Bürgerbusverein nimmt neues Fahrzeug in Betrieb
Modernste Technik zum Nulltarif

Senden -

Der Bürgerbusverein hat nach 14-monatiger Übergangszeit mit einem Ersatzfahrzeug endlich einen funkelnagelneuen, eigenen Mercedes Sprinter in Betrieb genommen: Die rund 78 000 Euro Anschaffungskosten belasten den Verein nicht. Denn die Versicherung ersetzt den kompletten Neupreis des im September 2019 verunglückten Busses.

Montag, 14.12.2020, 14:45 Uhr aktualisiert: 15.12.2020, 10:06 Uhr
Schickten den neuen Bürgerbus gemeinsam auf Jungfern fahrt (v.l.): die Vertreter der Werbepartner Reiner Tenhholt (Sparkasse), Eckart Capitain (Gelsenwasser AG), Franziska Falke (LVM Falke GmbH) sowie Fahrdienstleiter Reinhard Stach, Klaus Dallmeyer (Vorsitzender
Schickten den neuen Bürgerbus gemeinsam auf Jungfern fahrt (v.l.): die Vertreter der Werbepartner Reiner Tenhholt (Sparkasse), Eckart Capitain (Gelsenwasser AG), Franziska Falke (LVM Falke GmbH) sowie Fahrdienstleiter Reinhard Stach, Klaus Dallmeyer (Vorsitzender des Bürgerbusvereins) und Bürgermeister Sebastian Täger. Foto: Siegmar Syffus

Was lange währt, wird endlich gut: Nach dem unfallbedingten Totalschaden vor 14 Monaten hat der Bürgerbusverein am Montag (14. Dezember) endlich sein funkelnagelneues Fahrzeug in Betrieb genommen. „Das ist ein tolles Gefühl. Man hat viel mehr Fahrkomfort und Sicherheit“, freute sich Wolfgang Peters am Steuer des Mercedes Sprinter. Der 66-jährige Ehrenamtliche hatte die Ehre, die Jungfernfahrt des neuen Busses übernehmen zu dürfen.

Grund zur Freude hatten auch Klaus Dallmeyer : „Das neue Fahrzeug kostet rund 78 000 Euro. Dank der Flottenversicherung der RVM wird der komplette Neupreis unseres verunfallten Busses ersetzt, so dass dem Bürgerbusverein kein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist.“ Mehr noch: Der Sprinter verfügt über die neuste Technik und biete sowohl Fahrern als auch Fahrgästen mehr Annehmlichkeiten, berichtete Bürgerbus-Fahrdienstleiter Reinhard Stach. So ist der Einstieg deutlich bequemer geworden: An Haltestellen im Außenbereich, an denen kein Bordstein vorhanden ist, kann zum Beispiel die erste Einstiegsstufe automatisch gesenkt werden. Und nach außen hin zeigt ein großes Display das jeweilige Fahrtziel des Busses an. Im Innenraum befindet sich ein Flachbildschirm mit Informationen für die Fahrgäste.

Die Inbetriebnahme habe sich coronabedingt und aufgrund eines erforderlichen Karosserieneubaus verzögert, berichtete Klaus Dallmeyer. Mit einem Ersatzbus hatte der Bürgerbusverein zwischenzeitlich den Fahrbetrieb aufrechterhalten.

Lockdown bremst Bürgerbus aus

Die Freude über das neue Fahrzeug währt vorerst nur kurz. Denn wegen des bundesweiten Lockdown stellt der Bürgerbus Senden ab Freitag (18. Dezember) seinen Fahrbetrieb ein. Das Infektionsrisiko für das ehrenamtliche Fahrerteam sowie die Fahrgäste soll reduziert werden. Die letzte Fahrt startet um 18.58 Uhr ab Busbahnhof Senden. Die Maßnahme erfolge in Abstimmung mit der Gemeinde Senden und der RVM, berichtet Klaus Dallmeyer. Die Einstellung des Fahrbetriebes gelte mindestens bis zum 10. Januar. Über die Wiederaufnahme werde der Bürgerbusverein frühzeitig informieren. www.buergerbus-senden.de

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Auch in finanzieller Hinsicht dürfte der neue Bus einer gesicherten Zukunft entgegenfahren: „Mit unseren Werbepartnern, der Gelsenwasser AG, der LVM-Versicherungsagentur Falke GmbH und der Sparkasse Westmünsterland, konnten wir einen Vertrag über fünf Jahre abschließen. Das zeugt von einer großen Verbundenheit mit den Sendener Bürgerinnen und Bürgern“, stellte Klaus Dallmeyer am Montag heraus. Auch viele andere Sponsoren zeigten durch ihre Unterstützung ihre „großartige Solidarität“. Ganz wesentlich sei jedoch das ehrenamtliche Engagement des Fahrerteams.

Das unterstrich auch Sebastian Täger: „Dank des ehrenamtlichen Einsatzes und der hohen Fahrgastzahlen muss die Gemeinde zum Ausgleich der Betriebskosten lediglich einen sehr geringen Anteil leisten“, sagte der Bürgermeister. Für 2019 habe die Kommune nur rund 2000 Euro überweisen müssen. Umgerechnet auf die rund 18 000 Fahrgäste entspricht das einem finanziellen Zuschuss von elf Cent pro Fahrt und Fahrgast.

Pünktlich um 11.21 Uhr verließ am Montag der neue Bus mit zwei Fahrgästen und Wolfgang Peters am Steuer den Busbahnhof in Richtung Bösensell. Klaus Dallmeyer wünschte den Fahrerinnen und Fahrern sowie Fahrgästen: „Allzeit gute und unfallfreie Fahrt.“

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