Sendener Sommerbühnen
Aus der Not eine Tugend gemacht

Senden -

Als einzige Kommune neben Dülmen bietet Senden mit den „Sommerbühnen“ – Corona zum Trotz – ein Kulturprogramm in den Ferien an. Dabei profitiert die Gemeinde von Absagen in anderen Orten durch Auftritte von Storno und Heinz Rudolf Kunze sowie „Steffis Biergartenquiz“.

Sonntag, 02.08.2020, 16:48 Uhr aktualisiert: 03.08.2020, 18:04 Uhr
Markus Kleymann ist bis dato zufrieden: Die „Sendener Sommerbühnen“ kommen beim Publikum gut an.
Markus Kleymann ist bis dato zufrieden: Die „Sendener Sommerbühnen“ kommen beim Publikum gut an. Foto: Siegmar Syffus

Zunächst die Umbau-bedingte Schließung der Steverhalle. Und dann auch noch die Corona-Auflagen. Gleich zwei heftige Schläge ins Kontor musste das Sendener Kulturprogramm verdauen. Maifest, Lichterabend, Kabarett und Konzerte sind den Schutzbestimmungen zum Opfer gefallen. „Mit den Sendener Sommerbühnen versuchen wir allerdings, aus der Not eine Tugend zu machen. Damit waren wir im Kreis Coesfeld die erste Kommune, die trotz Corona ein Kulturprogramm anbietet. Zusammen mit Dülmen sind wir bisher auch die einzigen geblieben“, sagt Markus Kleymann nicht ohne Stolz. Storno-Kabarette, Kindertheater, Zaubervorstellungen und Live-Hörspiel erfreuten sich guter bis sehr guter Besucherzahlen.

„Mit der Bühne im Ruhepark haben wir einen idyllischen Platz gefunden. Sie ist nicht allein den Kulturveranstaltungen der Gemeinde vorbehalten. Teil unseres Konzeptes ist, dass sie auch von anderen genutzt werden kann. Davon hat die katholische Kirchengemeinde Gebrauch gemacht. Und zum Beginn der Ferien hat der Heimatverein die große Bühne, die auf dem Hof der Marienschule aufgebaut war, genutzt“, erklärt Kleymann. Falls das Wetter Open Air nicht zulasse, stehe idealerweise die Alte Halle als Ausweichquartier zur Verfügung.

Ein zweites konzeptionelles Standbein bestehe darin, nicht nur in Senden selbst, sondern auch in den anderen Ortsteilen Veranstaltungen anzubieten. Der Anfang wurde am 21. Juni mit zwei Vorstellungen des Kindertheaters „Don Kidschote“ auf den Sportplätzen in Bösensell und Ottmarsbocholt gemacht. Für Sonntag (2. August) hatte sich der Zauberer Michael Sondermeyer in den Ortsteilen angekündigt.

„Viele Leute sind Corona-bedingt nicht in Urlaub gefahren. Ihnen wollen wir zu Hause attraktive Veranstaltungen bieten“, nennt der Kulturamtsleiter das wesentliche Ziel der „Sommerbühnen“. „Außerdem“, ergänzt Kleymann, „hat sich eine Eigendynamik entwickelt: Wir bekommen Anfragen von Künstlern, die Corona-bedingt zum Teil schon drei oder vier Monate lang nicht auftreten konnten und drei, vier Monate ohne Einkommen waren. Die Sommerbühnen sind auch Kulturförderung für Künstler, die sonst nichts haben.“ Gleichzeitig profitiert das Kulturprogramm von dieser „Eigendynamik“, zum Beispiel in Form von „Steffis Biergartenquiz“ auf dem Kirchplatz am 9. August (Sonntag) und den beiden Konzerten mit Heinz Rudolf Kunze am 22. und 23. August (Samstag und Sonntag) im Cabrio-Bad. „Über solche Angebote freuen sich die Sendener, gleichzeitig strahlen sie aus in die ganze Region. Davon profitiert die Gemeinde und das Cabrio“, macht Kleymann auf den Image-Effekt der Kulturarbeit aufmerksam.

Planungssicherheit abwarten

Nach Abschluss der Umbauarbeiten steht die Steverhalle voraussichtlich ab Anfang November wieder für Sport und Kultur zur Verfügung. „Corona-bedingt müssen wir das Programm zur Wiedereröffnung allerdings eindampfen“ bedauert Kleymann. Erst einen Monat vorher sollen konkrete Entscheidungen gefällt werden. „Das Jubiläum zur Städtepartnerschaft mit Jessen und Koronowo können wir erst dann feiern, wenn wir Planungssicherheit haben.“Mit Blick auf 2021 möchte der Kulturamtsleiter noch keine Prognose bezüglich des Kulturprogramms wagen. „Wir müssen abwarten, wie sich die Situation durch Corona entwickelt. Wir werden den Kopf jedoch nicht in den Sand stecken und werden kurzfristig und flexibel planen“, gibt Kleymann die Marschrichtung vor. Sehr positiv sei zu vermerken, „dass sich die Sendener bei den Veranstaltungen sehr diszipliniert verhalten und sich an die Regeln halten“. sff

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