Zuversicht in der Corona-Zeit:
„Ich spüre die Kraft der Dankbarkeit“

Senden -

Dr. Hans Meckling engagiert sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe. Diese Arbeit gibt ihm in Zeiten von Corona Kraft und Zuversicht. „Es tut gut, daran mitzuhelfen, dass sich unsere Gesellschaft um mehr soziale Fürsorge und Gerechtigkeit bemüht, besonders für das Leben der sozial schwächeren Familien und Kinder“, sagt der Sendener.

Dienstag, 16.02.2021, 18:15 Uhr aktualisiert: 16.02.2021, 18:20 Uhr
Dr. Hans Meckling hat das Holzwerken für sich entdeckt und lässt entspannt die Späne fliegen. Die Freude lenkt ihn positiv ab von zu vielen negativen Informationen.
Dr. Hans Meckling hat das Holzwerken für sich entdeckt und lässt entspannt die Späne fliegen. Die Freude lenkt ihn positiv ab von zu vielen negativen Informationen. Foto: privat

In seiner ganz persönlichen „Mut-mach-Geschichte“ berichtet Dr. Hans Meckling , Vorsitzender der Flüchtlingshilfe Senden, was ihm während der Corona-Pandemie Kraft und Zuversicht gibt und gegeben hat:

„Fernsehen, Radio, Presse, Soziale Medien: Alles quillt über vor Nachrichten zu ,C‘. Ich wehre mich dagegen, mir Angst einjagen zu lassen und höre und sehe mir nur das Nötigste an. Gab und gibt es in meinem Leben denn nichts Anderes, Wichtigeres?

Wenn das äußere Leben stoppt, wenn unklar ist, wann und wie es ,normal‘ weitergehen könnte, dann geht mein innerer Blick erst mal zurück. Dahin, wie es bisher verlief. Und wenn ich das in aller Ruhe wirken lasse, dann kann ich nur Dankbarkeit für vieles Empfangene in meinem Leben empfinden. Ich spüre die ,Kraft der Dankbarkeit‘, die mir über Tage der Ungewissheit hinüberhilft. Und gerade auch in Gesprächen mit anderen älteren Menschen stelle ich fest: Viele tragen den Schatz einer ,guten‘ Vergangenheit dankbar in sich.

Und mit dem wärmenden Gefühl der Dankbarkeit wächst auch in mir die Zuversicht, dass irgendwann alles wieder ,gut‘ wird, dass das Leben weiter geht. Auch mein Vertrauen in die Entscheidungsträger und der Respekt für die Schwere ihrer Entscheidungen wächst, mit denen sie sich täglich konfrontiert sehen. Ich möchte nicht in ihrer Haut sein.

Und so wende ich mich Dingen zu, die mir persönlich helfen, die Alltagsmomente dankbar zu ,umarmen‘ und zu gestalten. Ich versuche, ,im Flow zu leben‘, das heißt, etwas zu tun, was mir Freude bereitet und mich bei mir sein lässt. Es lenkt mich positiv ab von negativen Informationen. Für mich habe ich das Holzwerken neu entdeckt und lasse die Späne fliegen.

Die Tage las ich: ,Tue weniger mit mehr Hingabe!‘ Ja, ein gutes Motto! Und auch der regelmäßige Sport, das ,in der Natur sein‘ und ihr begegnen, sie wahrnehmen, hat therapeutischen Charakter. Ich kümmere mich erst einmal um mich und es geht mir gut dabei. Und dennoch schäme ich mich auf die Frage, wie es mir geht, sagen zu müssen: ,Gut!‘

Dennoch mag ich nicht die Augen nicht vor den gesellschaftlichen Folgen der ,Lockdown-Bremse‘ verschließen. Ich nehme wahr, dass es vielen anderen schlechter geht mit der Situation.

Ich bin deswegen froh, in ein Team eingebunden zu sein, das versucht, zumindest ,auf Sparflamme‘ ein aktives gesellschaftliches Engagement fortzuführen, welches sich um Familien mit Migrationshintergrund in Senden kümmert. Im Gespräch mit der Gemeinde und der Sozialarbeit, mit unseren Mitarbeitern in Büro und Radwerkstatt und dem Netzwerk des Kreises.

Es tut gut, daran mitzuhelfen, dass sich unsere Gesellschaft um mehr soziale Fürsorge und Gerechtigkeit bemüht, besonders für das Leben der sozial schwächeren Familien und Kinder. Dafür lohnt es sich auch ,durchzuhalten‘.“

Sendener Mut-mach-Geschichten

Die Angst vor einer Infektion, die Sorge um besonders gefährdete Angehörige, Homeoffice, Homeschooling und Kontaktbeschränkungen: Seit fast einem Jahr lastet die Corona-Pandemie auf allen Bereichen des Lebens, schlagen immer wieder neue Negativ-Meldungen aufs Gemüt. Trotz alledem ereignet sich auch in dunklen Zeiten Positives, geben Menschen durch ihr Haltung Kraft und Hoffnung. In den Mut-mach-Geschichten schildern Sendener, was ihnen geholfen hat, die vergangenen Monate zuversichtlich zu überstehen.sff

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