Ideensammeln für Mobilstationen
Schöner Warten im Container

Senden -

Wie sieht eine moderne Mobilstation aus – dieser Frage ging ein Workshop in Senden nach. Unter den Ideen finden sich auch ungewöhnliche „Baustoffe“.

Montag, 30.11.2020, 06:06 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 12:38 Uhr
Im Workshop wurden Möglichkeiten diskutiert, die Haltenstellen-Situation zu verbessern. Josef Himmelmann, Projektleiter des Bürgerlabors Mobilität, tauschte sich mit Markus Goldmann (l.) und Ivan Mallinowski (r.) über den Einsatz von Containern für Mobilstationen aus.
Im Workshop wurden Möglichkeiten diskutiert, die Haltenstellen-Situation zu verbessern. Josef Himmelmann, Projektleiter des Bürgerlabors Mobilität, tauschte sich mit Markus Goldmann (l.) und Ivan Mallinowski (r.) über den Einsatz von Containern für Mobilstationen aus. Foto: Kreis Coesfeld

Alte Seefrachtcontainer könnten in Zukunft in Senden an ausgewählten ÖPNV-Haltestellen für mehr Wartekomfort und Sicherheit sorgen. Im Rahmen des Projekts Bürgerlabor Mobiles Münsterland (BüLaMo) des Kreises Coesfeld werden – wie berichtet – öffentliche Alternativen zum Auto erprobt, ein zentrales Element dabei ist der Express-Bus X 90 sowie eine innerörtliche Logistik unter anderem mit E-Taxis im Londoner Stil. Neben dem Anbieten innovativer Mobilitätsangebote gehört auch eine komfortable Ausgestaltung von ÖPNV-Haltestellen zu dem Projekt.

So ist der Punkt Innovative Mobilstationen ein zentrales Element des BüLaMo. Die Idee besteht darin, die Nutzung der ebenso im Rahmen des BüLaMo eingeführten Linie X 90 weiter aufzuwerten, indem die mögliche Wartezeit an Haltestellen komfortabel, sicher und auf die Nutzerbedürfnisse abgestimmt verbracht werden kann.

Zu diesem Anlass wurde jetzt unter Einhaltung der bestehenden Corona-Regeln ein Workshop im Rathaus Senden – mit teilweiser digitaler Zuschalte – durchgeführt, zu dem sich neben den BüLaMo-Projektpartnern auch weitere interessierte Kommunen und Nahverkehrsverbände sowie das Zukunftsnetz Mobilität NRW angemeldet hatten, wie die Pressestelle des Kreises berichtet.

Container können in Modulbauweise auch für Wohnen oder eine Mobilstation verwendet werden.

Container können in Modulbauweise auch für Wohnen oder eine Mobilstation verwendet werden. Foto: Containerwerk

Zu Gast in Senden war das Start-up-Unternehmen „containerwerk“ aus Wassenberg, das sich auf das Upcycling von alten Seefrachtcontainern spezialisiert hat und auch für die Ausgestaltung der geplanten Mobilstationen in Senden in Frage kommt. „Seefrachtcontainer haben ihrer Ursprungsidee nach eine robuste Bauweise und bieten darüber hinaus den Vorteil, dass die einzelnen Module verschieden ausgestaltet und flexibel miteinander kombiniert werden können, sodass attraktive Wohn- beziehungsweise Aufenthaltsorte entstehen können“, zeigte sich Kreisdirektor Dr. Linus Tepe sehr angetan von der Präsentation. Zudem sind die Container Fertigmodule, sodass sie ohne erforderliche Baumaßnahmen vor Ort schnell auf- und ebenso schnell wieder abgebaut werden können.

Modulbauweise erhöht Flexibilität

So könnte die Mobilstation nach und nach ohne großen Mehraufwand an die tatsächlichen Bedarfe vor Ort angepasst werden. Würde sich im Laufe der Zeit beispielsweise herausstellen, dass zu wenige sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an der Mobilstation eingeplant wurden, so könnte flexibel ein weiteres Baumodul ergänzt werden. Auch ist es denkbar, die Mobilstation um Dienstleistungen wie um ein Café oder Kiosk zu erweitern, sofern dieses den Bedarfen vor Ort entspricht.

Seit August 2020 im Einsatz: Offizieller Start des X 90 in Senden.

Seit August 2020 im Einsatz: Offizieller Start des X 90 in Senden. Foto: di

„Aufgrund der Flexibilität dieser modularen Bauweise ist diese Art der Mobilstation für das BüLaMo sehr interessant, da es den Kommunen die Zusammenstellung ihrer individuellen Mobilstation – wie bei einem Baukastensystem – deutlich erleichtern würde“, erläutert Projektleiter Josef Himmelmann und verbindet damit die Idee, dieses Baukastensystem nach der Erprobung in Senden auch für viele andere an Mobilstationen interessierten Kommunen zugänglich zu machen.

Begleitet werden soll das BüLaMo und damit auch die Entwicklung der Mobilstation in den kommenden Monaten durch eine intensive Bürgerbeteiligung. Ermöglicht wird das Projekt durch Förderungen seitens des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Ministeriums für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen sowie des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe.

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