Petra Volmerg über regenerative Energie in Senden
Bestehende Potenziale ausnutzen

Senden -

Petra Volmerg, Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Senden, appelliert, alle Potenziale für regenerative Energie zu nutzen. Um den Strombedarf vollständig auf diese Weise zu decken, müssten viele Wege beschritten werden.

Dienstag, 05.01.2021, 19:21 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 19:31 Uhr
Auf der Zweifachhalle in Ottmarsbocholt wird großflächig Sonnenenergie „geerntet“.
Auf der Zweifachhalle in Ottmarsbocholt wird großflächig Sonnenenergie „geerntet“. Foto: Gemeinde Senden

Im Rahmen der Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes wird eine Energie- und Treibhausgasbilanz erstellt. WN-Redakteur Siegmar Syffus fragte Sendens Klimaschutzbeauftragte Petra Volmerg nach dem aktuellen Stand bei der Nutzung erneuerbarere Energien durch die Gemeinde Senden.

 

Wie viel Strom wird zum Beispiel auf der Zweifachhalle in Ottmarsbocholt und auf dem JHG-Dach produziert und wie viel Kohlendioxid-Einsparung entspricht das?

 

Volmerg: Auf der Zweifachhalle in Ottmarsbocholt werden jährlich circa 40 000 Kilowattstunden (kWh) produziert, davon wird circa ein Drittel direkt vor Ort selbst genutzt. Auf dem Joseph-Haydn-Gymnasium werden derzeit jährlich circa 60 000 kWh produziert, davon wird circa 58 Prozent selbst im JHG und der Marienschule genutzt. Für 100 000 kWh Photovoltaik-Strom werden 50,4 Tonnen CO-Äquivalent an Treibhausgasemissionen vermieden. Die gesamte Vermeidung an Treibhausgasemissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien lag in 2018 bei 14 000 Tonnen CO-Äquivalent.

Wie viele Vier-Personen-Haushalte könnten in etwa mit diesem Strom versorgt werden?

Volmerg: Mit 100 000 kWh können circa 25 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgt werden.

Wie viele Gebäude der Gemeinde haben bereits PV-Anlagen?

Volmerg: Eigene Anlagen finden sich auf Rathaus, Realschule, JHG, Nebengebäude zum Rathaus (Anton-Aulke-Ring 62), Doppelturnhalle in Ottmarsbocholt und Steverhalle. Bürger- oder Vereinsanlagen auf der neuen Doppelturnhalle im Sportpark, auf den Grundschulen in Bösensell, Davertschule Ottmarsbocholt und der Bonhoeffergrundschule.

Petra Volmerg nutzt ein E-Auto für Dienstfahrten.

Petra Volmerg nutzt ein E-Auto für Dienstfahrten. Foto: Siegmar Syffus

Was ist in Planung?

Volmerg: Die Erweiterung der PV- Anlage auf dem JHG, eventuell eine Anlage auf dem Bauhof und der Sporthalle in Bösensell. Für die kommenden Jahre sind jährlich 150 000 Euro für neue PV-Anlagen auf kommunalen Liegenschaften im Haushalt eingestellt.

Wie weit ist die Umstellung auf E-Fahrzeuge bei der Gemeinde?

Volmerg: Es gibt zwei E-Dienstwagen bei der Verwaltung und drei Fahrzeuge unterschiedlicher Größe beim Bauhof. Mittelfristig sollen weitere Fahrzeuge für den Bauhof angeschafft werden. Hier ist vor allem das Angebot ein limitierender Faktor.

Die Gemeinde hat Vorbildfunktion für die Bürger. Welche Anreize bietet sie, dass auch private Gebäudebesitzer Photovoltaikanlagen errichten lassen?

 

Am 1. Dezember 2020 wurde ein Förderprogramm für PV-Anlagen und Speicher für Wohngebäude beschlossen. Aktuell werden die Förderrichtlinien erarbeitet. Sobald die Förderrichtlinie in Kraft getreten ist, bestehen die Möglichkeiten, Förderungen für a) die Installation einer neuen Photovoltaikanlage auf einem Wohngebäude; b) die Installation einer neuen Photovoltaikanlage mit Speicher auf einem Wohngebäude oder c) die Installation eines neuen (Batterie-) Speichers zu einer bestehenden Photovoltaikanlage auf einem Wohngebäude mit maximal 500 bis 1000 Euro zu beantragen.

 

Was wünschen Sie sich mit Blick auf die kommenden Jahre in Bezug auf die Nutzung der Solarenergie in Senden?

Volmerg: Ich wünsche mir, dass die bestehenden Potenziale für Photovoltaik dort, wo es sinnvoll und möglich ist, genutzt werden, ob auf Wohn- oder auch Gewerbegebäuden. Es müssen viele Wege gegangen werden, um mit den erneuerbaren Energien 100 Prozent des Strombedarfs zu decken. Um gerade auch in den Wintermonaten ausreichend regenerativen Strom zu haben, ist der Ausbau der Windkraft für die Energiewende in Deutschland unumgänglich.

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