Gesundheitsminister Jens Spahn im Sendener Corona-Bilanzgespräch
„Vieles richtig gemacht“

Senden -

Nicht fehlerfrei, aber insgesamt recht gut ist Deutschland nach Einschätzung von Jens Spahn bis heute durch die Corona-Krise gekommen. Per Video aus Berlin zugeschaltet, zog der Bundesgesundheitsminister in einer Talkstunde diese Zwischenbilanz. Angesichts des OVG-Urteil in Sachen Gütersloh zeigte er sich erleichtert, dass zukünftig bei einem isolierten Corona-Ausbruch differenzierter reagiert werden könne.

Dienstag, 07.07.2020, 16:30 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 14:18 Uhr
Diskutieren via Videokonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (v.l.): Altenheimleiterin Sabine Neumann, Günter Mondwurf, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Senden, Landrat Dr. Christian Schulze-Pellengahr und Sendens Bürgermeister Sebastian Täger. Moderiert wurde das Gespräch von WN-Chefredakteur Dr. Norbert Tiemann (r.). Für die Übertragung zwischen Senden und Berlin zeichnete Hartwig Treckmann (2.v.r.) verantwortlich.
Diskutieren via Videokonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (v.l.): Altenheimleiterin Sabine Neumann, Günter Mondwurf, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Senden, Landrat Dr. Christian Schulze-Pellengahr und Sendens Bürgermeister Sebastian Täger. Moderiert wurde das Gespräch von WN-Chefredakteur Dr. Norbert Tiemann (r.). Für die Übertragung zwischen Senden und Berlin zeichnete Hartwig Treckmann (2.v.r.) verantwortlich. Foto: Siegmar Syffus

Ein strammes Arbeitsprogramm für Jens Spahn : morgens CDU-Präsidiums-Sitzung in Berlin, dann Telefonkonferenz mit den Länder-Gesundheitsministern, danach Videokonferenz mit dem Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft, und dann Senden, „Alte Sporthalle“ am Cabrio-Bad: auf Einladung des CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Günter Mondwurf und in Zusammenarbeit mit dem CDU-Kreisverband die Video-Schalte zum Thema Corona. Mit von der digitalen Diskussionspartie Landrat Dr. Christian Schulze-Pellengahr , Sendens Bürgermeister Sebastian Täger und Sabine Neumann, Leiterin des Altenheims St. Johannes Senden. Moderiert wurde die Talkstunde vom Chefredakteur dieser Zeitung, Dr. Norbert Tiemann.

„Ich wünsche mir etwas mehr Corona-Patriotismus“, leitete Spahn seine Pandemie-Bilanz ein. Aus der ganzen Welt erreichten ihn Anfragen, wie denn Deutschland so gut durch diese Krise gegangen sei; „darauf könnten wir auch ein wenig stolz sein“, so der Gesundheitsminister. „Natürlich waren wir, konnten wir gar nicht fehlerfrei sein, aber wir sind doch bis heute recht gut durch diese Krise gekommen. Wir haben Vieles richtig gemacht.“

Landrat Schulze-Pellengahr lobte die Ansprechbarkeit Spahns beim Corona-Ausbruch bei Westfleisch, Spahn zeigte, auch mit Blick auf Warendorf und Gütersloh, „viel Verständnis für Wut und Enttäuschung der Menschen“ angesichts der verhängten Maßnahmen. „Aber der Schutz der Bevölkerung hat in einem solchen Fall oberste Priorität.“ Spahn war bereits informiert über das münstersche OVG-Urteil in Sachen Gütersloh und zeigte sich mit Schulze-Pellengahr erleichtert, dass zukünftig bei einem isolierten Corona-Ausbruch differenzierter reagiert werden könne. „Es gab bei uns nun mal keine Blaupause“, so der Landrat.

Bürgermeister Täger nutzte die Gelegenheit, den Minister auf die finanziellen Nöte der Kommunen hinzuweisen. Der Rettungsschirm beziehe sich bisher nur auf das laufende Jahr, die Probleme würden sich allerdings in voller Schärfe erst in 2021 und 2022 zeigen.

Sabine Neumann forderte mehr gesellschaftliche Anerkennung und Akzeptanz für die Pflegeberufe. „Durch den sicherlich gut gemeinten Pflegebonus wird ganz sicher keine zusätzliche Pflegekraft gewonnen.“ Die Pflege müsse ein wenig mehr akademisiert werden, der Beruf brauche auch eine Laufbahn-Perspektive. Minister Spahn verfolgte diese Mahnungen sehr aufmerksam, bat aber doch darum, „sich zumindest mal ein Sekündchen über den Pflegebonus zu freuen; er ist doch Anerkennung für Geleistetes in einer ganz schwierigen Situation.“

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