Modellprojekt für Flüchtlingsfrauen
Kontakt zu Hilfesystem ermöglichen

Senden -

Mona Mohamed arbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich als Übersetzerin und Begleiterin für Familien und schwangere Frauen in der Gemeinde. Ab sofort wird sie einmal in der Woche eine neue von der Flüchtlingshilfe organisierte niederschwellige Sprechstunde für alle arabisch sprechende Frauen anbieten.

Montag, 06.07.2020, 08:15 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 08:40 Uhr
Mona Mohamed (links) bietet in Senden eine Frauensprechstunde in arabischer Sprache an; Judith Loick (rechts) zeichnet im Kommunalen Integrationszentrum für das Thema „Werte- und Geschlechterverständnis“ verantwortlich.
Mona Mohamed (links) bietet in Senden eine Frauensprechstunde in arabischer Sprache an; Judith Loick (rechts) zeichnet im Kommunalen Integrationszentrum für das Thema „Werte- und Geschlechterverständnis“ verantwortlich. Foto: Kreis Coesfeld

Ein neues Angebot soll eine Brücke schlagen, indem es zugewanderten Frauen einen Zugang zum Gesundheits- und Beratungssystem im Kreisgebiet eröffnet: Die Flüchtlingshilfe Senden nimmt in Zusammenarbeit mit der Sozialberatung der Gemeinde Senden und dem Kommunalen Integrationszentrum (KI) des Kreises Coesfeld einen neuen wöchentlichen Termin in den Kalender.

Ab sofort findet jeweils dienstags von 14 bis 16 Uhr eine von der Flüchtlingshilfe Senden organisierte niederschwellige Sprechstunde für alle arabisch sprechenden Frauen in der Münsterstraße 48 (Büro der Flüchtlingshilfe) statt.

„Ansprechpartnerin ist Mona Mohamed aus Senden, die selbst arabisch und deutsch spricht und die kulturellen Erfahrungen vieler der Frauen teilen kann“, teilt der Kreis Coesfeld mit. Bereits seit vielen Jahren arbeitet sie ehrenamtlich als Übersetzerin und Begleiterin für Familien und schwangere Frauen in der Gemeinde. Somit kann sie auf ihre bereits gut ausgebauten Kontakte zu Beratungsstellen sowie zu Ärztinnen und Ärzten in Senden und Umgebung zurückgreifen.

Die ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützer der Flüchtlingshilfe Senden begleiten zugewanderte Menschen persönlich und vertrauensvoll auf ihrem Weg in die Gesellschaft ihrer neuen Heimat. Bei den Besuchen in den Familien wird immer wieder deutlich, wie groß die Hürde bei vielen der zugewanderten Frauen ist, über persönliche Themen zu sprechen, heißt es in der Mitteilung. „In arabischsprachigen Ländern ist dies einfach nicht üblich“, berichtet Mona Mohamed.

Das Angebot wird unterstützt von Jutta Egbert, Sozialberatung der Gemeinde Senden, und von Judith Loick , Mitarbeiterin des Kommunalen Integrationszentrums. „Das Ziel ist es, denjenigen Frauen einen Kontakt zum Gesundheits- und Hilfesystem zu ermöglichen, die sich bisher aufgrund der Sprachbarriere oder empfundener Scham nicht dazu in der Lage sahen“, erläutert Dr. Hans Meckling von der Flüchtlingshilfe Senden.

Sind Sorgen und Ängste gemindert, wird Mona Mohamed bei Bedarf an professionelle Unterstützungsangebote wie Frauen- und Familienberatungsstellen oder auch Ärztinnen und Ärzte vermitteln. Dabei wird sie es nicht bei der Weitergabe von Kontaktadressen belassen, sondern dafür Sorge tragen, dass der Übergang tatsächlich gelingt und die ratsuchenden Frauen auch dort ankommen.

„Dies ist ein erfolgversprechendes Modellprojekt, das, wenn es gut angenommen wird, auch in anderen Sprachen möglich sowie für weitere Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld interessant sein könnte“, macht KI-Mitarbeiterin Judith Loick auf die Perspektiven des neuen Angebots aufmerksam.

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