Präsenzunterricht für Grundschüler und Abschlussklassen
Neuer Schulalltag verlangt Konzepte

Senden -

Ab dem 22. Februar können Grundschüler und Abschlussklassen wieder im Präsenzunterricht lernen. Für die Schulen bedeutet dies eine Herausforderung, ein gangbares und sinnvolles Konzept zu erstellen, für die Schüler ist es ein erster Schritt zurück zu „echten“ Sozialkontakten mit den Klassenkameraden.

Freitag, 12.02.2021, 17:50 Uhr
Kein Unterricht, aber Betreuung: Anna Grondei aus dem OGS-Team kümmert sich um Schüler in der Marienschule.
Kein Unterricht, aber Betreuung: Anna Grondei aus dem OGS-Team kümmert sich um Schüler in der Marienschule. Foto: di

Hausaufgaben für die Schulen: Die Rückkehr der Schüler stellt sie vor schwierige Fragen. Denn der politische Wille der Landesregierung, dass Grundschüler und die Schüler der Abschlussklassen ab dem 22. Februar wieder im Klassenraum unterrichtet werden können, bedeutet: Für die Praxis in den Schulen müssen umsetzbare Konzepte mit einer Unmenge von Details erstellt werden. Düsseldorf steckt nur die grobe Marschrichtung ab. „Es gibt nur minimale Vorgaben“, betont Annette Stähler , Leiterin der Marienschule.

Was einerseits als wünschenswerte Gestaltungsfreiheit gewertet werden könne, bedeute in diesem Fall andererseits jedoch, dass die Schulen wenig konkrete Orientierungshilfe vom Land bekommen, bedauert Stähler.

Umsetzung für die Grundschulen steht

Die Grundschulleitungen in Senden wollten, dass in der Gemeinde einheitlich vorgegangen wird. Deshalb haben sie sich noch am Freitag zu einer Online-Konferenz verabredet, auf der ein gemeinsamer Leitfaden verabredet wurde: Danach werden alle Klassen in zwei Gruppen (A und B) aufgeteilt. Die Gruppe A kommt montags und mittwochs in die Schule und am ersten Freitag. Gruppe B sucht dienstags und donnerstags sowie am zweiten Freitag die Schule auf. Die ersten beiden Grundschuljahrgänge werden vier Stunden täglich unterrichtet, die dritten und vierten Klassen bleiben für fünf Unterrichtsstunden in der Schule. Laut Vorgabe des Landes sollen die Fächer Deutsch, Mathe und Sachkunde im Vordergrund stehen, werden aber nicht als einzige auf dem Lehrplan stehen, der kein stures Büffeln, sondern auch Abwechslung vorsehen soll, wie Stähler ergänzt. Sie legt als Berichterstatterin aus der Konferenz der Schulleitungen Wert darauf, dass zum Präsenzunterricht ein „Distanzlernen“, so die Begrifflichkeit, hinzu kommt. Eine wichtige Unterscheidung, denn es werde keine Videokonferenzen mehr geben, sondern in der Regel Wochenpläne, die zum Teil in der Schule und zum Teil zuhause absolviert werden sollen. Diese Richtschnur gelte ab dem 22. Februar für zwei Wochen. Ab dem 8. März stehen neue politsche Entscheidungen an. Fürs erste freuen sich die Grundschüler aber darauf, ihre Schulkameraden wieder zu treffen. „Die haben alle richtig gejubelt“, schildert Annette Stähler die Reaktion ihrer Schüler auf die Nachricht, dass sich die Rückkehr in die Schule abzeichne.

Klassischer Unterricht verschafft mehr Sicherheit

Die begrüßt auch Frank Wittig , Leiter des Joseph-Haydn-Gymnasiums. Der Distanzunterricht habe in seiner zweiten Phase besser funktioniert. Lehrer und Schüler hätten sich im Umgang mit den Tools entwickelt, die technische Seite funktioniere: „Wir sind gut aufgestellt.“ Aus dem Wegfall des klassischen Weges, Lernstoff zu vermitteln, sieht der JHG-Direktor „bisher keine großen Nachteile“. Gleichwohl: „Je eher wir wieder in den Modus kommen, den wir kennen, desto besser.“ Zumal mit Blick auf anstehende Prüfungen gelte, dass die Rückkehr zum Präsenzunterricht „ein Stück Sicherheit“ bedeute. Im Gegenüber mit dem Lehrer lasse sich manches schneller erkennen und klären. Wittig pocht aber auch auf die soziale Komponente des Schullebens: „Klar vermissen die ihre Mitschüler“, so der JHG-Schulleiter, der diesen Aspekt bei jüngeren Jahrgängen aber als noch ausgeprägtere Herausforderung betrachtet. Wie die Landesvorgaben konkret umgesetzt werden, gibt das JHG, das grundsätzliche Infos kommuniziert hat, in der kommenden Woche bekannt.

Leifken hadert mit Auswahl

Dass Präsenzunterricht wieder möglich ist, gilt ab dem 22. Februar für alle Grundschüler und für Abschlussklassen. Das sind die zehnten Klassen an der Realschule und an der Hauptschule. Rainer Leifken, Leiter der Edith-Stein-Schule, hätte auch gerne den gesamten 9. Jahrgang wieder im Präsenzunterricht begrüßt. Denn sie befinden sich in einer Qualifizierungsphase, um den Realschulabschluss (10 B) meistern zu können. Am Gymnasium dürfen Q 1 und Q 2 in die Schule zurück.-di-

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Auch bei der Geschwister-Scholl-Realschule gab es einen Hinweis darauf, dass die 10. Klassen bald wieder ihre Klassenräume nutzen werden. Am Konzept, den Schulalltag dann mit Leben zu erfüllen, werde aber noch gearbeitet, so Ulrike Machers gegenüber den WN. Hier einen gangbaren Weg zu finden, sei eine Herausforderung. „Das hat sehr viel mit Organisation zu tun“. Auch Machers sieht es als notwendig an, dass die Schüler den „Akku an sozialer Wärme“ wieder ein Stück weit aufladen können. Bis wieder anhaltende Normalität herrscht, „fehlt aber noch viel“.

Rainer Leifken, Rektor der Edith-Stein-Schule, möchte am liebsten „möglichst schnell“ wieder alle Schüler in der Schule begrüßen. Die Erfahrungen hätten „deutlich gemacht, dass Präsenzunterricht nicht zu ersetzen“ sei. „Da bleibt so viel auf der Strecke“, resümiert Leifken. Er sieht aber auch die heikle Virus-Lage und nennt dazu die Stichwörter Mutationen und Schulbusse.

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