Vorsitzender des Bürgerbusvereins zieht Bilanz
Schweres Jahr erfolgreich gemeistert

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Seit Ende August 2017 fährt der Sendener Bürgerbus auf der Erfolgsspur. In diesem Jahr streuten die Folgen der Corona-Pandemie allerdings Sand ins Getriebe. Vorsitzender Klaus Dallmeyer berichtet im Interview, wie die Hürden gemeistert wurden.

Freitag, 01.01.2021, 13:42 Uhr
Klaus Dallmeyer ist stolz, dass das Bürgerbus-Team die coronabedingten Hürden des Jahres 2020 gemeistert hat. Er freut sich, dass kurz vor Weihnachten ein funkelnagelneues Fahrzeug in Betrieb genommen werden konnte.
Klaus Dallmeyer ist stolz, dass das Bürgerbus-Team die coronabedingten Hürden des Jahres 2020 gemeistert hat. Er freut sich, dass kurz vor Weihnachten ein funkelnagelneues Fahrzeug in Betrieb genommen werden konnte. Foto: Siegmar Syffus

Seit Ende August 2017 fährt der Sendener Bürgerbus auf der Erfolgsspur. In diesem Jahr streuten die Folgen der Corona-Pandemie allerdings Sand ins Getriebe. WN-Redakteur Siegmar Syffus sprach mit Klaus Dallmeyer , dem Vorsitzenden des Bürgerbusvereins, darüber, wie die Hürden gemeistert wurden.

 

Hand aufs Herz: Wie gut oder schlecht ist es in diesem Jahr beim Bürgerbus gelaufen?

 

Dallmeyer: Bei allen Widrigkeiten im zu Ende gehenden Jahr 2020 sind wir zufrieden. Alle Mitstreiter im Bürgerbusverein waren stark gefordert, war und ist eine Pandemie doch etwas seit mehr als 100 Jahren nicht Dagewesenes. Die Einstellung des Fahrbetriebs im Rahmen des ersten Lockdown war eine weitreichende Entscheidung, die Erarbeitung und Umsetzung eines Hygienekonzepts für unseren Bürgerbusbetrieb etwas komplett Neues. Dazu das Übliche im täglichen Fahrdienst, den wir wegen Aufgabenfülle bei unserem Fahrdienstleiter Reinhard Stach neu organisieren mussten. Das Tagesgeschäft von montags bis freitags von 7 bis 18.30 Uhr betreuen seit diesem Jahr drei Fahrer im Wechsel zusätzlich zu ihrem regulären Fahrdienst. Sie machen einen super Job. Nicht vergessen möchte ich auch unsere Servicekräfte, die wieder unermüdlich den notwendigen Papierkram bewältigt haben.

Und was ist nicht rundgelaufen?

Dallmeyer: Das sind unsere Vereinsveranstaltungen, die wir coronabedingt nicht durchführen konnten. Alle hatten Verständnis dafür. Mit unserem Fahrer-Team haben wir intensiv per Mail kommuniziert, unsere Vorstandssitzungen haben wir überwiegend via Telefonkonferenz abgehalten. Aber, die persönliche Kommunikation kann man dadurch nichts ersetzen.

Enormer Einsatz der Ehrenamtlichen

Coronabedingt gab es Einschränkungen und Hindernisse. Wie haben Fahrer-Team und Fahrgäste darauf reagiert?

Dallmeyer: Unsere Fahrerinnen und Fahrer haben wieder enorme Einsatzbereitschaft gezeigt. Sie haben es uns leicht gemacht, den Fahrbetrieb – abgesehen von den Lockdown-Phasen – auch unter Corona-Bedingungen aufrecht erhalten zu können. Das mag man bei Ehrenamtlichen nicht als selbstverständlich ansehen, belegt für mich aber das große Verantwortungsbewusstsein in unserem Verein. Unsere Fahrgäste waren sehr verständnis- und rücksichtsvoll. So hatten wir auch keine Probleme mit der Akzeptanz unserer Corona-Schutzmaßnahmen für den Bus.

Corona dürfte nicht das einzige Problem gewesen sein. Welche weiteren Hürden mussten sonst noch genommen werden?

 

Dallmeyer: Das große Thema neben Corona war im Jahr 2020 unser neues Fahrzeug. Wegen der langen Lieferfristen für den Ersatz unseres im Herbst 2019 verunfallten Busses hatten wir beschlossen, ein Ersatzfahrzeug zu kaufen. Und was passiert: Der Ersatzbus hatte einen nicht zu reparierenden Motorschaden. So musste nicht nur der Motor ausgetauscht, sondern wir benötigten zudem einen Ersatzbus für unseren Ersatzbus. Die Fahrdienstleitung hatte dadurch eine Menge zusätzliche Arbeit.

Hatten Sie in diesem Jahr genug Ehrenamtliche für das Fahrer-Team?

Corona hat Fahrer aufhören lassen

Dallmeyer: Um es auf den Punkt zu bringen Ja. Zwar haben eine Reihe von Fahrerinnen und Fahrern in eigener Verantwortlichkeit entschieden, unter den Bedingungen der Corona-Pandemie die Fahrertätigkeit ruhen zu lassen. Für die nicht besetzten Touren sind aber bereitwillig andere Fahrerinnen und Fahrer eingesprungen, so dass schließlich alle Touren personell besetzt werden konnten. Und wir haben auch in dem Ausnahmejahr 2020 mehrere neue Fahrer hinzugewonnen.

Corona hatte doch sicher Auswirkungen auf die Fahrgastzahlen?

Dallmeyer: Im Jahr 2019 hatten wir durchschnittlich 1500 Fahrgäste pro Monat. Nach dem ersten Lockdown ist diese Zahl um ein Drittel auf rund 1000 zurückgegangen. Das überrascht nicht, wird doch wegen der Infektionsgefahr der ÖPNV allgemein gemieden. Umso erfreulicher war, dass wir Anfang Dezember am Sendener Busbahnhof unseren 50 000. Fahrgast begrüßen konnten, nur dreieinviertel Jahre nach Aufnahme des Fahrbetriebs. Bei den Fahrgastströmen hat Bösensell erheblich zugelegt, während der Bedarf aus Ottmarsbocholt zurückgegangen ist. Das ist durch Einzelaspekte erklärbar. So haben wohl die Bösenseller Bürgerinnen und Bürger die Einkauf- und Dienstleitungsmöglichkeiten in Senden entdeckt. Insgesamt können wir feststellen, dass der Bürgerbus einiges an Kaufkraft in den Sendener Ortskern bringt.

Nach diesem durch Corona getrübten Jahr: Was wünschen Sie sich für 2021?

Dallmeyer: Zunächst einmal das, was wir uns wohl alle wünschen: dass wir gesund bleiben, die Pandemie hinter uns lassen und zur Normalität zurückkehren. Ich bin optimistisch, dass dies im Laufe des Jahres 2021 eintritt. Für unseren Bürgerbusverein würde das heißen: normaler Fahrbetrieb, keine Probleme mit dem Bus und wieder die gewohnten, für das Vereinsleben wichtigen Veranstaltungen.

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