Neue Brücke über die A 1
Radweg jetzt doch in Sicht

Ottmarsbocholt -

Eine nigelnagelneue Autobahnbrücke ohne Radweg – dieses Szenario zeichnete sich für die Kreisstraße 10 ab, die zwischen Ottmarsbocholt und Davensberg über die A 1 führt. Doch was am Geld zu scheitern drohte, kommt jetzt doch in Fahrt.

Montag, 29.03.2021, 16:36 Uhr
Radweg soll doch kommen: Die K 10-Brücke führt zwischen Ottmarsbocholt und Davensberg über die A 1 und soll wegen der Autobahnverbreiterung erneuert werden.
Radweg soll doch kommen: Die K 10-Brücke führt zwischen Ottmarsbocholt und Davensberg über die A 1 und soll wegen der Autobahnverbreiterung erneuert werden. Foto: di

Der Topf ist da! Und auf einen Fördertopf hatten Politik und Verwaltung gehofft. Das Warten hat sich gelohnt. Denn einen Radweg auf der Brücke der K 10 über die A 1 wollten – wie berichtet – eigentlich alle Parteien und auch das Sendener Rathaus. Doch dass die Gemeinde erhebliche finanzielle Lasten aufgebürdet bekommen sollte, ließ das Vorhaben in der Versenkung verschwinden. Aus dieser ploppte das Thema in der jüngsten Ratssitzung wieder auf. Mit dem Ergebnis, dass der Radweg auf der Brücke kommt.

Durch das Sonderprogramm „Stadt und Land“ erhöht sich der Fördersatz für die Gesamtmaßnahme und verringert sich der Anteil, den die Gemeinde Senden übernehmen muss, auf rund 126 000 Euro. Zuletzt war kalkuliert worden, dass die Gemeinde 326 000 Euro berappen müsste.

Kosten-Nutzen-Verhältnis bisher nicht überzeugend

Diesen Betrag war den Fraktionen (außer der Grünen ) der Radweg nicht wert, da es sich um eine nicht sehr stark frequentierte Verbindung zwischen Ottmarsbocholt, Davensberg und Münster handelt. Außerdem wurde ins Feld geführt, dass der Bund – der mit dem sechsstreifigen Ausbau der Autobahn 1 den Brückenneubau verursacht – die Kosten hätte stemmen müssen, so die Auffassung auf kommunaler Ebene.

Der Bund hätte aber die Brücke nur neu errichtet (und bezahlt), wie sie bisher ausgestattet ist: also ohne Radweg. Der Neubau einer Brücke über eine Autobahn ohne Spur für Radler – dieses Szenario war aber als absolut unzeitgemäß betrachtet worden.

Wir haben eine einmalige Chance zu vertretbaren Kosten.

Bürgermeister Sebastian Täger

„Wir haben eine einmalige Chance zu vertretbaren Kosten“, warb Bürgermeister Sebastian Täger während der Ratssitzung. Die nächste Gelegenheit, sich in einen Brücken-Neubau einzuklinken, komme erst in 50 Jahren wieder. Die Mandatsträger folgten dieser Einschätzung und votierten einstimmig für den Radweg, der sich auf die Brücke und ihre Rampen beschränkt. Der weitere Verlauf entlang der K 10 wird als nicht vorrangig eingeschätzt, da die meisten Radler Wirtschaftswege durch die Davert nutzen. In der Rangfolge des Radwegebauprogramms des Kreises rückt das Vorhaben für die K 10-Brücke nach vorne.

Andere Radweg-Projekte nicht verzögern

Dass dadurch nicht andere Radweg-Projekte verzögert werden, war der CDU wichtig. Als vordringlich schätzt sie den Radweg nach Nordkirchen entlang der K 2 ein, so Patrick Alfs, Vorsitzender des Bezirksausschusses Ottmarsbocholt, in einer Mitteilung. Die CDU sieht sich darin bestätigt, dass es richtig war, abzuwarten um jetzt Fördermöglichkeiten zu ergreifen, ergänzt der Vorsitzende der Ratsfraktion, Sascha Weppelmann. Auf Hinweis und Initiative der CDU Senden habe die Gemeindeverwaltung nochmals in engem Austausch mit dem Landrat und Vertretern des Kreises die Realisierung des Radweges im Rahmen dieses Förderprogramms geprüft. Mit einem Erfolg, bei dem sich auch die interkommunale Zusammenarbeit bezahlt gemacht habe, erklärt Kreistagsmitglied Günter Mondwurf.

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