Corona-Bilanz der Gemeinde Senden
Bisher wurden zwölf Bußgelder wegen Verstößen verhängt

Senden -

Die Pandemie ist noch nicht vorüber. Doch ihre Bekämpfung hat schon viel Einsatz verlangt, offenbart die Zwischenbilanz des Fachbereichsleiters für Ordnung und Soziales.

Donnerstag, 25.06.2020, 11:50 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 20:10 Uhr
Allein für Corona-Kontrollen sind rund 900 Arbeitsstunden in der Gemeindeverwaltung veranschlagt worden.
Allein für Corona-Kontrollen sind rund 900 Arbeitsstunden in der Gemeindeverwaltung veranschlagt worden. Foto: Siegmar Syffus

Während in Ostwestfalen dunkle Corona-Zahlen die Hoffnung auf Normalität trüben, hat sich die Situation in Senden mittlerweile deutlich aufgehellt: Aktuell ist keine Neuinfektion bekannt. Von den seit 4. März registrierten 51 Erkrankten sind 50 genesen. Traurigerweise ist ein älterer Mann in Zusammenhang mit Corona verstorben. Aus Sicht von Holger Bothur ist es dem disziplinierten und kooperativen Verhalten der Sendener Bevölkerung zu verdanken, dass sich das Virus nicht stärker ausbreiten konnte.

„Wir haben eine sehr hohe Akzeptanz und der Einhaltung der Corona-Regeln erlebt. Den Sendener Betrieben attestieren wir eine tadellose Mitarbeit“, stellte der Fachbereichsleiter „Ordnung und Soziales“ während der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses fest.

Gleichwohl machte eine von Bothur vorgestellte Statistik deutlich, welcher Verwaltungsaufwand zur Eindämmung der Corona-Infektionen notwendig war.

„Die Regelungen sind sehr umfassend geworden“, resümierte der Fachbereichsleiter: So passte die erste Allgemeinverfügung der Gemeinde Senden vom 18. März noch auf 3,5 Seiten. Die aktuellen Corona-Verordnungen umfassen einschließlich der Hygieneanlagen inzwischen 42 Seiten. Aufgrund dieser Entwicklung mussten bis dato über 900 Arbeitsstunden für Kontrollen der Abstandsgebote in der Öffentlichkeit und der Gewerbebetriebe von Bediensteten der Gemeinde geleistet werden. Aufgrund von zumeist kleiner Verstößen wurden 180 Personalien erfasst. In bisher zwölf Fällen wurden Bußgelder verhängt – weitere Fälle befinden sich in Vorverfahren. In einem Fall wurde wegen Verstoßes gegen Quarantäne Strafanzeige erstattet.

Zu den genannten Kontrollen hinzu kamen Einzelprüfungen aufgrund gemeldeter Einzelverstöße und Abfragen in Betreuungseinrichtungen. Sonderprüfungen in den Sammelunterkünften für (Saison-)Arbeiter hätte ergeben, dass hier in Senden „die Situation insgesamt in Ordnung ist“, konstatierte Bothur. Die zulässige Belegungsdichte werde in den fünf Unterkünften eingehalten. Entsprechendes gelte für die Flüchtlingsunterkünfte, in denen die Hygieneregeln in verschiedenen Landessprachen aushängen und Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen. „Außerhalb von Familien sind alle Personen in Einzelzimmern untergebracht“, berichtete der Fachbereichsleiter. Ferner gebe es zwei Zweierzimmer für Flüchtlinge, die auf eigenen Wunsch zusammen wohnen.

Seit 4. März sind beim Krisenstab der Gemeinde Senden insgesamt 1108 E-Mails gelesen und gegebenenfalls bearbeitet worden. Nach Bothurs Worten wurden 184 Quarantäneverfügungen für Bürger in Senden erlassen (Infizierte und Kontaktpersonen). Da sich die Situation in Senden zunehmend entspannt habe und aufgrund der umfangreichen Lockerungen sind die Kontrollen des Ordnungsamtes zunehmend zurückgefahren worden. „Derzeit erfolgen nur noch Kontrollen in Einzelfällen bei angezeigten oder vermuteten Verstößen“, erklärte Bothur.

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