Bürgerstiftung und Sozialberatung arbeiten Hand in Hand
Menschen vor Absturz bewahren

Senden -

Wenn Menschen unverschuldet in Not geraten, reichen staatliche Hilfen nicht immer aus, um sie vor dem sozialen Absturz zu bewahren. In den vergangenen Wochen ist die Bürgerstiftung Senden in zwei solcher Fälle in die Bresche gesprungen: bei einer Familie mit Säugling und bei einem Mann, dem die Obdachlosigkeit drohte.

Freitag, 31.07.2020, 17:36 Uhr
Stellten die Zusammenarbeit der Bürgerstiftung mit der Sozialberatung und dem Jobcenter der Gemeinde Senden vor (v.l.): Karl-Heinz Walpurgis und Freifrau Ina Droste zu Senden vom Vorstand der Bürgerstiftung, Bürgermeister Sebastian Täger, Rahel Epping (Sachgebietsleiterin Soziales) und Jutta Egbert (Teamleiterin der Sozialberatung).
Stellten die Zusammenarbeit der Bürgerstiftung mit der Sozialberatung und dem Jobcenter der Gemeinde Senden vor (v.l.): Karl-Heinz Walpurgis und Freifrau Ina Droste zu Senden vom Vorstand der Bürgerstiftung, Bürgermeister Sebastian Täger, Rahel Epping (Sachgebietsleiterin Soziales) und Jutta Egbert (Teamleiterin der Sozialberatung). Foto: Siegmar Syffus

Nicht jeder, der unverschuldet in Not gerät, wird vom sozialen Netz des Staates aufgefangen. Dieser bitteren Wahrheit steht das Team der Sendener Sozialberatung und des Jobcenters immer wieder gegenüber. Sind die Möglichkeiten der öffentlichen Hand ausgeschöpft, dann müssen die professionellen Helfer der Gemeinde Senden auf das Netzwerk gemeinnütziger Einrichtungen und Vereine zurückgreifen, um Menschen vor dem sozialen Absturz zu bewahren.

Die Ende 2019 gegründete Bürgerstiftung Senden knüpft einen neuen, ehrenamtlichen Knoten, der dem Netzwerk zusätzlichen Stabilität verleiht. In dieser Einschätzung sind sich Rahel Epping , Sachgebietsleiterin Soziales, und Jutta Egbert , Teamleiterin der Sozialberatung, einig. Denn bereits zwei Mal konnte die Helfer der Gemeinde in den vergangenen Wochen auf die Unterstützung der Bürgerstiftung zurückgreifen.

Im ersten Fall war ein Elternpaar mit einem erst vier Monate alten Säugling unverschuldet in Not geraten: Der Vater versorgt seine Familie mit einem geringen Einkommen, das er in Münster verdient. Bedingt durch Corona hatte sein Chef die Lohnzahlung ausgesetzt. „Aus Angst vor einer Kündigung wollte der Mann nicht gerichtlich gegen seinen Arbeitgeber vorgehen“, erläutert Rahel Epping. Dem Jobcenter waren in dieser Situation bezüglich staatlicher Hilfegewährung die Hände gebunden. Dazu hätte der Familienvater zunächst den Rechtsweg gegen seinen Chef bestreiten müssen. Hier sprang die Bürgerstiftung Senden – insbesondere mit Blick auf den Säugling – in die Bresche, indem sie in einem wohnungsnahen Geschäft einen Einkaufsgutschein über 500 Euro für die Familie hinterlegte, um die vorübergehende Notlage der Familie zu überbrücken.

In einem zweiten Fall hatte ein junger Mann unverschuldet seine Wohnung verloren, war in einem Behelfsquartier untergekommen und drohte in die Obdachlosigkeit zu fallen. Für ihn fand die Sozialberatung der Gemeinde eine geeignete Wohnung. „Der Mann kann seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten, war aber finanziell nicht in der Lage, die Kaution zu hinterlegen“, schildert Rahel Epping die Situation. „Auch in seinem privaten Umfeld gab es keine Möglichkeit, sich Geld zu leihen“, ergänzt Jutta Egbert. Auch hier schloss die Bürgerstiftung eine Lücke im staatlichen sozialen Netz. „Wir haben dem jungen Mann die Kaution vorgestreckt durch ein Darlehen, das er in 18 Monatsraten zu je 50 Euro zurückzahlen muss“, berichtet Ina Freifrau Droste zu Senden, stellvertretende Vorsitzende der Bürgerstiftung Senden.

In den beiden genannten Fällen sei unkompliziert und innerhalb von nur wenigen Tagen geholfen worden, loben Epping und Egbert die unbürokratische Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein. „Wir können nur dann helfen, wenn wir genaue Kenntnis über die Situation haben und entscheiden dann im Vorstand“, sagt Karl-Heinz Walpurgis, Vorsitzender der Bürgerstiftung. Die dazu notwendigen, anonymisierten Informationen liefere die Gemeinde. Voraussetzung für die Kontaktaufnahme zur Bürgerstiftung ist nach Eppings Worten, „dass wir in den betreffenden Fällen ein gutes und begründetes Gefühl haben, dass es durch die Hilfe eine Perspektive für die Personen gibt und sie ihren Weg finden“.

„Die Bürgerstiftung Senden ist eine tolle Einrichtung, die hilft, damit Menschen in Not nicht durchs Raster fallen“, sagt Bürgermeister Sebastian Täger. Gleichwohl sei der gemeinnützige Verein für sein karitatives Engagement in der Gemeinde Senden auf Zustiftungen und Spenden angewiesen. „Das Geld wird wirkungsvoll eingesetzt“, verspricht Ina Droste Freifrau zu Senden.

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