Kein Hybridunterricht in Senden in Sicht, aber:
Digitalisierung immer ein Thema

Senden -

Ulrike Machers, Leiterin der Geschwister-Scholl-Schule in Senden, erwartet, dass es beim Präsenzunterricht bis zu den Weihnachtsferien bleibt. Dennoch ist die Digitalisierung eine zentrale Aufgabe – für die ihre Schule und Senden allgemein gut gerüstet scheint.

Freitag, 27.11.2020, 14:18 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 12:36 Uhr
Ulrike Machers, Leiterin der Geschwister-Scholl-Schule, in einem der Computerräume der Schule, der gerade mit neuen Rechnern ausgestattet worden ist.
Ulrike Machers, Leiterin der Geschwister-Scholl-Schule, in einem der Computerräume der Schule, der gerade mit neuen Rechnern ausgestattet worden ist. Foto: di

Die Weihnachtsferien rücken näher. Ulrike Machers , Leiterin der Geschwister-Scholl-Schule, geht davon aus, dass es bis zum 19. Dezember beim Präsenzunterricht bleibt. Das Infektionsgeschehen im Kreis Coesfeld müsse ernst genommen werden, der Inzidenzwert liege aber deutlich unter der Schwelle von 200, ab der der so genannte Hybridunterricht eingeführt werden soll. Dem Lernen in der Schule gibt Machers den Vorzug: „Die Kinder sind hier gut aufgehoben.“

Die Kinder sind hier gut aufgehoben.

Ulrike Machers, Leiterin der Geschwister-Scholl-Schule

Ganz unabhängig von der Frage, ob es wieder zu Homeschooling oder zu aufgeteilten Klassen kommen sollte – das Thema Digitalisierung steht für Machers und ihre Schulleiter-Kollegen weit oben auf der Agenda. Für die Geschwister-Scholl-Schule sieht die Rektorin „positive Perspektiven“. Wichtig ist für Machers, dass die technische Ausstattung und das pädagogische Konzept in Einklang gebracht werden. Die Bereitschaft ihres Kollegiums, sich mit digitalen Unterrichtselementen zu beschäftigen sei hoch, unterstreicht die Schulleiterin. Erfahrungen aus dem ersten Lockdown und aus dem Schulalltag hat die Realschule bereits gesammelt.

PC und Beamer in jedem Klassenraum

Sie verfügt beispielsweise in jedem Klassenraum über einen PC, eine Dokumentenkamera und einen Beamer sowie eine Projektionsfläche – eine Grundausstattung, die fest installiert ist. Einer der beiden Computerräume hat gerade erst nach den Sommerferien neue Rechner erhalten. Zwei Klassensätze mit ipads (16 Geräte, die sich je zwei Schüler teilen) soll die Geschwister-Scholl-Schule bis zum 8. Dezember erhalten. Sie sollen mit der i-Serv-Oberfläche eintrudeln, womit die Konfigurierung nicht abgeschlossen sei, wie Machers betont. Bevor die Hardware im Unterricht eingesetzt wird, kommen noch weitere Apps hinzu, die die jeweiligen Fachschaften als sinnvoll erachten. Eine für Schule und Schulträger arbeitsintensive Phase, denn nicht alle Anwendungen sind gratis, so dass es zu Abstimmungsbedarf kommen dürfte. Die flächendeckende Ausstattung der Lehrer aller weiterführender Schulen mit ipads steht ebenfalls noch aus – die Geräte sind bestellt, doch der Hersteller kann noch gar nicht liefern. Gleiches gilt für die Hardware, die Familien erhalten, die Unterstützungsbedarf bekundet haben.

Daniel Mört und sein Kollege Fabian Lückner von der IT-Abteilung der Gemeinde Senden können mit i-Serv auf etliche Endgeräte in den Schulen zugreifen.

Daniel Mört und sein Kollege Fabian Lückner von der IT-Abteilung der Gemeinde Senden können mit i-Serv auf etliche Endgeräte in den Schulen zugreifen. Foto: di

Gut gerüstet für Unterricht 2.0

Die Infrastruktur einer Glasfaser-Kommune kommt in Senden auch den Schulen zugute. Sie verfügen alle über einen synchronen 1000 mbit/s-Anschluss. Ein Schul-WLAN, das jeweils fast alle Räume versorgt, wurde in den weiterführenden Schulen installiert, in den Grundschulen wird dieses Projekt derzeit Zug um Zug umgesetzt. Der Medienentwicklungsplan der Gemeinde umfasst ein Budget von 1,6 Millionen Euro für 2020 bis 2022.Was die Konfigurierung, Wartung und Nutzung der Endgeräte angeht, haben sich die Schulleitungen einstimmig auf i-Serv als pädagogische Oberfläche geeinigt. Ihre Funktionen reichen von Cloud, Mail und Videokonferenzen bis zu Apps für Fächer/Themen. Damit ist eine gute Grundlage für Homeschooling gelegt, teilt Bürgermeister Sebastian Täger die Einschätzung der Schulleitungen. Die IT-Abteilung der Gemeinde hat bereits 435 ipads konfiguriert, die schon bei den Schulen im Einsatz sind. Weitere 479 Geräte sind bereits bestellt und müssen noch eingerichtet werden.

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Ein neues Lern-Zeitalter kommt also näher, aber nicht immer im Turbo-Tempo. Und das obwohl die Gemeinde Senden auf Anfrage beteuert, dass die Digitalisierung der Schulen vor anderen kommunalen IT-Projekten „Priorität genießt“, so Niklas Esser, Wirtschaftsförderer und Digitalisierungsbeauftragter der Gemeinde.

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