„Retten, Löschen, Bergen“: Übungsbetrieb wird wieder aufgenommen
Feuerwehr überwindet Durststrecke

Senden -

Infolge des Lockdowns mussten alle drei Löschzüge der Gemeinde Senden ihre praktischen Übungen aussetzen. Zur Wartung der Fahrzeuge und Gerätschaften dürfen gleichzeitig nur noch zwei Personen ins Gerätehaus. Am 1. März ist die Durststrecke teilweise überstanden. Ab dann darf der Dienstbetrieb in Kleingruppen wieder aufgenommen werden.

Mittwoch, 17.02.2021, 18:06 Uhr aktualisiert: 17.02.2021, 18:10 Uhr
Christine Krimpmann und Patrick Pohlmann bilden eines der Zweier-Teams, die regelmäßig Fahrzeuge und Gerätschaften des Sendener Feuerwehrhauses warten und instandhalten.
Christine Krimpmann und Patrick Pohlmann bilden eines der Zweier-Teams, die regelmäßig Fahrzeuge und Gerätschaften des Sendener Feuerwehrhauses warten und instandhalten. Foto: Feuerwehr Senden

Kameradschaft und Teamgeist, Ausbildung, Fortbildung und Nachwuchsförderung: Diese Attribute werden bei der Feuerwehr großgeschrieben und zeichnen die Arbeit der Blauröcke aus. Doch seit Monaten bremst Corona die ehrenamtlichen Helfer in elementaren Bereichen aus. Denn wegen der Lockdown-Bestimmungen können weder die ansonsten wöchentlich stattfindenden praktischen Ausbildungs- und Übungsabende noch gemeinsame Übungen verschiedener Löschzüge durchgeführt werden. „Nichtsdestotrotz muss die Einsatzbereitschaft rund um die Uhr gewährleistet sein“, macht Sendens Feuerwehrchef Manfred Overbeck auf die außergewöhnliche Herausforderung der ehrenamtlichen Helfer in Zeiten von Corona aufmerksam.

Nichtsdestotrotz muss die Einsatzbereitschaft rund um die Uhr gewährleistet sein.

Feuerwehrchef Manfred Overbeck

Im Sommer und Herbst waren unter Beachtung der Hygienevorgaben immerhin noch Übungen in Kleingruppen möglich. Infolge des Lockdowns mussten dann aber alle drei Löschzüge der Gemeinde das praktische Training aussetzen. Nur Online-Fortbildungen, zu speziellen Themen wie Unfallverhütung, Dienstvorschriften oder Kraftfahrerbelehrung sind seither möglich.

„Natürlich verlieren die Kameraden und Kameradinnen nicht ihr Wissen, wenn wir einige Monate nicht praktisch ausbilden können, aber es gibt auch junge Kameraden und Seiteneinsteiger, die wir gerne weiterbilden würden“, erläutert Manfred Overbeck.

In den Gerätehäusern laufen lediglich noch Wartungsarbeiten. Und selbst die mit gebremstem Schaum: „Ausschließlich zwei Feuerwehrleute, die gemeinsam für ein spezielles Fahrzeug zuständig sind, dürfen sich gleichzeitig in den Räumlichkeiten aufhalten“, berichtet Sendens Löschzugführer Heiko Pohlmann . Zur Sicherstellung der stetigen Einsatzbereitschaft werden ebenso wie die Fahrzeuge auch Ausrüstungsgegenstände wie Kettensägen, Pumpen und Stromaggregate in einem festen Turnus auf einwandfreie Funktionstüchtigkeit überprüft.

„Aufgrund der Kontaktbeschränkungen fehlt uns die Kameradschaft. Damit können wir eine Zeit lang leben. Aber auf gemeinsame praktische Übungen können wir nicht so lange verzichten. Sie gehören zum Dienst zwingend dazu. Bei Einsätzen müssen wir 100 Prozent abliefern“, so Manfred Overbeck.

Es gibt aktuell jedoch einen Lichtblick: Die Feuerwehren im Kreis Coesfeld haben sich darauf geeinigt, dass aufgrund der kreisweit niedrigen Inzidenzwertes der Dienstbetrieb ab dem 1. März in Kleingruppen wieder aufgenommen werden kann.

Auch im Einsatz bei Bränden und Unfällen ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes angeordnet.

Löschzugführer Heiko Pohlmann

Gleichwohl ist dem Feuerwehrchef der Gemeinde bewusst, dass voreilige Lockerungen ein zweischneidiges Schwert sind: Stellt sich nach einem Einsatz heraus, dass ein Kamerad oder eine Kameradin mit dem Corona-Virus infiziert ist, müssen unter Umständen auch alle anderen am Einsatz Beteiligten vorsorglich in Quarantäne. Deshalb beginnt die Maskenpflicht sofort beim Betreten der Gerätehäuser. „Auch im Einsatz bei Bränden und Unfällen ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes angeordnet“, erklärt Heiko Pohlmann. „Wir können bei Einsätzen nicht gewährleisten, dass die Abstandsbestimmungen permanent eingehalten werden“, nennt Manfred Overbeck den Grund für die strikte Anordnung.

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