Sicherer Schulweg
LED-Display soll Eltern ausbremsen

Senden -

Neue Technik soll beim Appell an die Eltern helfen: Damit diese nicht in das Nadelöhr zu Marienschule und Joseph-Haydn-Gymnasium einfahren, wird dort jetzt eine LED-Tafel aufgestellt.

Freitag, 09.10.2020, 18:46 Uhr aktualisiert: 10.10.2020, 11:02 Uhr
Holger Bothur (l.), Reinhard Wehrland und Annette Stähler freuen sich über den Einsatz von Thomas Gerding samt Kollegen (vorne, v.l.) Artis Romis und Ronny Krüger.
Holger Bothur (l.), Reinhard Wehrland und Annette Stähler freuen sich über den Einsatz von Thomas Gerding samt Kollegen (vorne, v.l.) Artis Romis und Ronny Krüger. Foto: di

Am Nadelöhr, das zu Marienschule und Joseph-Haydn-Gymnasium führt, begegnet die Zukunft der Verkehrslenkung der traditionellen Verkehrsschild-Kultur. Rechts des schmalen Weges fordern mehrere Schilder dazu auf, langsam zu fahren. Und mahnen dass Autos in der Gasse tabu sind, außer es sitzen Lehrer darin. Links stellt es ein LED-Display nochmals klar: „Zufahrt nur für Lehrer“, leuchtet es darauf den herannahenden Fahrzeugen entgegen.

Der Einsatz neuster Technologie soll dazu betragen, ein altes Dilemma zu lösen. Es lautet: Zwar wissen alle Eltern, dass sie ihre Kinder nicht bis zur Schultür im heiligen Blechle kutschieren sollen, einige von ihnen machen es aber trotzdem. Immer noch, wie Annette Stähler , Leiterin der Marienschule am Freitag auf WN-Anfrage bestätigt. Alle Jahre wieder, seufzt die Rektorin, gehe an die Väter und Mütter eine einschlägige Mahnung heraus. Sogar das Foto des unmissverständlichen Verkehrsschildes hat Stähler schon an die Eltern mitgeschickt.

Eltern sind oftmals egoistisch.

Bezirksbeamter Reinhard Wehrland

Bezirksbeamter Reinhard Wehrland nennt Ross und Reiter: „Eltern sind oftmals egoistisch“, so der Polizist. Dass sie ihre Kinder bis zum Klassenraum fahren (wollen), sei aber nicht nur in Senden ein Problem. Schulleiterin Stähler sieht darin eine echte Gefährdung. Denn: Die Eltern können kaum wenden und fahren dann auf einem Weg zurück, auf dem ihnen massenhaft Schüler auf Rädern und einzelne Lehrkräfte in ihren Autos entgegen kommen.

Externer Blick auf Schulwegsicherheit

Das LED-Display der Gerding Verkehrstechnik GmbH bildet eine Komponente in dem Gefüge, die Sicherheit auf dem Schulweg zu erhöhen.Dieses Thema liege der Gemeindeverwaltung „besonders am Herzen“, beteuert diese gegenüber unserer Zeitung. Deshalb wolle Fachbereichsleiter Holger Bothur es im kommenden Jahr noch einmal grundlegend und übergreifend angehen: „Wir möchten dazu im Rahmen der Haushaltsberatung gerne Mittel einplanen, um auch Unterstützung durch Verkehrsexperten dazu zu holen. Der externe Blick könne sinnvoll sein. Denn: „Was naheliegend und möglich ist, haben wir in der Vergangenheit schon getan. Wir möchten nach neuen Ansätzen suchen.“ Die Routen zu allen Schulen sollen dabei auf den Prüfstand kommen.

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Holger Bothur , Fachbereichsleiter Bürgerservice, Ordnung und Soziales, sieht in dem leuchtenden Display eine Chance, das Problem besser in den Griff zu kriegen. Dass Thomas Gerding, Geschäftsführer der gleichnamigen Verkehrstechnik GmbH und Vater eines Grundschulkindes, Material und Mannstunden einsetzt, findet Bothur „super“. Er sei „ein Freund davon, neue Wege auszuprobieren.“

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