Pflege-Wohngemeinschaften in Ottmarsbocholt“ vor (v.l.): Bürgermeister Sebastian Täger,
Stellten das Projekt „Pflege-Wohngemeinschaften in Ottmarsbocholt“ vor (v.l.): Bürgermeister Sebastian Täger, Foto: Siegmar Syffus

Im Alter mutterseelenallein in den eigenen vier Wänden oder in einem Pflegeheim zu leben, das ist ganz und gar keine rosige Aussicht für den Lebensabend. Ein weitaus freundlicher Alternative bieten sogenannte anbieterverantwortete Pflege-Wohngemeinschaften, in denen Senioren selbstbestimmt und von einem Pflegedienst betreut, gemeinsam unter einem Dach zusammenleben. Ein solches Angebot soll möglichst bald in Ottmarsbocholt auf dem gemeindeeigenen Grundstück von „Haus Stoffers“ an der Kirchstraße 10 entstehen. Zur Realisierung dieses Vorhabens startet die Gemeinde Senden jetzt ein Auswahlverfahren. Ziel ist es, Architekt, Investor und Betreiber im Dreierpack zu finden.

„Das Grundstück ist rund 1800 Quadratmeter groß und soll im Rahmen des Neubauprojekts verkauft werden. Die bestehenden Gebäude werden abgerissen, um dem Neubau Platz zu machen“, erläutert Verwaltungsmitarbeiterin Kerstin Ueding, die das Auswahlverfahren betreut. Wann es soweit sein wird, ist noch offen und hängt unter anderem vom Verlauf des Verfahrens und der folgenden zeitlichen Planung des Investors ab. Die Unterlagen können bis zum 20. August beim Planungsbüro angefordert werden. Die fertigen Konzepte müssen dann bis zum 29. Oktober eingereicht werden.

„Wir haben beim Kreis Coesfeld den Bedarf für Ottmarsbocholt ermitteln lassen. Demnach werden mittelfristig bis 2030 voraussichtlich 38 Plätze benötigt“, berichtet Fachbereichsleiter Holger Bothur. Dieser Bedarf könnte ziemlich genau gedeckt werden durch 24 Pflege-Wohngemeinschaftsplätzen auf dem Gelände von „Haus Stoffers“ und weiteren 16, die das Sozialwerk St. Georg auf dem Grundstück des abgerissenen Haus Davert bis Ende 2021 bauen möchte (WN berichteten).

„Es ist uns wichtig, dass sich die neuen Gebäude harmonisch in das bestehende Bild des Ortskerns eingliedern und architektonisch von hoher Qualität sind. Es handelt sich um einen städtebaulich relevanten Standort. Das Projekt muss zu Ottmarsbocholt passen“, betont Bürgermeister Sebastian Täger. Zwischen zwölf und 24 Menschen sollen in dem neuen Gebäudekomplex in Zukunft ein Zuhause finden. „Haus Stoffers“ liegt direkt an der St. Urbankirche, nur wenige Meter von Arztpraxis, Apotheke und Geldinstituten entfernt.

Die Projektbeschreibung sieht zwei weitere wünschenswerte Aspekte vor, die mögliche Bewerber erfüllen sollten: Einerseits sollen die Plätze auch für finanzschwache Menschen zugänglich sein. „Außerdem wäre optional denkbar, dass der künftige Betreiber auch Tagespflegeplätze anbietet“, sagt Täger. Auch weitere seniorengerechte Wohnungen oder ein Café seien willkommen.

 

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