Flüchtlingshilfe und ASV Senden kooperieren
Sport setzt positive Energie frei

Senden -

Dass Sport die Integration fördert, dieser Ansatz ist nicht neu. Doch in Senden gehen die Flüchtlingshilfe und der ASV mit einer konzertierten Aktion doch eigene und neue Wege.

Dienstag, 06.10.2020, 17:48 Uhr
Erfolgreicher Auftakt: Sport- und Spielfest des ASV Senden mit Kindern aus Familien von Geflüchteten.
Erfolgreicher Auftakt: Sport- und Spielfest des ASV Senden mit Kindern aus Familien von Geflüchteten. Trainer Malte Eierhoff hatte sich noch der Unterstützung von Vereinskollegen – Gero Liemann, Jan Speckmann, Leo Franken, Lukas Kümper, Tobias Uphues, Benedikt Otte, Julius Kretschmer – versichert. Foto: FHS Senden

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Die Bilder, die am Sonntag in der Sporthalle entstanden sind, zeigen Kinder mit leuchtenden Augen, die lachen, toben, balgen, einen Parcours bewältigen, sich auf der dicken blauen Matte gehen und rollen lassen und Erfahrungen beim Ballsport im Team sammeln. Die Fotos zeigen, dass eine Premiere gelungen und dass das Konzept tragfähig ist, Lebensfreude zu wecken und Integration zu fördern durch Bewegung, Begegnung und Sport.

„Besser konnte der Auftakt nicht laufen“, lautet das Fazit von Lothar Kern von der Flüchtlingshilfe Senden. 40 von 50 möglichen Kindern im Alter zwischen drei und zehn Jahren waren mit Eltern der Einladung gefolgt. Damit wurde die Zielgruppe erreicht. Denn die Flüchtlingshilfe Senden hat sich auf ihre Agenda gesetzt, bei der Integration die junge Generation besonders in den Blick zu nehmen. Kinder, die aus Flüchtlingsfamilien stammen, haben nicht weniger Talente, aber schwierigere Startchancen, so Kern. Die Flüchtlingshilfe Senden möchte das ändern und das Zusammenwachsen in der Heimat Senden stärken.

Familien werden mit einbezogen

Dass dabei der Sport ein geeignetes Vehikel ist, hat sich schon in anderen Vereinen und an anderen Standorten gezeigt. Neu ist, dass die Flüchtlingshilfe Senden strategisch und generalstabsmäßig herangeht: Dazu wurde mit Malte Eierhoff , aktiver Spieler der ersten Herrenmannschaft des ASV und Jugendtrainer, ein Unterstützer gefunden. Lothar Kern und der Sportler, der ansonsten studiert, klapperten vor dem Kick off der Aktion sämtliche Familien geflüchteter Menschen mit Kindern der gefragten Altersgruppe ab. „Die Eltern waren aufgeschlossen und haben sich gefreut“, fasst Malte Eierhoff die Kontakte zusammen.

Gerade die Tatsache, dass die Eltern mit angesprochen und eingeladen werden, zeichne das Vorhaben in Senden als Modellprojekt aus, würdigte Judith Loick vom kommunalen Integrationszentrum des Kreises, die vor der Presse voll des Lobes für die Initiative der Flüchtlingshilfe war.

Gemeinsames Projekt: Lothar Kern (Flüchtlingshilfe Senden), Rahel Epping (Verein für Bewährungshilfe und Resozialisierung), Ina Freifrau Droste zu Senen (Bürgerstiftung Senden), Trainer Malte Eierhoff, Jutta Loick (Kommunales Integrationszentrum des Kreises), Karl-Heinz Walpurgis und Michael Niehues (Bürgerstiftung).

Gemeinsames Projekt: Lothar Kern (Flüchtlingshilfe Senden), Rahel Epping (Verein für Bewährungshilfe und Resozialisierung), Ina Freifrau Droste zu Senen (Bürgerstiftung Senden), Trainer Malte Eierhoff, Judith Loick (Kommunales Integrationszentrum des Kreises), Karl-Heinz Walpurgis und Michael Niehues (Bürgerstiftung). Foto: di

Die Gruppe von Kindern, die sich jetzt sonntags zum Sport- und Spielfest trifft, soll positive Erfahrungen machen, an Selbstvertrauen gewinnen und – je nach Neigung – in den regulären Spielbetrieb des ASV Senden aufgenommen werden. Dort sollen auch ihre Eltern mehr Kontakte zu anderen Spieler-Vätern und -Müttern knüpfen, so die Erwartung.

Sponsoren stehen voll hinter dem Projekt

Zunächst für ein halbes Jahr erhält Malte Eierhoff als Trainer und Betreuer ein Honorar. Dieses Geld und Kosten für Sachmittel werden gesponsert. Das Gesamtbudget in Höhe von 5000 Euro übernehmen die Bürgerstiftung Senden, der Verein für Bewährungshilfe, die Gemeinde Senden, das kommunale Integrationszentrum des Kreises Coesfeld und die Flüchtlingshilfe Senden. Geradezu enthusiastisch wurde die Zusammenarbeit präsentiert. „Alle ziehen bei diesem Ziel an einem Strang“, hieß es von den Partnern.

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