Integration durch Sport
„Gegner“ Corona führt das vorzeitige Aus herbei

Senden -

Mit Schwung war im Oktober das sportliche Integrationsprojekt für Kinder aus Flüchtlingsfamilien gestartet. Doch schon kurz darauf wurde der Elan durch Corona gestoppt: Trainer Malte Eierhoff musste in Quarantäne, dann kam der Lockdown. Doch sobald es möglich ist, wollen ASV Senden und Flüchtlingshilfe Senden ihr gemeinsames Vorhaben fortsetzen.

Sonntag, 07.03.2021, 18:03 Uhr aktualisiert: 07.03.2021, 18:10 Uhr
Lothar Kern, zweiter Vorsitzender der Flüchtlingshilfe Senden, bedankt sich bei Malte Eierhoff für dessen Einsatz.
Lothar Kern, zweiter Vorsitzender der Flüchtlingshilfe Senden, bedankt sich bei Malte Eierhoff für dessen Einsatz.

Malte Eierhoff , erfolgreicher Spieler und Trainer beim ASV Senden , übernahm auch die neue Rolle mit der richtigen Einstellung. Doch gegen den „Gegner“ Corona hatten die Flüchtlingshilfe Senden (FHS) und er keine Chance. Was bedeutet, dass das gemeinsame Integrationsprojekt gerade richtig Fahrt aufnahm, als schon das vorzeitige Aus kam. An dem Konzept, über sportliche Angebote die Integration von Kindern aus Flüchtlingsfamilien zu fördern, halten FHS und ASV Senden aber fest.

Lothar Kern , zweiter Vorsitzender der Flüchtlingshilfe Senden, verabschiedete Malte Eierhoff jetzt aus dem Projekt, das auf ein halbes Jahr (von Anfang September bis Ende Februar) angelegt war. Am 4. Oktober war das Projekt „super gestartet“, wie Kern zurückblickt. Von den etwa 50 Kindern im Kita- und Grundschulalter, die nach der Flucht ihrer Familien in Senden leben, waren rund 40 in die Sporthalle gekommen. Begleitet von Müttern und Vätern. Bewegung und Begegnung, Spielen, Toben, Bewältigen eines Parcours und Ballsport ließen die Augen der Schützlinge leuchten.

Doch schon am 11. Oktober verhagelte Corona das sonntägliche Treffen, das den Kindern Abwechslung, Kondition und den Zugang zum ASV-Ligabetrieb eröffnen sollte. Denn Eierhoff gehörte zu einer Mannschaft, die in Quarantäne musste, weil eine Schiedsrichterin nach einem Spiel positiv auf Corona getestet worden war. Am 25. Oktober fand das zweite und letzte Treffen mit abermals einer großen Zahl von Kindern in der Sporthalle statt, bevor ab Anfang November der zweite Lockdown jegliche Nutzung der Hallen verhinderte.

Energie und Kenntnisse setzte Malte Eierhoff, der von der Flüchtlingshilfe als Honorkraft eingestellt worden war, trotz des Corona-bedingten Abbruchs für die Belange der Neubürger in Senden ein. Er übernahm Nachhilfe/Hausaufgabenbetreuung für vier Neuntklässler, mit denen er besonders Englisch, Deutsch und Mathe büffelte.

Ihr Konzept, der jungen Generation aus dem Kreis der Geflüchteten in Senden, besondere Aufmerksamkeit zu widmen, setzt die Flüchtlingshilfe fort. „Sobald es geht“, kündigt Kern an, werde das Sport-Integrations-Programm, das von Sponsoren wie der Bürgerstiftung Senden gefördert wurde, wieder aufgenommen. Gespräche über einen Nachfolger als Coach seien mit dem ASV Senden bereits aufgenommen worden.

Eierhoff gönnt sich, bevor es wieder ans Studieren geht, eine besondere Erweiterung seines Horizonts: Am Donnerstag (11. März) fliegt er nach Guatemala. Aber nicht als Tourist, sondern als Gast. Der Sendener besucht seinen Freund Fernando, der vor fünf Jahren im Rahmen eines Programms des Joseph-Haydn-Gymnasiums bei Familie Eierhoff einquartiert war. Der Kontakt wurde über die Jahre aufrecht gehalten. Was zeigt, dass aus Aufenthalten in Gastfamilien stabile Freundschaften entstehen können.

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