Vergleich der Gebühren und Steuern
Gemeinde kassiert eher wenig ab

Senden -

Der Bund der Steuerzahler legt den Finger in die Wunde, wenn Kommunen nicht wirtschaftlich haushalten. In Senden gibt es, was Gebühren und Steuern angeht, für die Bürger wohl kaum was zu meckern.

Mittwoch, 05.08.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 17:56 Uhr
Investitionen wie der neue Abwasserdüker unter dem Kanal fließen in die Gebührenkalkulation ein..
Investitionen wie der neue Abwasserdüker unter dem Kanal fließen in die Gebührenkalkulation ein.. Foto: di

Alljährlich schlägt der Bund der Steuerzahler Alarm. Zu Recht, sieht er sich doch als Lobbyist und Anwalt der Bürger, deren Abgaben sparsam und wirksam eingesetzt werden sollen. In Senden können Rathaus und Einwohner jedoch ziemlich entspannt auf den Gebührenvergleich und ihre Gebührenbescheide blicken. Denn bei Abwasser und Abfall sowie bei der Grundsteuer verlangt die Kommune relativ niedrige Summen.

Philip Geißler, stellvertretender Kämmerer der Gemeinde Senden

Philip Geißler, stellvertretender Kämmerer der Gemeinde Senden Foto: Martin Freier

Die Sendener Haushalte werden also vergleichsweise gering belastet.

Philip Geißler, stellvertretender Gemeindekämmerer

Beim Abwasser setzt die Gemeinde 2,13 Euro für Schmutzwasser und 33 Cent für Niederschlagswasser jeweils pro Kubikmeter an. Für einen Vier-Personen-Musterhaushalt mit 200 Kubikmetern Frischwasserverbrauch und 130 Quadratmetern gebührenrelevanter Fläche ergibt sich in Senden eine Abgabe in Höhe von 468 Euro. Der vom Steuerzahlerbund ermittelte NRW-Durchschnittswert für dieselbe Familie liegt bei 726 Euro im Jahr 2020.

Spitzenplatz unter den günstigsten Gemeinden

Doch nicht nur im Landesvergleich kann sich Senden sehen lassen, auch unter den elf Kommunen im Kreis Coesfeld zählt Senden zu den günstigen Wohnorten: Nach Nottuln (456 Euro) folgen Coesfeld und Senden, die sich nur im Centbereich unterscheiden. Dass bei ähnlicher Topographie ganz unterschiedliche Summen herauskommen können, zeigt sich mit den Tarifen für Nordkirchen (689 Euro) und Ascheberg (632 Euro), so die Zahlen des Steuerzahlerbundes. „Die Gebühren im Bereich der Abwasser- und Abfallbeseitigung bleiben bereits im dritten Jahr konstant und bewegen sich weiterhin deutlich unterhalb der NRW-Durchschnittswerte. Die Sendener Haushalte werden also vergleichsweise gering belastet“, betont Philip Geißler , stellvertretender Leiter des Fachbereichs Finanzen und Liegenschaften. Er räumt gegenüber den WN allerdings ein, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass im kommenden Jahr an der Gebührenschraube gedreht werden müsse. Denn: Investitionen in die Infrastruktur (wie gerade der Düker unter dem Kanal) werden umgelegt. Bei der Gebührenberechnung setzt Senden – wie vom OVG bestätigt und von der Gemeindeprüfungsanstalt empfohlen – den Wiederbeschaffungszeitwert an.

Grundsteuer lange nicht angetastet

Bei den Müllgebühren bewegt sich Senden ebenfalls auf einem moderaten Level: Die Jahresgebühr für Biotonne und Restmüll (120 Liter) liegt bei 220 Euro, der NRW-Mittelwert bei 270 Euro.

Auch bei den Realsteuern langt Senden nicht besonders hin: Die Grundsteuer B beträgt 460 v.H. und wurde seit 2012 nicht angehoben. Im Vergleich: Olfen ist mit 410 v.H. günstiger, Nottuln mit 590 v.H. deutlich teurer, so die Angaben der Sendener Kämmerei. 546 v.H. beträgt der Mittelwert bezogen auf ganz NRW.

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