Digitalisierungsoffensive fürs Gewerbe in Senden
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Senden -

Sendens Ortskern erfreut sich nach Worten von Manfred Tiemann, Vorsitzender des Gewerbevereins, mit steigender Aufenthaltsqualität auch steigender Beliebtheit. Einen zusätzlichen Schub für die örtliche Wirtschaft soll nun die „Digitalisierungsoffensive für Senden“ bringen, die am 13. Oktober vorgestellt wird.

Mittwoch, 23.09.2020, 16:24 Uhr
Auf der „Piazza“ am Brunnen und im gesamten Ortskern herrscht mehr Aufenthaltsqualität und auch mehr Leben. Wer vor Ort kaufen will, kann über „Senden packt an“ (kleines Bild) fündig werden.
Auf der „Piazza“ am Brunnen und im gesamten Ortskern herrscht mehr Aufenthaltsqualität und auch mehr Leben. Wer vor Ort kaufen will, kann über „Senden packt an“ (kleines Bild) fündig werden. Foto: di

Das Herz pocht wieder stärker: Sendens Ortskern erfreut sich, so hat es den Anschein, mit steigender Aufenthaltsqualität auch steigender Beliebtheit. Diese generelle Tendenz bestätigt Manfred Tiemann , Vorsitzender des Gewerbevereins Senden. Allerdings schlagen sich mehr Besucher im Zen­trum nicht unbedingt als mehr Einkaufsbummler nieder, gibt der Gilden-Chef zu bedenken. Hinzu kommt, dass die erste Corona-Welle einen Dämpfer zeitigte und die nächste womöglich folgt. Zumal unter diesen Vorzeichen könnte der Digitalisierung beim Handel große Bedeutung zukommen.

Die kommunale Wirtschaftsförderung sieht darin jedenfalls eine Chance für die Händler vor Ort. Die ja schon als Folge des Lockdowns ihre Online-Präsenz verstärkt haben. So findet sich, neben Facebook-Gruppen, unter „Senden packt an“ sowohl auf der Homepage der Gemeinde als auch der App schon ein gut geordneter Zusammenschluss von 53 Anbietern aus Handel, Dienstleistung und Handwerk – während der ersten Corona-Krise auch oftmals mit einem Bringservice verbunden.

Zwei neue digitale Standbeine möglich

Zwei weitere Standbeine könnten sich hinzugesellen. Sie werden am 13. Oktober (Dienstag) ab 19 Uhr in der Gaststätte Niemeyers unter dem Motto „Digitalisierungsoffensive für Senden – was geht?“ vorgestellt. Zu der Veranstaltung laden Wirtschaftsförderung und die Gewerbevereine Senden und Bösensell ein, aber nicht nur deren Mitglieder sind dort willkommen.

Nach einleitenden Worten von Tiemann, in Personalunion Vorsitzender beider Gewerbevereine, sowie einer Begrüßung durch Melanie Baßenhoff und Niklas Esser von der gemeindlichen Wirtschaftsförderung präsentiert Alexander Arend, CEO der zmyle GmbH (Coesfeld), das Konzept „seines“ Stadtgutscheins. Dieser lässt sich, im Unterschied zum bestehenden Senden-Gutschein, digital buchen, bezahlen und verschicken und kann im Geschäft vom Handy aus eingelöst werden. Wer etwas übergeben möchte, kann den Coupon auch ausdrucken. Damit soll Kaufkraft am Ort gebunden und den Online-Giganten wie Amazon ein Stück weit Paroli geboten werden, schildert Niklas Esser. In Dülmen ist das System schon am Markt, in Ascheberg wurde es gerade eingeführt. Arends schlägt selbstbewusste Töne an: „Mit einem Stadtgutschein von zmyle verknüpfst du die digitale Welt mit der analogen, bindest Kaufkraft vor Ort und setzt auf das innovativste Full-Service-Paymentsystem am Markt“, wird der Firmenchef in der Einladung zitiert.

Die zweite mögliche Säule für den Handel 2.0 in Senden könnte Lozuka heißen, was für „Lokal zuhause kaufen“ steht und beispielsweise in Telgte implementiert worden ist. Der Clou: Händler bündeln ihre Angebote auf einem Portal und bieten ab einem Schwellenwert der Bestellung einen Gratis-Lieferservice an. Thimo Eickel von der Lozuka GmbH wird ebenfalls sein Konzept bei Niemeyers vorstellen. Er betont: Ein gemeinsamer Marktplatz mit integrierter Logistik könne den Kunden in der Region wieder näher zum Händler bringen.

Beispiele zeigen, die woanders schon funktionieren.

Niklas Esser, Wirtschaftsförderung

Ob diese Instrumente einer Digitalisierungsoffensive bei den Gewerbetreibenden auf Zustimmung stoßen, muss sich am 13. Oktober zeigen. Esser räumt ein: „Das sind keine Allheilmittel.“ Aber seine Kollegin und er wollten Impulse setzen und „Beispiele zeigen, die woanders schon funktionieren“. Dafür müssten möglichst viele Firmen an einem Strang ziehen. Für Start- oder Einmalkosten der Systeme stellt Esser finanzielle Unterstützung der Gemeinde in Aussicht. Manfred Tiemann appelliert an die Unternehmer, den Abend wahrzunehmen: „Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran und bietet auch für die Einzelhändler und Gewerbetreibenden in unserer Gemeinde tolle Möglichkeiten.“

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