Ugandahilfe Senden unterstützt Ausbildungszentrum
Dem Corona-Schock Stand gehalten

Senden -

Dem Adolph-Kolping-Ausbildungszentrum, das die Ugandahilfe Senden mit aufgebaut hat, drohte ein jähes Aus. Denn Corona-bedingt fehlten die Schüler und damit auch das Schulgeld, um die qualifizierten Lehrer weiter zu bezahlen.

Dienstag, 12.01.2021, 16:54 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 17:07 Uhr
Die Abschlussklasse wurde unter Corona-Auflagen bis Mitte Dezember unterrichtet.
Die Abschlussklasse wurde unter Corona-Auflagen bis Mitte Dezember unterrichtet. Foto: Ugandahilfe

Nur Glück im Unglück bewahrte das Adolph-Kolping-Ausbildungszentrum vor einem jähen Ende. Es wäre das Aus nach jahrelanger Aufbauarbeit gewesen, das Schicksal einer Einrichtung, die mit Hilfe zur Selbsthilfe für Perspektiven einer jungen Generation sorgt. Denn der globale Virus und seine Folgen treffen auch die Bildungsstätte in Kakumiro, die von der Ugandahilfe Senden massiv unterstützt wird, mit voller Wucht. Pfarrer Thomas Barungi, der neben seinem Hauptberuf als Seelsorger in der St. Joseph Catholic Parish in Kasambya das Zentrum leitet, steht unter Druck.

Sehr gutes Kollegium sollte gehalten werden

Das Glück, das die BAKEF, so die Abkürzung des englischen Namens, rettete, bestand darin, dass Spenden aus Deutschland geflossen waren. Damit konnte Pfarrer Thomas Barungi auf Mittel zurückgreifen, um das Lehrpersonal zu halten. Barungi fürchtete, das „sehr gute“ Kollegium zu verlieren, wenn es kein Gehalt mehr bekäme. Ein Neustart nach Corona wäre kaum möglich gewesen, da geeignete Ausbilder rar sind.

Das sonst für die Personalkosten verwendete Schuldgeld der Eltern (das schon an die soziale Lage der Familien angepasst ist) fiel weg, seit Corona am 18. März auch in Uganda zu einem Lockdown geführt hatte. Die Laupheimer Kolpingsfamilie und die Ugandahilfe Senden um das Ehepaar Elisabeth und Alois Gerding , waren in diesem Jahr in der Lage, die „Blessed Adolph Kolping Education Foundation“ weiterhin zu unterstützen. „Dafür sage ich Assante (Danke)“, betont Pfarrer Thomas Barungi in einem Schreiben. Viele Bauprojekte, die die Ausbildungsstätte zu einer autarken Einrichtung – von der Farm bis zum Brennen von Ziegeln für den Hausbau – machen, waren unter anderem mit Geld aus Senden ermöglicht worden. Eine Art akute Nothilfe wurde im Corona-Jahr aus den Zuwendungen – die in Senden und der Region nicht, wie befürchtet, einbrachen, zieht das Ehepaar Gerding dankbar Bilanz. Dazu trugen einzelne größere Spenden bei, aber beispielsweise auch ein Benefizlauf zweier Studenten, die sich aus Verbundenheit mit Pfarrer Thomas Barungi und seiner Arbeit für die gute Sache ins Zeug legten. Elisabeth und Alois Gerding sind erleichtert, dass die schon zweite Ausbildungsstätte in Uganda, die mit ihrer Hilfe aufgebaut wurde, dem Corona-Schrecken standhält.

Absolventen meistern die zentralen Prüfungen

Das BAKEF reicht als Internat von der Vorschule über die Primarstufe bis zur 7. Klasse, weil der Weg von den Familien zur Schule zu weit und riskant wäre. Die Abschlusskandidaten durften vom 15. Oktober bis 15. Dezember die Einrichtung besuchen – dann hatten auch sie Corona-„Ferien“. Die „Adolph-Kolping“-Absolventen erzielten übrigens zuvor bei zentralen Prüfungen die besten Ergebnisse aller Schulen in Uganda – was den Erfolg und die Beliebtheit der Ausbildungsstätte zeigt.

Wir schaffen das.

Pfarrer Thomas Barungi über den Schulneustart mit strengen Auflagen

Nach dem Ende der Pandemie rechnet Barungi wieder mit 385 Schülern. Auf ihre Versorgung hatte sich die Einrichtung eingestellt, als es zum Shutdown kam. Sechs Tonnen Lebensmittelvorräte wurden kurzerhand in Futtermittel umgewandelt und der Besatz der Farm um elf Schweine und 600 Küken erhöht. Als „biologisches Lager“, so Pfarrer Barungi, das den Schülerinnen und Schülern wieder zugute kommt. Der Unterricht soll in diesen Tagen in Kakumiro wieder starten. Die Auflagen sind streng, weiß der BAKEF-Leiter, aber: „Wir schaffen das.“

Spendenkonto: Kirchengemeinde St. Laurentius/Uganda-Hilfe, IBAN: DE59 4006 9546 0000 341215 (Volksbank Senden).

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