Leifken-Brüder pflegen Familientradition per Leeze
„Satteltaschen“ voller Erinnerungen

Bösensell -

Auf eine ganz besondere Weise pflegen die Bösenseller Wolfgang, Rainer, Ulrich und Jürgen Leifken die Erinnerung an ihren 2017 verstorbenen Vater. Seither begeben sie sich alljährlich auf eine mehrtägige „Brüdertour“ per Leeze, um in Erinnerungen zu schwelgen und den familiären Zusammenhalt zu festigen.

Montag, 27.07.2020, 17:15 Uhr aktualisiert: 28.07.2020, 13:58 Uhr
Auf ihren Touren steuern Jürgen (v.l.), Ulrich, Wolfgang und Rainer Leifken Sehenswürdigkeiten wie das „Deutsche Eck“ in Koblenz an
Auf ihren Touren steuern Jürgen (v.l.), Ulrich, Wolfgang und Rainer Leifken Sehenswürdigkeiten wie das „Deutsche Eck“ in Koblenz an Foto: privat

„Blut ist dicker als Wasser“, sagt der Volksmund und meint damit, dass Familien zusammenhalten und sich Herausforderungen gemeinsam stellen. Einer sportlichen und durchaus angenehmen Herausforderungen stellen sich seit einigen Jahren die Bösenseller Wolfgang, Rainer, Ulrich und Jürgen Leifken : Die vier Herren – alle zwischen Ende 50 und Anfang 60 – begeben sich mit ihren Leezen auf eine mehrtägige „Brüdertour“ in Erinnerung an ihren verstorbenen Vater Josef (von allen liebevoll „Seppel“ genannt).

Wir sind eine Fahrradfahrer-Familie.

Rainer Leifken

„Wir sind eine Fahrradfahrer-Familie. Unsere Eltern hatten früher kein Auto, mein Vater war bei Bahn beschäftigt und besaß keinen Führerschein. Von klein auf sind wir mit dem Fahrrad oder der Bahn gefahren“, erinnert sich Rainer Leifken an die Tage seiner Kindheit. Sein Vater habe immer besonderen Wert auf familiären Zusammenhalt gelegt. „Er hat viel mit uns unternommen, zum Beispiel eine Familien-Bootstour in Berlin. Und er hat gerne mit uns Doppelkopf gespielt“, erzählt der 63-jährige Leiter der Edith-Stein-Schule.

Auslöser für die jährlich stattfindende „Brüdertour“ war ein besonderes Ereignis: „Zu seinem 75. Geburtstag haben wir unserem Vater damals eine große Freude bereitet, indem wir ihm eine gemeinsame Fahrradtour geschenkt haben. Drei Tage lang waren wir mit ihm bis zum Zwillbrocker Venn unterwegs – das war eine erstaunliche sportliche Leistung in seinem Alter.“

Familiäre Geselligkeit wird bei gemütlichen Runden in Biergärten und beim gemeinsamen Essen gepflegt.

Familiäre Geselligkeit wird bei gemütlichen Runden in Biergärten und beim gemeinsamen Essen gepflegt. Foto: privat

In Erinnerung an dieses Erlebnis und zur Ehre ihres 2017 verstorbenen Vaters starteten Wolfgang, Rainer, Ulrich und Jürgen Leifken noch im selben Jahr ihre erste „Brüdertour“. Mit nur wenigen Utensilien, aber umso mehr gemeinsamen Erinnerungen in den „Satteltaschen“ radelten sie drei Tage entlang der Ruhr. 2018 folgten sie auf ihren Leezen dem Dortmund-Ems-Kanal und der Ems bis Emden. 2019 erfuhren die Leifken-Brüder – dank vieler Burgen und wunderbarer Ausblicke – warum es zwischen Koblenz und Köln am Rhein so schön ist. In diesem Jahr radelten sie erneut am Rhein, von Bingen bis Koblenz. „Wolfgang, unser ältester Bruder, hat Bilder über facebook gepostet. Sehr viele Leute haben das begleitet und positiv kommentiert“, berichtet Jürgen Leifken, der sich in Bösensell ehrenamtlich als Vorsitzender der SVB-Fußballabteilung engagiert. „Ein Familienzusammenhalt wie bei uns, ist heute leider nicht mehr Gang und Gäbe. Wenn es darauf ankommt, gehen wir gemeinsam durchs Feuer“, betont der 57-Jährige.

Doch die Brüder sitzen bei ihren Touren längst nicht nur auf dem Fahrradsattel, sondern genießen viele Stunden bei gemütlichen Runden in Biergärten und beim gemeinsamen Essen. „Wir vergessen den Alltag und schwelgen in Erinnerungen“, erzählt Jürgen Leifken.

Wenn es darauf ankommt, gehen wir gemeinsam durchs Feuer.

Jürgen Leifken

Allerdings ist immer wieder auch für eine gute Portion „Würze“ gesorgt: Alle vier Leifken-Brüder sind absolute Fußball-Fans, waren in ihrer Jugend selbst aktiv und betreuten anschließend als Trainer über viele Jahre diverse Mannschaften in der gesamten Region. Allerdings scheiden sich in Sachen Bundesliga die Geister. Denn Wolfgang und Ulrich drücken den Schalkern die Daumen. „Jürgen und ich sind Gladbach-Fans und hatten in dieser Saison weitaus mehr zu lachen“, freut sich Rainer Leifken in Erinnerung an manche schadenfrohe Frotzelei in geselliger Brüder-Runde.

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