Pflege-Wohngemeinschaften
Ausschreibung findet Echo bei Investoren und Betreibern

Senden -

Alternative Wohnformen bereichern die Optionen für den Lebensabend direkt am Wohnort. Die Pflege-Wohngemeinschaften, die im Herzen von Ottmarsbocholt geplant sind, rücken ein Stück weit näher, denn mögliche Bewerber haben bei der Gemeinde ihre Konzepte eingereicht.

Sonntag, 22.11.2020, 10:06 Uhr aktualisiert: 22.11.2020, 10:10 Uhr
Auf diesem Grundstück, das sich im Besitz der Gemeinde befindet, sollen Pflege-Wohngemeinschaften und ein ergänzendes Angebot entstehen.
Auf diesem Grundstück, das sich im Besitz der Gemeinde befindet, sollen Pflege-Wohngemeinschaften und ein ergänzendes Angebot entstehen. Foto: Siegmar Syffus

Auf einem kommunalen Grundstück in Ottmarsbocholt möchte die Gemeinde Senden sogenannte anbieterverantwortete Pflege-Wohngemeinschaften bauen lassen. Diese sollen von einem Architekten geplant, von einem Investor finanziert und durch einen Betreiber langfristig betreut werden. Im Juni startete das Auswahlverfahren, in dem sich Architekten, Investoren und Betreiber als Gemeinschaft um das Projekt bewerben konnten.

Kerstin Ueding aus dem Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt, betreut das Verfahren seitens der Gemeindeverwaltung. Sie bestätigt in einer Pressemitteilung der Gemeinde, dass fristgerecht bis Ende Oktober Konzepte eingereicht worden sind, die sich nun in der Vorprüfung befinden. „Eine genaue Zeitplanung ist derzeit etwas schwierig. Aufgrund der Corona-Vorschriften wird jede Veranstaltung und damit auch die Sitzungen der politischen Gremien auf den Prüfstand gestellt. Im Moment gehen wir davon aus, dass Mitte Dezember aus den eingereichten Vorschlägen eine Auswahl getroffen wird. Die politischen Gremien werden in der Folge über die Empfehlung der Experten beraten und letztlich entscheiden, welche Gemeinschaft das Projekt umsetzen darf“, erläutert Ueding die Schritte.

Wohnen und ergänzende Angebote

Das rund 1800 Quadratmeter große Grundstück liegt an der Ecke Kirchstraße 10/Davertweg. Zwischen zwölf und 24 Menschen sollen dort später ein zu Hause finden. Außerdem soll auf der Fläche ein ergänzendes Angebot mitgeplant werden, etwa seniorengerechte Wohnungen, ein Café oder eine Tagespflegeeinrichtung.

Die Pflege-Wohngemeinschaften sollen im Vergleich zu großen Altenwohnheimen eine weitgehend „normale“ Wohnsituation ermöglichen. Pflegebedürftige Menschen wohnen zusammen, bleiben aber so selbstständig wie es individuell möglich ist. Der Betreiber vergibt die Zimmer an die Bewohner und stellt das erforderliche Pflegepersonal. Darüber hinaus gibt es gemeinschaftlich genutzte Räume wie zum Beispiel Küche und Wohnzimmer. Anders als in selbstverantworteten Wohngemeinschaften unterliegen diese einer Heimaufsicht und sind an Qualitätsstandards gebunden. In den Wohngemeinschaften sollten später Menschen bis zum Pflegegrad 5 betreut werden können.

Täger erkennt „wirkliche Bereicherung“

Bürgermeister Sebastian Täger sieht einen großen Mehrwert der Pflege-Wohngemeinschaften: „Diese alternative Unterkunftsform für pflegebedürftige Menschen ist eine wirkliche Bereicherung.“ Denn sie könnten auch in kleinen Einheiten wirtschaftlich betrieben werden. Damit werde es möglich, sie auch in den kleineren Ortsteilen aufzubauen. Jemand, der sich in Ottmarsbocholt verwurzelt fühlt, muss nicht im Alter nach Senden ziehen, wenn wir dort so ein Angebot schaffen. „Das soziale Umfeld auf diese Weise erhalten zu können, ist ein richtig großer Pluspunkt“, so Täger.

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