Gerhard Gebauer verlässt Kommunalpolitik
Ausgerechnet zum Abschied noch ein „Albtraum“-Thema

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Gerhard Gebauer, der mit Unterbrechungen seit 1979 dem Rat angehörte, wurde als Vorsitzender des Gemeindeentwicklungsausschusses verabschiedet. Mit Dank, Anerkennung und Applaus.

Samstag, 03.10.2020, 14:11 Uhr aktualisiert: 03.10.2020, 15:00 Uhr
Bürgermeister Sebastian Täger und Beigeordneter Klaus Stephan verabschieden sich mit einem herzlichen Dankeschön von Gerhard Gebauer (r.).
Bürgermeister Sebastian Täger und Beigeordneter Klaus Stephan verabschieden sich mit einem herzlichen Dankeschön von Gerhard Gebauer (r.). Foto: di

Eine Ära endet – ausgerechnet mit einem „Albtraum“. Als solchen bezeichnete Gerhard Gebauer das Thema Umgestaltung der Biete, das in seiner letzten Sitzung als Vorsitzender des Gemeindeentwicklungsausschusses ( GEA ) auf der Tagesordnung gelandet war. „Ich dachte, ich schaffe das noch“, seufzte Gebauer. Er erinnerte daran, dass diese Aufgabenstellung – mit dem Problem Bunker und Tiefgarage – die Mandatsträger schon vor 20 Jahren umgetrieben hatte.

Der Mann, in dessen Position, Person und Amt viele Fäden zusammenliefen, ist eben auch der Mann mit dem Gedächtnis und Bewusstsein für die Prozesse in der „Stadtplanung“ einer Gemeinde.

Dass es sich bei dem 70-Jährigen um echtes politisches Urgestein handelt, hob Bürgermeister Sebastian Täger in der Sitzung des GEA am Donnerstagabend hervor. Täger schlug den Bogen: 1979 sei Gebauer als „junger Wilder“ – das damals jüngste Ratsmitglied – in das Kommunalparlament gewählt worden. Wild sei der Ausschussvorsitzende heute noch. Womit der Bürgermeister wohl nicht zuletzt die Energieleistung bei der Ausschuss-Leitung und das Arbeitspensum bei der Vorbereitung meinte. Allein in den vergangenen sechs Jahren der jetzt beendeten Legislaturperiode hätten Gebauer und die Mitglieder der Fraktionen 55 Sitzung absolviert, die im Schnitt 182 Minuten dauerten. Um sich mit den Sachthemen vertraut zu machen, kamen mehrere 1000 Seiten an Verwaltungsvorlagen hinzu. Der Bürgermeister drückte dem scheidenden Parlamentarier Dank und Anerkennung für die Leistung als „Arbeitstier“ aus, in dessen Ära sich Senden stark verändert habe – worauf Gebauer mit Stolz zurückblicken könne.

Dessen Verdienste würdigte auch Günter Mondwurf für die CDU. Er erinnerte an „Gigabyte an Mails, kiloweise Papier und endlose Gespräche“ – alles für das Gedeihen Sendens.

Die zweieinhalb Stunden vor der Verabschiedung Gebauers debattierten die Kommunalpolitiker über die Umgestaltung von Herrenstraße und Biete. Für diese Parzelle im Ortskern wünschen sie sich neue, frische Ideen für Nutzung und Design. Dazu sollen auch die Bürger einbezogen werden. Ein Vorschlag, dem sich, nach Zögern, auch die CDU anschloss.

 

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