Firmvorbereitung geht ungewöhnliche Wege
Klamotten, Kirche und Co.

Senden -

Bei der Firmung sind die 14- bis 15-Jährigen selbst gefragt zu entscheiden, ob sie ihr Bekenntnis zu Glauben und Kirche erneuern. Mehr als die Hälfte der katholischen Jugendlichen tut dies. Wegen Corona sieht der Weg der Vorbereitung aber anders aus als sonst.

Donnerstag, 10.12.2020, 10:38 Uhr aktualisiert: 11.12.2020, 15:30 Uhr
Angebote im Netz statt Gruppentreffen: Monika Wellermann (l.) und Rosalia Rodrigues sind im Pastoralteam von St. Laurentius mit einem Team von Firmkatecheten für die Firmvorbereitung zuständig.
Angebote im Netz statt Gruppentreffen: Monika Wellermann (l.) und Rosalia Rodrigues sind im Pastoralteam von St. Laurentius mit einem Team von Firmkatecheten für die Firmvorbereitung zuständig. Foto: di

Die Kommunion gehört einfach dazu, ist fester Bestandteil der christlichen Sozialisation und des Familienlebens im Münsterland. Ganz anders die Firmung. Sie erneuert, bekräftigt das Glaubensbekenntnis. Baut dabei aber auf größere Freiwilligkeit und Selbstständigkeit. Der Dreisatz der kirchlichen Bindungskräfte in Senden lautet: Von 140 katholischen Jugendlichen im betreffenden Alter sind 81 der Einladung der Pfarrgemeinde St. Laurentius zur Firmung gefolgt. Eine Quote von knapp 58 Prozent.

Dass damit also mehr als jeder zweite Jugendliche der Kirche aktiv die Treue hält, sich auf die Spende des Sakramentes vorbereitet, das als Fortführung der Taufe gilt, ist ein „wirklich gutes Ergebnis“, werten Pastoralassistentin Monika Wellermann und Pastoralreferentin Rosalia Rodrigues diese Quote. Die seit Jahren konstant in diesem Bereich liege. Den Wert innerhalb des Bistums einzuordnen, ist nicht ohne Weiteres möglich, ergab eine Anfrage.

Was sich im Jahr 2020 komplett wandelt, ist nicht das Echo auf die Firmvorbereitung, sondern ihre praktische Durchführung.

Nach dem Auftaktgottesdienst war schon Schluss

Die 14- bis 15-Jährigen, die im Februar begannen, sich auf den Weg zu machen, sollten im November, statt wie sonst im Juni, das Firmsakrament erhalten. Doch außer einem Auftaktgottesdienst und das Aufteilen in Gruppen, deren Mitglieder untereinander netzwerken, ist nichts weiter geschehen, bedauern Wellermann und Rodrigues, die in der St.-Laurentius-Gemeinde für die Firmvorbereitung zuständig sind – bei der sie von einem engagierten Katechetenteam unterstützt werden.

Deine Entscheidung zählt.

Appell auf der Homepage an die Jugendlichen

Das jähe Aus für die Planungen schmerzte Rodrigues auch ganz persönlich. Sie habe „bis zuletzt gekämpft“, dass die anberaumte, inzwischen vierte Fahrt nach Taizé – bei der ehemalige Firmlinge jetzt als Teamer mitkommen wollten – weiterhin stattfinden sollte. Aber sie befand sich auf verlorenem Posten. Dass die Pandemie so tief und so lange in die Vorbereitungsphase hineinspielen würde, hatten Wellermann und Rodrigues nicht erwartet. Ihre Antwort ist zeitgemäß und altersgemäß – die Firmvorbereitung wandert vorerst ins Netz. Eine Seite, bei deren Aufbau die Vertreter des Pastoralteams auf ein Konzept des einstigen Kollegen Johannes Lohre zurückgegriffen haben, begleitet die Jugendlichen. Sie werden gleich am Anfang auf prägnante Art an die Frage Warum Firmung? herangeführt. Auf der Homepage heißt es: „Als Kind haben deine Eltern für dich entschieden: Was du anziehst, mit wem du dich wann treffen darfst, dass du getauft wurdest. Heute ist nicht alles anders, aber vieles. Du bist selbst gefragt. Nicht nur bei den Klamotten, sondern auch in der Kirche.“

Coole Kommunikation mit den Firmanden

Eine coole Kommunikation, die die Firmanden mitnimmt, zum Austausch einlädt und einen Fahrplan bis zur Spende des Sakraments absteckt. Was am 11. Juni 2021 in Ottmarsbocholt sowie am 20. Juni in Senden und Bösensell gefeiert werden soll.

Bis dahin sollen die angehenden Firmlinge aber nicht nur virtuell versorgt werden. Vielmehr planen Rodrigues und Wellermann ab Mitte Mai auch Begegnung und Action. So beispielsweise bei den Workshops, die vom Tagespilgern (statt mit Übernachtung) über Klettern im Hochseilgarten bis zum gemeinsamen Musik machen oder Kochen reichen. Auch Jugendgottesdienste stehen auf dem Programm. Auch dabei gilt, dass die junge Zielgruppe genau in den Blick genommen wird. „Ich hoffe, dass wir die Gottesdienste rocken“, sagt Rosalia Rodrigues.

 

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