Gemeinde fördert private PV-Anlagen und erweitert Photovoltaik am JHG
Grünes Licht für Solarstrom

Senden -

Die Gemeinde Senden möchte die Stromerzeugung aus alternativen Energiequellen voranbringen. Daher hat der Umweltausschuss auf Antrag der UWG ein Förderprogramm für private Photovoltaikanlagen beschlossen. Ebenso folgten die Politiker einem Vorschlag der Verwaltung zum Ausbau der Solaranlage auf dem Dach des Joseph-Haydn-Gymnasiums.

Mittwoch, 02.12.2020, 18:00 Uhr
Ende 2018 wurde auf dem Dach des JHG eine PV-Anlage installiert. Seit August 2019 ist sie mit einer Leistung von 63,4 kWp in Betrieb. Die Anlage darf nur dann auf über 135 kWp erweitert werden, wenn vorab ein Gutachten erstellt wird.
Ende 2018 wurde auf dem Dach des JHG eine PV-Anlage installiert. Seit August 2019 ist sie mit einer Leistung von 63,4 kWp in Betrieb. Die Anlage darf nur dann auf über 135 kWp erweitert werden, wenn vorab ein Gutachten erstellt wird. Foto: Siegmar Syffus

Bis Ende 2025 soll in Senden so viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werden, wie vor Ort verbraucht wird. Dieses Ziel hat der Gemeinderat 2019 im Rahmen seiner Klimaschutzresolution klar formuliert. „Da wir mit Windkraftanlagen bisher nicht weiterkommen, sollten wir die Photovoltaikanlagen voranbringen“, begründete Andreas Krüskemper (UWG) am Dienstagabend im Umweltausschuss einen Antrag seiner Fraktion zur Förderung privater PV-Anlagen. Diesem Vorschlag schloss sich das Gremium nach kurzer Diskussion einstimmig an. Darüber hinaus beschloss der Ausschuss – auf Vorschlag der Verwaltung – den Ausbau der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Joseph-Haydn-Gymnasiums.

„Es ist positiv, dass wir Dynamik in den privaten Raum bringen“, unterstützte Prof. Martin Lühder ( CDU ) den UWG-Antrag und schlug vor, auch die Nachrüstung bestehender Anlagen mit (Batterie-)Speichern zu fördern. Es seien 2020 zwar 54 neue PV-Anlagen im Ort errichtet worden, berichtete Rolf Wiederkehr ( Grüne ). Der mit 50 000 Euro gefüllte Fördertopf der Gemeinde sei jedoch nicht ausgeschöpft worden und sollte daher für 2021 auf 60 000 Euro aufgestockt werden. Bürgermeister Sebastian Täger schlug vor abzuwarten, „wie sich der Bedarf entwickelt“.

Einstimmig wurde beschlossen, jede neue PV-Anlage mit 100 Euro pro installiertem kWp (Kilowatt-Peak) zu fördern (maximal 500 Euro). Zusätzlich wird jeder (Batterie-)Speicher mit 100 Euro pro Kilowatt gefördert (höchstens 500 Euro) – das gilt auch für Speicher, die jetzt nachträglich an bereits bestehenden PV-Anlagen installiert werden.

Grundsätzlich einig waren sich die Kommunalpolitiker auch darin, die PV-Anlage auf dem Gymnasium zu erweitern. Die Meinungen gingen allerdings darüber auseinander, ob eine „große Lösung“ oder oder eher eine kleinere mit Nachrüstmöglichkeit verwirklicht werden soll. Denn ab einer Anschlussleistung von 135 kWp aller Erzeugungsanlagen vor Ort muss von einem Gutachter ein Anlagenzertifikat erstellt werden. Die Krux: Eine große PV-Anlage bringt die Stromerzeugung der Gemeinde zwar dichter an das Klimaschutzziel, sie könnte eventuell aber weniger wirtschaftlich sein, als eine kleinere Anlage, die sofort genehmigungsfähig wäre. Denn in den Monaten, in denen die Gemeinde auf das benötigte Gutachten wartet, sinkt der EEG-Vergütungssatz deutlich. Darauf machte Bernd Aundrup (CDU) aufmerksam, der sich für die kleinere Variante mit Nachrüstmöglichkeit aussprach. Sein Fraktionskollege Roland Wieging, Rolf Wiederkehr (Grüne) und Ludger Janning (SPD) plädierten mit Blick auf die angestrebten Klimaschutzziele für den Bau einer möglichst großen Anlage auf dem JHG-Dach. Schließlich wurde die Verwaltung beauftragt, umgehend eine Wirtschaftlichkeitsprüfung durchzuführen. Es soll berechnet werden, welche der beiden Lösungen am sinnvollsten ist.

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