Kunstschule kommt nach Bösensell
Bildhauer und Maler ziehen in ehemalige Gaststätte Farwick ein

Senden/Bösensell -

Nachdem die Kunstschule Senden im Februar aus dem Schloss ausziehen musste, darf sie nun in der ehemaligen Bösenseller Gaststätte Farwick ein neues Domizil beziehen. Die Zeit ist allerdings befristet.

Freitag, 26.06.2020, 13:59 Uhr aktualisiert: 26.06.2020, 16:44 Uhr
Im Februar musste die Kunstschule aus dem Schloss ausziehen. Demnächst dürfen die Maler und Bildhauer in die ehemalige Gaststätte Farwick in Bösenesell einziehen.
Im Februar musste die Kunstschule aus dem Schloss ausziehen. Demnächst dürfen die Maler und Bildhauer in die ehemalige Gaststätte Farwick in Bösenesell einziehen. Foto: Siegmar Syffus

Die Herbergssuche gestaltete sich schwierig, hat aber (vorerst) ein gutes Ende gefunden. Denn nachdem die Kunstschule Senden im Februar ihre Ateliers im Schloss aufgrund statischer Bauschäden am Gemäuer verlassen musste, haben die Künstler in der ehemaligen Gaststätte Farwick am Bösenseller Bahnhof ein neues Domizil gefunden. Parallel werden Teile des Gebäudes noch als Flüchtlingsunterkunft genutzt.

Bis Ende 2023 dürfen die Maler in einem separaten Trakt in drei Räumen ihre Staffeleien aufstellen. Die Bildhauer haben Gelegenheit, sich in einem Nebengebäude auszubreiten, das teilweise vom Bauhof genutzt wird. Diesem Vorhaben hat der Haupt- und Finanzausschuss unter bestimmten rechtlichen und finanziellen Vorgaben zugestimmt. Die Verwaltung geht davon aus, dass Renovierungskosten in Höhe von rund 22 000 Euro anfallen werden.

Die Gemeinde hatte das Areal vor einigen Jahren erworben, weil es am Gewerbegebiet Südfeld liegt und für eine Neuansiedlung genutzt werden könnte. Wegen dieses „strategischen Nutzens“, so Bürgermeister Sebastian Täger, sollte der Aufenthalt der Kunstschule auf drei, maximal vier Jahre beschränkt werden.

Georg Jacobs ( CDU ) pochte darauf, den Gemeindeanteil an den Renovierungskosten auf 50 Prozent zu deckeln und eine zeitliche Begrenzung von drei Jahren zu vereinbaren. Bei den Renovierungskosten handele es sich um einen „relativ kleinen Betrag“, warf Thomas Hageney (UWG) ein und wandte sich gegen eine Deckelung. „Wir begrüßen, dass sich die Kunstschule mit einem hohen Anteil beteiligt. 50 Prozent sind aber zu hoch“, sagte Philipp Scholz (Grüne). Der Verein hatte Eigenleistungen in Höhe von rund 9000 Euro signalisiert. „Für uns ist die Kunstschule Teil der Sendener Kultur. Wir sind positiv überrascht über die Höhe der Eigenleistungen“, stützte Peter Moll (FDP) diese Auffassung von Scholz.

Achim Peltzer (SPD) plädierte für eine Nutzungsdauer von mindestens drei Jahren, gegebenenfalls mit einer Verlängerungsklausel sowie einer vorzeitigen Ausstiegsmöglichkeit. Die Kunstschule „muss heute schon nachdenken, wo sie in den nächsten Jahren bleibt“, sagte Peltzer mit Blick auf eine eventuelle vorzeitige gewerbliche Nutzung des Areals. Alfons Hues (CDU, fraktionslos) wandte sich grundsätzlich gegen den Einzug der Kunstschule Senden in das Haus Farwick. Er plädierte dafür, stattdessen „eine Möglichkeit im Schloss“ oder an „zentraler Stelle im Ort“ zu suchen.

Letztlich wurde mit den Stimmen der CDU der Beschluss gefasst, eine Nutzung bis Ende 2023 zu genehmigen. Der Gemeindeanteil an den Kosten wird auf 50 Prozent gedeckelt und darf 12 300 Euro nicht überschreiten.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7469203?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F
Nachrichten-Ticker