Umgestaltung der Herrenstraße zeichnet sich ab
Das Ende der Traumtänzer naht

Senden -

Die Umgestaltung der Herrenstraße verläuft in drei Bauabschnitten. Der erste von ihnen, von der Gartenstraße bis zur Einmündung Biete, soll frühestens im Herbst 2021 begonnen werden. Im Gemeindeentwicklungsausschuss fand das Konzept Zustimmung. Über Details wird aber wohl noch gerungen.

Montag, 05.10.2020, 18:32 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 14:12 Uhr
Wird um Zuge der Neugestaltung "rückgebaut": Der Platz der Traumtänzer soll weichen.
Wird um Zuge der Neugestaltung "rückgebaut": Der Platz der Traumtänzer soll weichen. Foto: di

Das Design ist bekannt, es erobert etappenweise weiter den Ortskern. Mit Fischgrät-Pflasterung, grauem Betonband und ebensolcher Rinne wird auch die Herrenstraße versehen. Deren Umgestaltung war Thema in der jüngsten Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses ( GEA ). Das dort von Verwaltung und Architektin Anke Deeken vorgelegte Konzept wurde einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen.

Morgenluft wittern bei Fußgängerzone

Deeken brachte die Aufgabenstellung an ihr Planungsbüro auf den Punkt: die „Quadratur des Kreises“. Denn die Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit soll sich verbessern, die Zahl der Parkplätze nicht sinken, mehr Fahrradständer hinzukommen und das Miteinander von Fußgängern, Radlern und Autofahrern funktionieren. Immerhin, die Planung, einen Ausgleich zwischen diesen Interessen herzustellen, löste nur noch mehr oder minder Detailfragen bei den Mandatsträgern aus. Etwas mehr Bäume, auch zu Lasten von Parkplätzen und bei Fahrradständern an Lastenräder und Anhänger denken – darauf pochten die Grünen. Sie wittern auch Morgenluft bei einer künftigen Fußgängerzone auf der Herrenstraße, die zumindest baulich nicht erschwert werden soll.

Kein ,Wünsch dir was‘

Günter Mondwurf mahnt, die Kosten im Blick zu halten

Günter Mondwurf (CDU) warnte vor einem „Wünsch dir was“ als Motto. Bei allem, was über die Grundlage – den Fischgrät-Pflasterteppich – hinausgehe, müssten die Kosten im Blick gehalten werden. An denen sich die Anwohner beteiligen, wie Gerhard Gebauer, Vorsitzender des GEA, mit Rufzeichen versehen, hinzufügte. Er wies auch darauf hin, dass längst nicht alle Straßenbäume ohne Weiteres verschoben oder vermehrt werden können, weil es dafür liegenschaftliche Fragen zu klären gelte.

Die Bilanz für die Pkw-Stellplätze

Ziel ist es, möglichst viele Parkplätze zu erhalten, aber die Aufenthaltsqualität zu steigern. Hier die genauen Daten aus dem Bauressort der Gemeinde Senden: für die nördliche Herrenstraße (Gartenstraße bis Sparkasse) gilt:Bestand – Sommer (mit Außengastronomie…) 27 Stellplätze- Winter 32 StellplätzePlanung – Sommer (mit Außengastronomie…) 25 Stellplätze- Winter 30 Stellplätzefür die südliche Herrenstraße (Kirchplatz bis Heimann) gilt:Bestand – Sommer 12 Stellplätze- Winter 12 StellplätzePlanung – Sommer (mit Außengastronomie…) 8 Stellplätze- Winter 11 Stellplätze

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Dass zum jetzigen Zeitpunkt nicht alles in Stein gemeißelt werden muss, darauf hob Deeken in ihren Erläuterungen ab. Denn beispielsweise die Pkw-Stellplätze – darunter die Behindertenparkplätze, die neu geordnet werden sollen – lassen sich flexibel auf der durchgehenden Pflasterfläche mit Metallknöpfen abmarkieren.

Ausgeträumt für Traumtänzer-Platz

Was aber zu den Grundzügen der Planung gehört, die sicher umgesetzt werden, ist der Abschied vom „Platz für Traumtänzer“. Dieses Projekt der Künstlerin Anke Kahner, das sie 2013 mit Schülern der Edith-Stein-Schule und der Burgschule realisiert hat, muss weichen. Es sei von Anfang auf zwei Jahre angelegt worden – und „muss jetzt weg“, fanden Vertreter verschiedener Fraktionen teils drastische Worte für den Platz an der Herrenstraße. Das Stelldichein der Schafe und Throne im Mosaik-Dekor soll durch eine langgezogenen Sitzgelegenheit und Spielgeräte ersetzt werden – so der bisherige Plan. Die Fläche soll auch für Veranstaltung genutzt werden können.

Bis es sich auf der Herrenstraße „ausgeträumt“ hat, vergeht aber noch einige Zeit. Die Umgestaltung beginnt, Förderzuschüsse vorausgesetzt, im Herbst 2021 im Abschnitt zwischen Gartenstraße und Biete-Einmündung.

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