Neuer Gleichstellungsplan gilt bis 2025
„Führungspositionen paritätisch besetzen“

Senden -

In Sachen Gleichststellung von Mann und Frau hat die Gemeinde Senden nach Auffassung von Svenja Hähnel einigen Boden gutgemacht. Der größter Nachholbedarf bestehe darin, Frauen in Führungspositionen des Rathauses zu etablieren, sagt die Gleichstellungsbeauftragte.

Montag, 01.03.2021, 18:04 Uhr aktualisiert: 01.03.2021, 19:40 Uhr
Svenja Hähnel hat den neuen, für die Jahre 2021 bis 2025 geltenden Gleichstellungsplan der Gemeinde Senden erarbeitet. Er wurde vom Rat einstimmig verabschiedet.
Svenja Hähnel hat den neuen, für die Jahre 2021 bis 2025 geltenden Gleichstellungsplan der Gemeinde Senden erarbeitet. Er wurde vom Rat einstimmig verabschiedet. Foto: Gemeinde Senden

In Sachen Gleichstellung von Mann und Frau habe sich im Sendener Rathaus in den vergangenen Jahren manches zum Positiven weiterentwickelt – nicht zuletzt bezüglich der Vereinbarkeit von Beruf, Pflege und Familie, zeigt sich Svenja Hähnel „unter dem Strich recht zufrieden“. Gleichwohl gelte das nicht für alle Bereiche. Wo und auf welche Weise weiterer Entwicklungsbedarf besteht, hat die Gleichstellungsbeauftragte in ihrem neuen, 21 Seiten umfassenden und bis 2025 geltenden Gleichstellungsplan für die Gemeinde Senden in Form von Zielvorgaben formuliert sind.

„Der größte Nachholbedarf besteht darin, Frauen in Führungspositionen zu etablieren“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte. „Das gilt nicht nur für unsere Gemeinde. Es ist allgemein ein Problem.“ Zumal laut Landesgleichstellungsgesetz in den Verwaltungen eindeutig eine paritätische Besetzung der Führungspositionen durch Männer und Frauen anzustreben sei. Im Sendener Rathaus sind (altersbedingt) in den kommenden zehn Jahren voraussichtlich nur vier Leitungsfunktionen neue zu besetzen. Aktuell werden lediglich fünf von 15 Führungspositionen von Frauen bekleidet. 2021 scheiden die Fachbereichsleiter Klaus Gilleßen („Hauptamt“) und Walter Hauschopp (Kämmerer) aus dem aktiven Dienst aus (WN berichteten).

Doch nicht nur in der Führungsriege, sondern auch in allen anderen Bereichen, in denen Frauen bisher unterrepräsentiert sind, steht Gleichstellung im Fokus. „Jede Dienststelle mit mindestens 20 Beschäftigten muss einen Gleichstellungsplan aufstellen. Ansonsten sind Neueinstellungen, Beförderungen und Höhergruppierungen nicht zulässig“, verdeutlicht Svenja Hähnel.

Im Rathaus, im Bauhof und in der kommunalen Kita „An der Drachenwiese“ sind mit den Hausmeistern zurzeit insgesamt 171 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt. Bis 2025 scheiden (planmäßig) 26 Personen aus dem aktiven Dienst. Bei jeder der folgenden Neueinstellung ist dann das Prinzip der paritätischen Besetzung durch Männer und Frauen im Auge zu halten.

Parallel dazu heißt es, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie voranzutreiben. Denn in der heutigen Zeit wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel Wert auf eine gute und gesunde Work-Life-Balance gelegt. „Es geht auch darum einen Beitrag zu leisten, um sich von der klassischen Rollenverteilung zu lösen“, so die Gleichstellungsbeauftragte. Unter anderem durch die Dienstvereinbarung „Mobiles Arbeiten“ und auch coronabedingt sei die Gemeinde Senden diesbezüglich „recht weit“, sagt Hähnel. Von den 105 Beschäftigten im Rathaus nutzen jetzt 28 die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten – Tendenz steigend. Die Gemeinde Senden hat sich – per einstimmigen Ratsbeschluss – verpflichtet, die im Gleichstellungsplan formulierten Ziele umzusetzen. „Nach zwei Jahren findet eine Überprüfung statt. Anhand einer darauf hin folgenden Standortbestimmung müssen vorgesehene Maßnahmen gegebenenfalls angepasst werden“, erläutert Svenja Hähnel.

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