Corona-Ausbruch bei Lebenshilfe Senden
Vom Wohnheim ins Hofhotel

Senden -

Das Corona-Virus hat das Wohnheim der Lebenshilfe Senden erreicht. Um sich bei der Eindämmung in der stationären Einrichtung Luft zu verschaffen, werden neue Wege beschritten.

Mittwoch, 25.11.2020, 17:42 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 12:38 Uhr
Vom Wohnheim der Lebenshilfe an der Steverstraße in Senden zogen elf Bewohnerinnen und Bewohner ins Hofhotel Grothues-Potthoff um.
Vom Wohnheim der Lebenshilfe an der Steverstraße in Senden zogen elf Bewohnerinnen und Bewohner ins Hofhotel Grothues-Potthoff um. Foto: di

Das Corona-Virus hat das Wohnheim der Lebenshilfe Senden erreicht. Was schnelle und ungewöhnliche Maßnahmen erforderlich machte. Wozu gehört, dass elf Bewohner der Einrichtung an der Steverstraße übergangsweise ins Hofhotel Grothues-Potthoff gezogen sind. „Die haben sofort gesagt, wir machen das“, schildert Ina Freifrau Droste zu Senden , Geschäftsführerin der Lebenshilfe Senden e.V., die Reaktion bei dem örtlichen Hotelbetrieb.

Mit der so ermöglichten Unterbringung von knapp der Hälfte der Menschen mit Handicap, die in dem Wohnheim leben, verschaffe sich die Lebenshilfe Luft, um den Corona-Ausbruch wirkungsvoll einzudämmen, führt Droste zu Senden auf WN-Anfrage weiter aus. Es sei eine Quarantäne-Station eingerichtet worden, die auch baulich vom sonstigen Wohnheimbetrieb getrennt werden konnte; bei drei Bewohnern und zwei Beschäftigten der Einrichtung in den Steverwiesen wurde jetzt eine Covid19- Infektion bestätigt. Bei zwei weiteren Bewohnern wurde im Schnelltest ein positives Ergebnis gezeigt (Stand: 24. November). Nach Angaben der Lebenshilfe trat der erste Verdacht in der vergangenen Woche auf.

Die finden das spannend.

Ina Freifrau Droste zu Senden über die Reaktion der ins Hotel ausquartierten Wohnheim-Bewohner

Die Lebenshilfe war durch ein, beim Gesundheitsamt eingereichtes Testkonzept auf das drohende Szenario eingerichtet: Nur ein Bewohner zeigte Symptome, die anderen Fälle seien entdeckt worden, weil sich das Team der Lebenshilfe bereits hatte schulen lassen, selbst Schnelltests durchzuführen.

Im Hofhotel Grothues-Potthoff nutzen die Bewohner der Lebenshilfe einen abgetrennten Bereich.

Im Hofhotel Grothues-Potthoff nutzen die Bewohner der Lebenshilfe einen abgetrennten Bereich. Foto: di

Die elf ausquartierten Bewohner der stationären Einrichtung – die Wohngruppen sind nicht betroffen – werden zwar aus ihrem gewohnten Umfeld heraus gerissen. Aber: Die neue Situation „finden sie spannend“, lautet ein erstes Fazit der Lebenshilfe-Geschäftsführerin. Dass die Unterbringung in einem separaten Bereich des Hofhotels geeignet ist, davon habe sich am Mittwoch auch das Coesfelder Gesundheitsamt vor Ort überzeugt, ergänzt Droste zu Senden.

Unterstützung ohne zeitlichen Vorlauf

Die Lebenshilfe e.V. habe angesichts der herausfordernden Lage nach Unterbringungsmöglichkeiten gesucht. Im ersten Brainstorming sei beispielsweise auch an Jugendherbergen gedacht worden – dort sei aber, anders als bei Grothues-Potthoff, ein zu langer zeitlicher Vorlauf nötig gewesen. Nun nutzen also die Bewohner des Lebenshilfe-Wohnheims, die vom gewohnten Personal betreut werden, einen eigenen Abschnitt mit Zimmern und verbringen den Tag beispielsweise mit Puzzles und Malen in einem der Tagungsräume und bekommen dort auch das Essen aus der Hotelküche serviert, während das Wohnheim von den Alexianern mit Essen beliefert wird.

„Wir machen das gerne“, bestätigt Marcel Tekaat von der Leitung des Hofhotels. Das übrigens weiterhin die nicht-touristischen Gäste beherbergt. Die Bewohner der Lebenshilfe zahlen nicht die Sätze der Geschäftsreisenden. „Bei den Tarifen kommt uns das Hotel sehr entgegen“, weiß die Geschäftsführerin der Lebenshilfe zu schätzen.

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