Margret Reher hat 150 Schutzmasken genäht/Erlös gespendet
Jeder Cent für den Hospizkreis

Senden/Venne -

Als sie der Hilferuf einer befreundeten Ärztin erreichte, setzte sich Margret Reher sogleich an die Nähmaschine und fertigte 40 Corona-Schutzmasken für die Praxis an. Ihr Mann musste sich in dieser Zeit „aus der Truhe“ ernähren oder selber kochen. Auch für Freunde und Bekannte fertigte sie gegen Spende für den Hospizkreis Senden über 100 weitere Masken an.

Montag, 06.07.2020, 16:45 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 13:42 Uhr
Mit großer Freude nahmen Karola D‘Amico (Mitte) und Maria Buß (r.) die Spende von Margret Reher entgegen. Lobende Worte fanden die Vertreterinnen des Hospizkreises auch für die hohe Qualität der handgenähten Schutzmasken.
Mit großer Freude nahmen Karola D‘Amico (Mitte) und Maria Buß (r.) die Spende von Margret Reher entgegen. Lobende Worte fanden die Vertreterinnen des Hospizkreises auch für die hohe Qualität der handgenähten Schutzmasken. Foto: Siegmar Syffus

Normalerweise werden Spendenbeträge gerundet. Doch Margret Reher überließ dem Hospizkreis Senden nicht glatte 400 Euro, sondern exakt 404,48 Euro. Nicht nur, weil die Vennerin eine ehrliche Haut ist, und jeden einzelnen Cent, den sie gesammelt hat, weitergibt. Für Margret Reher verbindet sich mit den 48 Cent hinter dem Komma eine berührend menschliche Begegnung.

Doch von Anfang an: Seit Beginn der Corona-Auflagen näht die 61-Jährige solide Schutzmasken für Freunde, Nachbarn und Bekannte. Als Spende für den Hospizkreis konnte jeder von ihnen – ganz dezent – einen beliebigen Betrag in einem „Klingelbeutel“ hinterlassen.

Das tat auch ein Junge im Kindergarten-Alter. „Er wusste nicht, was ein Hospizkreis ist. Seine Mutter hat ihm das erklärt. Und als sie die Masken abholten, hat der das Geld aus seiner Spardose gespendet. Daher kommt die krumme Summe mit den 48 Cent“, erzählt Margret Reher sichtlich gerührt. Bisher hat sie rund 150 Schutzmasken aus Leinen genäht.

Auslöser war Anfang März eine Bitte der Ärztin Anne Schulze Everding. „Sie ist eine Nachbarin und hat mich gefragt, ob ich für sie Masken nähen könnte. Es gab keine und sie brauchte dringend welche für ihre Praxis. Darauf hin habe ich wie bekloppt genäht, zuerst von morgens bis abends“, erinnert sich Reher und fügt lächelnd hinzu: „In der Zeit gab es entweder Essen aus der Truhe oder mein Clemens musste selber ran. . .“.

Die auf diese Weise entstandenen erster 40 Masken spendete die gelernte Krankenschwester der Praxis („Ich wollte kein Geld dafür haben.“). Nach und nach kamen weitere Anfragen aus dem Bekanntenkreis, und so startete die Vennerin die Spendenaktion für den Hospizkreis. Mittlerweile hat sie zehn ausgemusterte Leinenbettlaken zu Schutzmasken mit eingenähtem Draht verarbeitet. „Die können in die Kochwäsche und sind dann wiederverwertbar“, hebt Margret Reher hervor.

Nicht nur ihre Masken, sondern auch ihre Spende sind in Zeiten von Corona höchstwillkommen. Denn: „Wir brauchen das Geld für unsere Fortbildungsmaßnahmen, weil wir den Menschen professionelle Hilfe durch unsere 40 Ehrenamtlichen anbieten wollen“, erläutert Karola D‘Amico. „Corona hat unsere Arbeit ganz entscheidend beeinflusst“, sagt die hauptamtliche Koordinatorin des Hospizkreises Senden. Aufgrund der Schutzbestimmungen sei über Monate keine direkte persönliche Betreuung von trauernden und sterbenden Menschen möglich gewesen. „Für unsere Ehrenamtlichen war es belastend, die Patienten nicht wie bisher begleiten zu dürfen. Es hat mich aber beeindruckt, wie kreativ die Kontakte per Telefon, per Video oder via whatsApp aufrecht erhalten wurden“, lobt D‘Amico das Engagement der Helferinnen und Helfer. „Trotzdem sind Kontakte weggebrochen – das macht was mit den Menschen. Jetzt sind wir unendlich dankbar, dass wir durch die Lockerungen die Patienten wieder direkt betreuen dürfen“, freut sich die hauptamtliche Koordinatorin des Hospizkreises Senden.

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