Sanierung des Bahnhofs in Bösensell
Warten aufs Wartehäuschen

Bösensell -

Die barrierefreie Sanierung von Bahnsteig 1 am Haltepunkt „Senden Bösensell“ ist fast abgeschlossen. Das was noch fehlt, sind Sitzgelegenheiten. Das Warten auf das Wartehäuschen hat aber Ende dieses Monats ein Ende, so die Auskunft der Pressestelle der Deutschen Bahn AG.

Montag, 12.10.2020, 16:48 Uhr
Das nigelnagelneue Schild weist schon auf den Haltepunkt Senden Bösensell hin.
Das nigelnagelneue Schild weist schon auf den Haltepunkt Senden Bösensell hin. Foto: di

Das Schild ist nigelnagelneu. Was nicht nur daran zu erkennen ist, dass das Blau noch strahlt und sich die weiße Schrift deutlich abhebt. Vielmehr hat der Haltepunkt auch einen neuen Namen: Senden Bösensell heißt der Bahnhof der Stevergemeinde. Im Zuge des barrierefreien Ausbaus hat sich „Senden“ – in kleinerer Buchstabengröße als der Ortsteil, in dem der Bahnanschluss liegt – auf die Tafeln geschlichen. Mit dem neuen Namen ist die Sanierung aber noch nicht abgeschlossen, die ohnehin bisher erst auf Bahnsteig 2 in Angriff genommen wurde.

Dieser wurde – wie berichtet – auf 185 Metern Länge so angehoben, dass Rollstuhlfahrer oder Fahrgäste mit Rollator ohne Rampe oder Versprung in den Niveauhöhen ein- und aussteigen können.

Während dieser Teil der Maßnahme bis Anfang September flott und pünktlich abgewickelt wurde, lässt ein nicht ganz unwichtiges Ausstattungsmerkmal auf sich warten: das Wetterschutzhaus mit Sitzgelegenheiten. Für einen Ottmarsbocholter, der dieses Manko in der Redaktion meldete, ist das kein Luxus, sondern notwendig.

Treppenhaus und Unterführung des Bahnhofs in Bösensell machen weiterhin einen tristen Eindruck.

Treppenhaus und Unterführung des Bahnhofs in Bösensell machen weiterhin einen tristen Eindruck. Foto: di

„Man kann ja besser einsteigen, aber sich nicht mehr Hinsetzen beim Warten“, bedauert der Mann, der regelmäßig Bösensell ansteuert, um dort eine Bekannte abzuholen, die aus dem Ruhrgebiet anreist.

Abhilfe rollt aber schon heran, kündigt die Pressestelle der Deutschen Bahn AG an. Auf WN-Nachfrage heißt es dort, dass das Wartehäuschen in den nächsten Wochen aufgestellt worden sein soll. Die Pflasterfläche, auf der das Häuschen Platz finden soll, ist schon zu erkennen. Bis Ende Oktober so die Pressestelle des Logistik-Konzern, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Optische Makel bleiben

Was dann noch bleibt, ist der triste Eindruck, den die teils flächendeckend zerdepperten Glasbausteine im Treppenhaus zur Unterführung erwecken – die ihrerseits nicht besonders einladend wirkt.

Was mit dem zerstörten Glas passiert, ist offenbar nicht ganz klar. Klaus Mende hatte jüngst noch gegenüber den WN betont, dass die Bahn ihm versichert habe, das Ersetzen der Glasbausteine sei Bestandteil des Sanierungsvorhabens schon am ersten der beiden Gleise. Nun äußert sich zumindest die Bahn-Pressestelle mit einem anderen Tenor: Die Glasbausteine gehörten der Gemeinde, was wann mit ihnen passiert, müsste die Kommune verraten.

Dass die barrierefreie Umgestaltung des Bahnhofs „Senden Bösensell“ abgeschlossen wird, ohne diesen Makel im Gesamteindruck zu beheben, erscheint unwahrscheinlich. Der Staatskonzern Bahn steckt rund zwei Millionen Euro eines Zukunftsinvestitionsprogramms des Bundes in die Umgestaltung des Haltepunkts. Im ersten Quartal des kommenden Jahres geht es mit dem Bahnsteig 1 weiter.

Gemeinde wertet Umfeld auf

Die Gemeinde Senden startet ihren Part der Bahnhofs-Sanierung ebenfalls 2021, um sich den Zugriff auf Fördermittel in Höhe von maximal 90 Prozent der Kosten zu wahren. Verbesserungen sollen sich ergeben bei der Beleuchtung am Vorplatz und Parkplatz, Menschen mit Handicaps sollen sich dort besser orientieren und niedrigschwelliger Bahn fahren können. Und wenn es dann wieder ums Warten auf den Zug geht, stehen nicht nur überdachte Sitzgelegenheiten, sondern bis dahin auch WLAN zur Verfügung.

Für regelmäßige Bahnfahrer stehen am Haltepunkt in Bösensell schon seit Langem gesicherte Fahrradabstellplätze zur Verfügung. Die Kapazitäten der „Bike-Box“ sind nur zu 30 bis 40 Prozent ausgelastet. Sie kosten keine Miete, sondern nur 30 Euro Kaution für den Schlüssel. Nähere Infos im Rathaus.

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