Zwei Millionen Euro teure Sanierung
Bahnhof Bösensell wird barrierefrei

Bösensell -

Im Zuge des Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes fließen jetzt rund zwei Millionen Euro in den barrierefreien Umbau des Bahnhofs Bösensell. Im Fokus stehen die Erhöhung der Bahnsteige auf einer Länge von 185 Metern auf 76 Zentimeter Höhe sowie der Neubau eines taktilen Leitsystems für sehbehinderte Menschen.

Dienstag, 21.07.2020, 16:30 Uhr aktualisiert: 22.07.2020, 17:09 Uhr
Stellten die Planung zur Umgestaltung des Bösenseller Bahnhofs vor (v.l.): Carsten Busche und Klaus Mende von der Sendener Bauverwaltung, sowie Rebekka Eschmann und Matthias Rudat vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und Michael Jansen, Leiter des Bahnhofsmanagements Münster.
Stellten die Planung zur Umgestaltung des Bösenseller Bahnhofs vor (v.l.): Carsten Busche und Klaus Mende von der Sendener Bauverwaltung, sowie Rebekka Eschmann und Matthias Rudat vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und Michael Jansen, Leiter des Bahnhofsmanagements Münster. Foto: Siegmar Syffus

Schon öfter stand in den vergangenen Jahren der Umbau des Bahnhofs Bösensell auf dem Fahrplan. Doch Berufspendler und Urlaubsreisende warteten bislang stets vergebens, dass der Zug der Modernisierung Halt macht. Jetzt wird der Traum vom zeitgemäßen Bahnhof endlich Wirklichkeit. Denn im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes werden insgesamt rund zwei Millionen Euro in den barrierefreien Umbau der Verkehrsstation investiert.

„Am 1. August geht es los. Wir fangen am Bahnsteig 2 an und rechnen mit einer Bauzeit von sechs bis acht Wochen“, kündigte Michael Jansen , Leiter des Bahnhofsmanagements Münster, am Dienstag (21. Juli) bei einem Pressetermin vor Ort an. Die Modernisierung des Bahnsteigs 1 soll sich („zu 90 Prozent kommt das“, so Jansen) im ersten Quartal 2021 anschließen. Eine gewisse Unwägbarkeit gebe es, weil eventuell an anderen Strecken unvorhersehbare Schäden auftreten könnten, die gegebenenfalls vorgezogen werden müssten.

„Im Fokus der Sanierungsmaßnahmen stehen die Erhöhung der Bahnsteige auf einer Länge von 185 Metern auf 76 Zentimeter Höhe sowie der Neubau eines taktilen Leitsystems für sehbehinderte Menschen“, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bahn. Durch die Aufhöhung der Bahnsteige ist zukünftig ein barrierefreier Ein- und Ausstieg in die Züge möglich. Neben diesen Maßnahmen stattet die DB den Bahnhof zudem mit einem neuen Wetterschutz aus. „Der alte ist nicht mehr der letzte Schrei“, räumte der Leiter des Bahnhofsmanagements ein. Darüber hinaus profitieren Reisende in Zukunft auch von der Erneuerung der Beleuchtung die mit LED-Technik auf Stand gebracht wird. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch eine Neuausstattung der Bahnsteige, zum Beispiel mit neuen Sitzbänken und Vitrinen, kündigt die Deutsche Bahn an. Auch die Zugänge zu den Bahnsteigen sollen saniert werden.

In der Zeit vom 1. bis zum 16. August wird die Baustelle am Bösenseller Bahnhof rund um die Uhr belebt sein, weil im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet wird. Darauf machte Klaus Mende als Vertreter der Gemeinde Senden aufmerksam.

Im Zuge der Bauarbeiten erhält der Bahnhof auch einen neuen Namen: Zukünftig heißt die Station Senden-Bösensell. Sämtliche Schilder werden daher während der Modernisierung ausgetauscht. Auch die Ansagen am Bahnhof und in den Zügen mussten geändert werden, ebenso die Vertriebssysteme. Zudem findet die neue Stationsbezeichnung „Senden-Bösensell“ auf Dauer – auch international – Eingang in betriebliche Unterlagen der Bahn, wie zum Beispiel in europäische Fahrpläne und Vorschriften der Leit- und Sicherungstechnik. Auch Stadtpläne, Navigationssysteme, Pläne für Polizei und Feuerwehr, Reiseführer und ähnliches gedrucktes und elektronisches Material mussten angepasst werden. „Die Maßnahme brauchte viel Vorarbeit und zieht einen ganzen Rattenschwanz hinter sich her“, räumte Jansen ein.

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