Fahrradverkehr wird angekurbelt
Gemeinde tritt für Radler in die „Pedale“

Senden -

Die Gemeinde Senden erarbeitet ein einheitliches Leitsystem für Fahrradfahrer. Erste Wegweiser werden am Hafenplatz und an der Marienkapelle am Schloss aufgestellt. Bei einem Ortstermin mit Vorstandsmitgliedern des ADFC zeigte sich, dass in Sachen „Service für Radler“ noch einiger Nachholbedarf besteht.

Freitag, 26.03.2021, 16:20 Uhr
Praxistest am Hafenplatz: Eine Ladesäule für E-Bikes mit zwei Steckdosen und einer Druckluftstation ist zwar vorhanden. Gekennzeichnet ist dieses Serviceangebot allerdings nicht. Darauf machten Christa Ermann und Hans-Jörg Klären (beide ADFC) sowie Markus Kleymann als Vertreter der Gemeindeverwaltung aufmerksam.
Praxistest am Hafenplatz: Eine Ladesäule für E-Bikes mit zwei Steckdosen und einer Druckluftstation ist zwar vorhanden. Gekennzeichnet ist dieses Serviceangebot allerdings nicht. Darauf machten Christa Ermann und Hans-Jörg Klären (beide ADFC) sowie Markus Kleymann als Vertreter der Gemeindeverwaltung aufmerksam. Foto: Siegmar Syffus

Keine Frage: Ganz schön schick ist der Hafenplatz am Dortmund-Ems-Kanal geworden. Und bei der Gestaltung wurde sogleich auch an die vielen Radtouristen gedacht, die längs des Dortmund-Ems-Kanals on Tour sind. Allerdings nicht gerade auf pragmatische Weise. Denn die Ladestation für Elektrofahrräder ist nicht gekennzeichnet und hält sich in unauffälligem Anthrazit optisch im Hintergrund. Platte Reifen lassen sich zwar per Kompressor aufpumpen. Eine Druckanzeige sucht der Radler jedoch vergebens. Auf diese und andere Makel machten Christa Ermann und Hans-Jörg Klären vom ADFC bei einem Ortstermin aufmerksam.

Als Vertreter der Gemeinde nahm Markus Kleymann die Anregungen der passionierten Pedalritter zu Protokoll. Denn Ziel ist es, in Senden ein Leitsystem für Radtouristen zu installieren, durch das die auswärtigen Gäste in den Ortskern geführt werden und zur Belebung des Gewerbes beitragen. Darüber hinaus soll der Service für alle Radler verbessern werden. Dazu dient als weiterer Baustein die Aufstellung eines Radwegekonzeptes.

Zusätzliche Standorte für E-Bike-Ladestationen

„Es ist noch viel Potenzial da. Alle sehen das Defizit. Wir brauchen mehr Dynamik im Fahrradverkehr“, räumte Kleymann nach dem Gedankenaustausch mit den Vorstandsmitgliedern des Sendener Fahrradclubs ein. „Wir greifen gerne die Anregung des ADFC auf, weitere Ladeplätze für E-Bikes zu schaffen. Dabei haben wir natürlich im Blick, dass wir dies bei anstehenden Baumaßnahmen im Ortskern berücksichtigen“, versprach der Vertreter der Gemeindeverwaltung. Dementsprechend soll nach den Osterferien gemeinsam mit den Kolleginnen der Touristen-Information und den Kollegen der Bauverwaltung über geeignete Standorte nachgedacht werden.

Hans-Jörg Klären gab während des Ortstermins weitere Anregungen: „Schräg angelegte Parkbuchten sind zu kurz, weil Fahrräder meistens auf einem Heckträger transportiert werden.“ Und für Radtouristen, die die Rückfahrt mit dem Zug antreten wollen, fehle ein Hinweis auf den Bahnhof Bösensell. „Auch eine Werkstation für kleine Reparaturen wäre wünschenswert“, ergänzte Christa Ermann, die auch auf fehlende Infotafeln aufmerksam machte: „Wenn ich unterwegs bin, möchte ich nicht lange suchen müssen. Man hat Schmacht und findet nix“, brachte die sie ihre Erfahrung aus Radwanderungen auf den Punkt. Genau an solchen negativen Praxiserfahrungen setzt das vom Wirtschaftsförderungsausschuss auf den Weg gebrachte Leitsystem für Radfahrer an (WN berichteten).

Infotafel mit Verbindung ins Internet

In der ersten Phase werden jetzt, zu Beginn der Fahrradsaison, zunächst an zwei markanten Punkten Wegweiser in Richtung Ortskern, Schloss und Cabrio-Bad aufgestellt: auf Höhe der Marienkapelle am Schloss sowie am Hafenplatz. „Ein Problem ist zurzeit die Baustelle auf der Bakenstraße, weil der Weg für Radfahrer und Fußgänger gesperrt ist“, räumte Markus Kleymann ein. Nach Vorgabe des Wirtschaftsförderungsausschusses werde die Hinweis-Stele am Hafenplatz durch einen Ortsplan und weitere Infos zum gastronomischen Angebot erweitert. Auch ein QR-Code soll aufgedruckt werden, über den sich Ortsunkundige direkt auf die Web-Seite der Gemeinde in den Bereich „Kultur und Tourismus“ einloggen können. Auf diesem elektronischen Weg erhalten sie gleich ein ganzes Informationspaket mit Wissenswertem über die Gemeinde Senden.

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