Einstimmiges Votum aller Fraktionen
Im Etatentwurf klafft eine Lücke

Senden -

Die Gemeinde Senden schließt ihren Etatentwurf mit einem Fehlbetrag ab. Ein buchhalterisches Manöver verhindert, dass das Defizit nicht noch größer ausfällt.

Freitag, 26.03.2021, 18:24 Uhr aktualisiert: 26.03.2021, 18:30 Uhr
Einstimmiges Votum: Bei seiner Sitzung in der Steverhalle beschließt der verkleinerte Gemeinderat den Haushaltsentwurf für 2021.
Einstimmiges Votum: Bei seiner Sitzung in der Steverhalle beschließt der verkleinerte Gemeinderat den Haushaltsentwurf für 2021. Foto: di

Mit einem Trick und nicht allzu tiefen Blessuren gelangt die Gemeinde durchs laufende Jahr. Gleichwohl: Die Corona-Folgen schlagen auf den Gemeindeetat für 2021 durch. Laut Haushaltsentwurf, der am Donnerstagabend im Rat einstimmig (ohne Enthaltungen) beschlossen worden ist, schließt die Kommune das Jahr mit einem Defizit von 127 500 Euro ab.

Diese Zahl spiegelt die finanziellen Verhältnisse aber nicht mal wahrheitsgetreu wider. Denn die Gemeinde Senden nutzt eine vom Land ausdrücklich eingeräumte „Bilanzierungshilfe“, wonach die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie buchhalterisch ausgelagert werden dürfen. In der „ Bad Bank “ der Gemeinde Senden schlummern bereits 1,4 Millionen Euro aus dem Jahr 2020, nun kommen 2,2 Millionen Euro für 2021 noch hinzu. Ab 2025 müssen diese Fehlbeträge abgeschrieben werden, fürs Abstottern bleibt der Gemeinde maximal 50 Jahre Zeit.

Trügerische finanzielle Virus-Folgen

Die finanziellen Effekte des Virus sind dabei trügerisch. Denn bislang hat die Gewerbesteuer keinen Dämpfer erhalten. Sondern im Gegenteil: 2020 geht als das zweitbeste Ergebnis (9,2 Millionen Euro) in die Gemeindeannalen ein. „Wir waren sehr positiv überrascht“, erklärt dazu Bürgermeister Sebastian Täger. In dem Spitzenergebnis, warnt die Kämmerei, finden sich aber noch einige Nachzahlungen aus Vorjahren. Die Vielgliedrigkeit der mittelständischen Wirtschaft und erfolgreiche Gewerbe-Akquise lassen die Schrammen bei der Gewerbesteuer womöglich gering ausfallen, erwartet die Kämmerei. Allerdings werde der Anteil der Gemeinde an der Einkommensteuer und Umsatzsteuer in den nächsten Jahren zunächst rückläufig sein, erwartet die Finanzabteilung im Rathaus.

Gesamtvolumen von 47,2 Millionen Euro

Sie stellte einen Hunderte Seiten starken Entwurf für 2021 zusammen, dessen Ergebnisplan Aufwendungen in Höhe von 47,2 Millionen Euro umfasst. Das bei der Einbringung im Dezember kalkulierte Defizit von nur 3100 Euro stieg im Zuge der politischen Haushaltsberatungen an. Zu den Posten, die sich dabei auswirkten, zählen die Erweiterung der Marienschule für die OGS, die Einrichtung einer zweiten SozialarbeiterInnenstelle bei der Gemeinde und Planungskosten für den Treffpunkt Bürgerpark sowie das Spielplatzkonzept für ganz Senden und ein Radverkehrskonzept.

Bei den Ausgaben entfaltet die Kreisumlage mit 13,4 Millionen Euro die größte Wucht, sie steigt gegenüber 2020 noch um 1,5 Millionen Euro an. Die Personalkosten der Gemeinde liegen bei 10,5 Millionen Euro.

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