Deutsche Stiftung Denkmalschutz besucht Schloss Senden
„Herrenhausgiebel vorbildlich saniert“

Senden -

Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz haben sich auf Schloss Senden einen Eindruck vom Stand der Restaurierungsarbeiten verschafft. Beeindruckt waren die Besucher von der „vorbildlich hergerichteten Musterachse“ am Herrenhaus.

Montag, 20.07.2020, 17:15 Uhr aktualisiert: 20.07.2020, 17:20 Uhr
Dr. Franz Waldmann erläutert die geplanten Sanierungsmaßnahmen am Mannenhaus. Vorne Mitte Sigrid Karliczek, Leiterin des Ortskuratoriums Münster der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Dr. Franz Waldmann erläutert die geplanten Sanierungsmaßnahmen am Mannenhaus. Vorne Mitte Sigrid Karliczek, Leiterin des Ortskuratoriums Münster der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Foto: Lennart Pieper

Vor Ort und hautnah informierte sich jetzt das Ortskuratorium Münster der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ( DSD ) unter der Leitung von Sigrid Karliczek über die aktuellen Sanierungsmaßnahmen und Baufortschritte am Schloss Senden, das seit 2016 von der Stiftung gefördert wird. Außer den Mitgliedern des Ortskuratoriums waren einige Spender und Förderer anwesend, die in der Vergangenheit das Projekt unterstützt haben.

„Schon beim Betreten des Schlossgeländes und beim Zugehen auf das Schloss überraschte und begeisterte die Besucher der gepflegte Eindruck der Gesamtanlage, nicht zu vergleichen mit dem Anblick, der sich 2016 den Augen bot, als mit der Sanierung begonnen wurde“, so Ortskuratorin Sigrid Karliczek. Deutlich geworden sei, dass die Gartenanlage zwingend zum Schlossensemble gehöre und daher zu Recht in der Denkmalliste der Gemeinde Senden zum ausgewiesenen Denkmalbereichs gehöre. Die Gartenanlage bietet zudem attraktive Flächen für die Allgemeinheit und für künstlerische Aktionen, wie zur Zeit für das Projekt „Altland-Neuland (Gemüseschießen)“, teil die Denkmalstiftung mit. Der anwesende Künstler Jan Philip Scheibe erläuterte den Besuchern das Kunstprojekt.

Das Gebäudeensemble hat durch die Restaurierung des Herrenhausgiebels eine deutlich sichtbare Aufwertung erfahren. Franz Waldmann , Vorsitzender des Vereins Schloss Senden, erläuterte die durchgeführten Arbeiten. Nach dem Abtragen des alten groben Zement-Wurfputzes wurde eine dünne Muschelkalkschlämme aufgebracht, die einen früheren Zustand aufgreift und den Mauerverband sichtbar lässt. Dabei wurden ein Zierfries in Zickzackform freigelegt sowie Überreste früherer Umbauten. Ebenso saniert wurde je ein an den Giebel angrenzender fünf Meter breiter Streifen, der als „Musterachse“ zeigt, wie das gesamte Herrenhaus später einmal aussehen soll.

Als nächstes Sanierungsvorhaben nimmt sich der Verein jedoch das schiefstehende, aber in dieser Lage bereits aufwendig und dauerhaft stabilisierte Mannenhaus vor. Es soll Werkstätten für die Ausbildung in Restaurierungsberufen aufnehmen. Da die Statik des Hauses in den Obergeschossen keine großen und schweren Maschinen zulässt, wird zum Beispiel an Textilrestauratoren und Papierrestauratoren gedacht, heißt es in der Mitteilung weiter. Das Erdgeschoss bietet sich für ein kleines Café an. „Wir brauchen dringend nutzbare und den heutigen Ansprüchen genügende Räume“, so Waldmann. Außerdem würde sich ein saniertes Mannenhaus positiv auf den Gesamteindruck der Dreiflügelanlage des Schlosses auswirken und dem vorbildlich sanierten Herrenhausgiebel ein angemessenes Gegenüber bieten.

Im Anschluss an die ausgiebige Führung gab es ein rustikales Picknick im Innenhof mit seiner einzigartigen Schlossatmosphäre. Die einhellige Meinung war, dass die Fördergelder der DSD gut angelegt sind. „Wir sind sicher, dass sich Schloss Senden nach weiterer Sanierung selbstbewusst in der Reihe der sehenswerten Münsterländer Wasserschlösser behaupten kann“, so Karliczek.

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