Gemeinde Senden bereitet Änderung der Friedhofsatzung vor
„Gräber kindgerecht gestalten“

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Auf dem Waldfriedhof gibt es bisher keinen separaten Bereich, in dem verstorbene Kinder in angemessenen Gräbern beigesetzt werden können. Darauf haben betroffene Eltern die Gemeinde in einem Bürgerantrag aufmerksam gemacht. Jetzt sollen am Sternenfeld für stillgeborene Kinder entsprechende Grabstätten angelegt werden.

Mittwoch, 08.07.2020, 15:37 Uhr aktualisiert: 13.07.2020, 15:44 Uhr
Hinter der rund um das Sternenfeld verlaufenden Hecke sollen auf dem Waldfriedhof zunächst zehn Kindergräber entstehen. Die Gemeindeverwaltung ist beauftragt worden, eine Änderung der Friedhofsatzung und der -gebührenordnung zu erarbeiten.
Hinter der rund um das Sternenfeld verlaufenden Hecke sollen auf dem Waldfriedhof zunächst zehn Kindergräber entstehen. Die Gemeindeverwaltung ist beauftragt worden, eine Änderung der Friedhofsatzung und der -gebührenordnung zu erarbeiten. Foto: Siegmar Syffus

Leid und Trauer über ihr verstorbenes Kind, aber auch Enttäuschung über das Fehlen einer angemessenen Grabstätte auf dem Waldfriedhof bewegte im Februar ein Elternpaar zu einem Bürgerantrag zum Bestattungswesens. Politik und Verwaltung haben jetzt darauf reagiert und aufgrund der Vorschläge eine Änderung der Friedhofssatzung und -gebührenordnung sowie konkrete Verbesserungen für den Waldfriedhof auf den Weg gebracht.

Bis dato ist die Beisetzung verstorbener Kinder auf dem Waldfriedhof nur in einem „Regelgrab“ (für Erwachsene) möglich. Damit ist es umgeben von Grabstätten älterer Menschen mit entsprechender Grabgestaltung. „Mit dieser gemeindlichen Vorgabe verkennen die politisch Verantwortlichen völlig die sich aus der Trauer und Schmerz ergebende ,Bedarfslage‘ der Hinterbliebenen verstorbener Kinder (….). Eine kindgerechte Gestaltung des Grabes und des Umfeldes würde die innerfamiliäre Trauerarbeit sehr unterstützen“, heißt es in dem Antrag. Der „emotionale und alles andere in den Schatten stellende Umgang mit dem Tod eines Kindes“ sei aufgrund der aktuellen Situation „deutlich erschwert“.

Vor diesem Hintergrund hat der Haupt- und Finanzausschuss die Verwaltung mit einer Änderung der Friedhofssatzung beauftragt. Insbesondere soll die Möglichkeit geprüft werden, spezielle Gräber für Kinder bis zu zehn Jahren anzulegen. Fachbereichsleiter Holger Bothur schlug vor, vorerst zehn solcher (kleineren) Gräber in einem Bogen, direkt am Sternenfeld zu platzieren. Diese Begräbnis- und Gedenkstätte für stillgeborene Kinder aller Religionen und Kulturen wurde vor fast genau acht Jahren auf dem Waldfriedhof eingesegnet. Politiker aller Fraktionen begrüßten diesen Vorschlag. Zugleich forderte der stellvertretende Bürgermeister Alfons Hues ein, dass „mit Blick auf das Leid“ seitens der Verwaltung ein ganz besonders sensibler Umgang mit den Eltern verstorbener Kinder zu pflegen sei.

Der Bürgerantrag des Elternpaares war auch Auslöser einer Ortsbegehung auf dem Waldfriedhof, bei der diverse Defizite zutage traten. So stimmten die Politiker dafür, (seniorengerechte) Bänke in der Mitte eines jeden Grabfeldes zu ergänzen. Außerdem sollen zusätzliche Leuchten angebracht und Solarleuchten gegebenenfalls mit Bewegungsmelder am Haupteingang aufgestellt werden. Die alten, vorhandenen Straßenleuchten sollen auf energiesparende LED umgerüstet werden.

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