Bildband über Moore
Weniger gruselig als wertvoll

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Moore sind geheimnisvoll, was nicht zuletzt an überlieferten, oft gruseligen Geschichten liegt. Dabei sind Moorlandschaften alles andere als grauenerregend. Birgit Kallerhoff, Profi-Fotografin aus Münster, angeregt durch einen Spaziergang im Venner Moor, hat die Schönheiten dieser Landschaften nun für einen Bildband festgehalten.

Donnerstag, 15.10.2020, 10:06 Uhr
Im Venner Moor kam der Fotografin die Idee, einen Bildband über Moore zu erstellen.
Im Venner Moor kam der Fotografin die Idee, einen Bildband über Moore zu erstellen.

Nach einem ausgiebigen Spaziergang im Venner Moor ließ sie diese geheimnisvolle Welt nicht mehr los. Nicht See, nicht Wald – das Moor: Der neue, dritte Bildband der Fotografin und Verlegerin Birgit Kallerhoff ist soeben erschienen. „Moorzeit“ lautet der Titel dieses Buches, das Kallerhoff wieder mit Texten von Monika Mostert-Rath herausgibt.

Jedes Moor hat sein Gesicht

Moore sind geheimnisvoll, lassen allein durch ihre Namen wie Teufelsmoor, Rotes Wasser und Schwarzes Moor Bilder im Kopf entstehen, die durch überlieferte, gruselige Geschichten noch untermauert werden. Diesem Phänomen gingen die beiden Autorinnen mit Neugier und Begeisterung nach und fanden faszinierende Landschaften aus dauerhaftem Nass – Seen, Waldgebiete und auf den ersten Blick Karges und Bescheidenes. Bei genauem Hinsehen entdeckten sie die Besonderheiten: zarte wurzellose Moose in schwebendem Untergrund, bizarre Skulpturen von abgestorbenen Bäumen und eine Vielzahl von Gräsern, die je nach Jahreszeit üppig im Wind wippten oder in kleinen Hügeln ihrer Vergänglichkeit entgegensahen.

Jedes Moor hat ein eigenes Gesicht. Da sind die ausgedehnten Wälder und die Offenlandschaften der Eifel, die Höhen der Rhön und des Schwarzwaldes, die weiten offenen Flächen in Westfalen und Niedersachsen. Es gibt Hoch-, Nieder, Zwischen- und Quellmoore. Regenmoore, auch Hochmoore genannt, können nur da existieren, wo der Himmel oft genug seine Schleusen öffnet. Niedermoore sind deutlich nährstoffreicher, denn sie haben eine Verbindung zum Grundwasser. So unterscheiden sich die Moore auch durch die unterschiedliche Vegetation.

Wichtiger Speicher für Kohlendioxid

Weniger als drei Prozent der Erdoberfläche sind heute mit Mooren bedeckt, aber sie speichern mehr als 20 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs. Nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) halten Moore doppelt so viel Kohlendioxid wie alle Wälder zusammengenommen. Die heute noch lebenden Moore binden jährlich 200 000 Tonnen Kohlendioxid.

Birgit Kallerhoff hat das Buch Moorzeit mit herausgegeben.

Birgit Kallerhoff hat das Buch Moorzeit mit herausgegeben. Foto: Birgit Kallerhoff

Darüber hinaus werden Begegnungen mit Menschen erzählt, die an Mooren leben oder in ihnen arbeiten und die mit voller Energie für den Erhalt dieser Natur kämpfen. Sie kommen zu Wort und schildern ihre Aufgaben und Wünsche.

Angesprochen mit dem Buch werden laut Pressebericht Menschen, die die Freude daran haben, in jeder Jahreszeit die Natur zu erleben. Gerade in diesen Zeiten, wo Reiseziele in der Nähe immer beliebter werden, zeige der Bildband reizvolle Möglichkeiten auf, achtsam seine Freizeit zu verbringen und Neues zu entdecken. Moore gibt es in fast allen Teilen Deutschlands – und jedes ist einen Besuch wert, heißt es abschließend.

 

ISBN 978-3-00-065995-9, Hardcover, 160 Seiten, 26 Euro

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