Schloss Senden: Ehepaar stiftet für Sanierungsarbeiten
Alte Fenster – neuer Durchblick

Senden -

Da hilft kein einfacher Fensterputz: Die über 100 Jahre alten Sichtscheiben im Romberg-Trakt des Schlosses werden nun nach und nach erneuert. Keine einfache Aufgabe, zumal die Sanierung durch Spenden finanziert wird. Die erste Zuwendung eines ins Münsterland zurückgekehrten Ehepaares gab einen Impuls.

Donnerstag, 08.10.2020, 08:35 Uhr
Spender-Ehepaar Maria und Rüdiger Wiechers (l.) sowie Dr. Franz Waldmann, Vorsitzender des Vereins Schloss Senden, schauen aus zwei der zu sanierenden Fenstern des Romberg-Traktes.
Spender-Ehepaar Maria und Rüdiger Wiechers (l.) sowie Dr. Franz Waldmann, Vorsitzender des Vereins Schloss Senden, schauen aus zwei der zu sanierenden Fenstern des Romberg-Traktes. Foto: Christian Besse

„Hier liegen unsere Wurzeln, die wir nie aus den Augen verloren haben“, sagt Rüdiger Wiechers . Gemeint ist die Gemeinde Senden, wo der heute 76-Jährige in den 1970er Jahren mit seiner Frau Maria wohnte und eine Familie gründete. 1984 zog diese aus beruflichen Gründen Richtung Frankfurt/Main. 2016 kehrte das Ehepaar ins Münsterland zurückzukehren, wohnt heute im Münsteraner Kreuzviertel.

Der alten Heimat Senden fühlt es sich noch immer verbunden – und investiert in sie, ganz uneigennützig. Aus ihrer eigenen, 2006 gegründeten „Wiechers-Stiftung: Städte für Menschen“ flossen nun 6500 Euro an den Verein Schloss Senden, der sich seit Jahren um die Wiederinstandsetzung des Gemeinde-Wahrzeichens kümmert. Verwendet wird das Geld des Ehepaares für die erste Sanierung eines Fensters im Romberg-Trakt des Schlosses.

Zwei alte Freunde aus der Stevergemeinde, Werner Holtermann und Bernd Sparenberg, brachten die Wiechers‘ auf die Idee, an den Verein zu spenden. Und diese griffen den Vorschlag gerne auf. Ebenso froh war Dr. Franz Waldmann, Vorsitzender des Vereins, über die Spende, die einen Impuls gesetzt habe. Denn seither seien mehrere Spender dem Beispiel des Ehepaares gefolgt und hätten Geld für die Sanierung weiterer Fenster zur Verfügung gestellt, so Waldmann.

Etwa 30 von ihnen gebe es im Romberg-Trakt, schätzt der Vereinsvorsitzende. Und sie sind alt, stammen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Deswegen müssten speziell ausgebildete Schreiner ran, die mit denkmalgeschütztem Material umgehen können und die Fenster unter anderem wieder mit den historischen Farben versehen.

Die ersten vier Fenster sollen en bloc runderneuert werden. „Wir hoffen, dass wir das in diesem Jahr noch hinkriegen“, sagt Waldmann. Als nächstes sollen fünf weitere Fenster folgen, unter anderem die vom Balkon des Traktes.

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