30 Liter Schmelzwasser pro Quadratmeter
Bauhofmitarbeiter halten ein Auge auf Abflüsse und Gräben

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Mit steigenden Temperaturen werden sich die Schneemassen in Wasser verwandeln, das ins Kanalsystem sowie in Flüsse und Bäche abfließt. Aus Sicht der Gemeinde besteht jedoch keine Gefahr, dass Stever und Dümmer über die Ufer treten oder Straßen überschwemmt werden.

Freitag, 12.02.2021, 17:44 Uhr aktualisiert: 12.02.2021, 17:50 Uhr
Dietmar Unewisse (l.), Thomas Gnegel und ihre Kollegen vom Sendener Bauhof achten bei den Schneeräumarbeiten darauf, dass die Gullys frei bleiben, damit das Wasser bei einsetzendem Tauwetter in die Kanalisation abfließen kann.
Dietmar Unewisse (l.), Thomas Gnegel und ihre Kollegen vom Sendener Bauhof achten bei den Schneeräumarbeiten darauf, dass die Gullys frei bleiben, damit das Wasser bei einsetzendem Tauwetter in die Kanalisation abfließen kann. Foto: Siegmar Syffus

Wahre Schneemassen sind bei dem plötzlichen Wintereinbruch am vergangenen Wochenende vom Himmel herabgerieselt. Rund 50 Zentimeter hoch legte sich die weiße Pracht über Ortschaften und Landschaft. Mit dem demnächst zu erwartenden Tauwetter wird der Schnee verschwinden. Das entstehende Schmelzwasser muss dann vom Erdboden, von Flüssen, Bächen sowie der Regenwasserkanalisation der Ortslagen und der Gewerbegebiete aufgenommen werden. 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter werden durchschnittlich entstehen, schätzt Klaus Mende , Leiter des Sendener Bauhofes. Dem in den vergangenen heißen Sommern gesunkenen Grundwasserspiegel komme das zugute. Innerorts sei trotz der insgesamt großen Schmelzwassermenge nicht mit Überschwemmungen zu rechnen.

„Unser Kanalsystem ist auf ein 20-jähriges Regenereignis ausgelegt. Das dürfte nicht der Fall sein, da der Schnee nicht auf einmal, sondern nach und nach abtaut“, erläutert Klaus Mende. Damit die Straßenentwässerung auch tatsächlich sichergestellt ist, seien die Mitarbeiter des Bauhofes instruiert worden, die Ablaufstellen (Gullys) frei von Eis zu halten. In der Kanalisation könne das Wasser frei fließen, da in der entsprechenden Tiefe eine Durchschnittstemperatur von circa zehn Grad herrsche. Nichtsdestotrotz „halten wir ein Auge auf die Abflüsse und Gräben, für den Fall, dass die Temperatur schnell steigen und es relativ warmen Regen geben sollte“, sagt der Bauhofleiter.

Hochwassergefahr an Stever, Dümmer & Co ist ebenfalls nicht zu erwarten: „Nach den starken Regenfällen vor einigen Wochen hatten wir in Bredenbeck einen Pegelstand von 90 Zentimetern an der Stever. In den vergangenen Tagen waren es nur 29 Zentimeter“, berichtet Mendes Kollege Erwin Oberhaus. Bei Tauwetter schmilzt der Schnee gleichmäßig, so dass das entstehende Wasser dann kontinuierlich in die Vorfluter fließe.

Aktuelle sieht der Mitarbeiter der Sendener Bauverwaltung ein ganz anderes Risiko: „Unter dem tiefen Schnee befinden sich Gräben und Wasserflächen, die nicht sichtbar sind. Deshalb sollen die Leute in der Natur auf den geräumten Wegen bleiben. Eltern sollten ein Auge auf ihre spielenden Kinder halten.“

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