Gemeinde startet Kampf gegen Eichenprozessionsspinner
Biozid macht Raupen den Garaus

Senden -

Die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners soll an stark frequentierten Orten möglichst schon im Keim erstickt werden. Deshalb bringt die Gemeinde bereits ab März Biozide an bestimmten Eichen in der Nähe von Kindergärten, Schulen, Spielplätzen und Sportanlagen aus.

Donnerstag, 04.02.2021, 08:05 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 13:30 Uhr
Trotz des vorsorglichen Einsatzes von Bioziden ist auch 2021 wieder mit einer starken Ausbreitung des Eichenprozessions
Trotz des vorsorglichen Einsatzes von Bioziden ist auch 2021 wieder mit einer starken Ausbreitung des Eichenprozessions Foto: Siegmar Syffus

„Holzauge sei wachsam“, heißt es auch in diesem Jahr wieder mit Blick auf die Ausbreitung der Eichenprozessionsspinner. Darum startet die Gemeinde Senden schon vorsorglich frühzeitig mit der Bekämpfung der Schädlinge, deren Haare ein Nesselgift enthalten, das beim Hautkontakt zu heftigen allergischen Reaktionen führen kann.

Da Meisen natürliche Fressfeinde der Raupen sind, hatte die Verwaltung 2020 interessierten Gruppen und Einzelpersonen Material zum Bau von 200 Nistkästen zur Verfügung gestellt. Besonders große präventive Wirkung zeigte allerdings der Einsatz von speziellen chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel, sogenannten Bioziden: Während 2019 mehr als 5000 Nester mit enormem Zeit- und Kostenaufwand entfernt werden mussten, waren es im vergangenen Jahr „nur“ noch rund 2700 Nester ( WN berichteten).

Aufgrund dieser positiven Erfahrung sollen im März und April wieder etliche Eichen im Gemeindegebiet zusätzlich mit besagten Chemikalien besprüht werden, teilt die Gemeinde Senden auf WN-Anfrage mit. „Diese Wirkstoffe sind Fraßgifte, also giftig für die Raupen, die sie beim Fressen der Blätter aufnehmen und sterben. So können sie sich auch nicht weiter vermehren, so dass auch die Population in den folgenden Jahren nicht weiterwachsen sollte“, heißt es weiter. Ausschließlich behandelt würden Bäume, die sich in der Nähe von Kindergärten, Schulen, Spielplätzen, Sportanlagen und stark frequentierten Fuß- und Radwegen befinden, erläutert Erwin Oberhaus von der Sendener Bauverwaltung. Ihm ist es wichtig, wie er betont, dass es sich nicht um einen breitflächigen Einsatz von Giften handelt: „Wir gehen in die Baumkronen rein und setzen die Wirkstoffe gezielt ein. Eine Gefahr für die Menschen besteht nicht“, so er Fachmann.

Trotz dieser vorsorglichen Maßnahmen dürften sich die Nester des Eichenprozessionsspinners erneut von April bis Juni an diversen Stellen ausbreiten. Wie schon 2019 und 2020 werden Mitarbeiter des Sendener Bauhofes in Zusammenarbeit mit Unternehmen der Schädlingsbekämpfung den Raupen zu Leibe rücken. In den genannten Jahren wurden tief am Stamm liegende Nester abgeflämmt. Höher liegende Nester wurden mit Hilfe eines Hubsteigers angefahren und abgesaugt.

Für Bäume auf Privatgrundstücken ist übrigens nicht der Bauhof zuständig. Hier müssen die Eigentümer selbst tätig werden und gegebenenfalls auf die Hilfe eines Schädlingsbekämpfers zurückgreifen.

Nester im öffentlichen Raum können der Gemeinde über die Senden-App sowie über die Homepage gemeldet werden.

 

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