Als Familienunternehmen gut gerüstet
Reparaturen lasten den Betrieb aus

Senden -

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind im Handwerk nicht sehr stark zu spüren. Das Familienunternehmen Klostermann kann mit schlanken Strukturen ohnehin flexibel reagieren.

Montag, 02.11.2020, 06:31 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 06:40 Uhr
Betrieb mit schlanken Strukturen: Markus Klostermann und sein Sohn Philipp Klostermann sind gefragte Fachleute, wenn es um Heizung und Sanitär geht.
Betrieb mit schlanken Strukturen: Markus Klostermann und sein Sohn Philipp Klostermann sind gefragte Fachleute, wenn es um Heizung und Sanitär geht.

Die Pandemie als bloße Phase – dieser Illusion geben sich Unternehmen und Betriebe längst nicht mehr hin, sondern richten ihre Firmen auf einen Alltag mit dem Virus aus. Dessen Auswirkungen treffen auch Handel und Handwerk. Markus Klostermann , Chef des gleichnamigen Heizungs- und Sanitärbetriebs, bestätigt, dass „Corona etwas zu spüren war“, so der Handwerksmeister gegenüber den WN . Einzelne Kunden hätten am Anfang der Pandemie ihren Auftrag aus Angst vor der grassierenden Erkrankung auf später verschoben.

Der normale Stand ist wieder erreicht.

Markus Klostermann, betont, dass sich anstehende Reparaturen nicht verschieben lassen

Inzwischen, so Klostermanns Zwischenbilanz, sei „der normale Stand wieder erreicht“. Denn wenn sich auch Modernisierungen wie das Aufhübschen des Bades in die Zeit setzen lassen, bei der Funktion von Heizung, Wasser und Toilette gebe es wenig Spielraum. Und beim Familienunternehmen Klostermann, dessen Leitung Philipp Klostermann nach und nach übernimmt, sind es wohl überdies auch die schlanken Strukturen, die eine Reaktion auf die Krise erleichtern.

Familienbetrieb bietet Familienanschluss

Neben Vater Markus (62) und Filius Philipp (27 und ebenfalls Installations- und Heizungsbaumeister) gehört nur noch Azubi Stefan Fritsch, der schon auf seine Gesellenprüfung zusteuert, zum Team. Im Familienunternehmen, das gerade den 70. Geburtstag feiert, wurde er auch quasi mit in die Familie aufgenommen, schmunzelt Markus Klostermann, der hofft, ab dem kommenden August wieder einen Lehrling für einen spannenden und abwechslungsreichen Beruf fit machen zu dürfen. Von Photovoltaik und Erdwärme bis Smarthome reichen die neuen Themen einer Branche, die sich wandelt.

Familie und Betrieb, Arbeitsstätte und Wohnstätte sowie ebenfalls Arbeitszeit und Freizeit – diese Bereiche gehen in dieser Firma in einander über. Termine über die Kernarbeitszeit hinaus sind die Regel, nicht selten rufen Kunden an, aus deren Sicht ein promptes Ausrücken erforderlich ist. Diesen „Alarmierungen“ begegnet Markus Klostermann mit ruhiger Konzentration, einem Oktavheft für seine handschriftliche To-do-Liste und kurzen Ferndiagnosen, die das Problem meist exakt eingrenzen. Zugute kommt dem Familienunternehmen dabei, dass es viele Kunden seit Jahren kennt. Und ihre Heizungen sowie den Platz, an dem der Schlüssel liegt, falls die Hausherren nicht da sind.

Hersteller setzen vermehrt auf Online-Schulungen

Während sich an dieser Arbeitsweise nichts geändert hat, so wandelte sich in Corona-Zeiten doch das Verhältnis zu den Geräteherstellern. Sie stellten Fortbildungen und Schulungen, die regelmäßig anstehen, auf Seminare im Internet um.

Wie lange Corona noch anhält, ist ungewiss. Bedrohliche Szenarien für die Betriebe in Senden dürften sich kaum entwickeln. Die Furcht Pandemie-bedingt in die Insolvenz zu schlittern, hegen auch bundesweit nur drei Prozent der Firmen, ergab eine Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), die allerdings im August und damit vor den Maßnahmen gegen die zweite Welle durchgeführt wurde.

In Senden, heißt es, seien die Betriebe gut ausgelastet, weil das Verhältnis ihrer Anzahl zur Größe der Gemeinde passe. Also genug Arbeit trotz einer Krise, deren Dauer völlig offen ist.

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