Impfkampagne nicht in Praxen abwickeln
Hausärzte hoffen auf Steverhalle

Senden -

Die Hausärzte Sendens begrüßen es, dass sie in die Impfkampagne einbezogen werden. Aber sie möchten die schützende Spritze nicht in ihren Praxen setzen. Deshalb hoffen sie, ein gemeinsames Impfzentrum in der Steverhalle einrichten zu können. Es gelte, ein Chaos zu vermeiden.

Mittwoch, 31.03.2021, 15:54 Uhr aktualisiert: 31.03.2021, 17:14 Uhr
Die Steverhalle soll als Impfzentrum für die niedergelassenen Hausärzte Senden dienen, regen die Mediziner an.
Die Steverhalle soll als Impfzentrum für die niedergelassenen Hausärzte Senden dienen, regen die Mediziner an. Foto: Dirk Frerichmann

Die niedergelassenen Hausärzte in Senden eint nicht nur das Ziel, der Gesundheit ihrer Patienten zu dienen. Vielmehr ziehen sie auch beim Weg, der Corona-Pandemie als gemeinsamer Herausforderung zu begegnen, an einem Strang. Ab dem 6. April, bekräftigte die Kassenärztliche Vereinigung in einer Pressemitteilung, sollen die Arztpraxen in die Impfkampagne einbezogen werden. Die Durchführung der Impfungen möchten die Sendener Mediziner aber aus ihren Praxen verlagern – und die Steverhalle als eine Art Impfzentrum nutzen.

Steverhalle schon kreisweit zweite Wahl

Die größte Sport- und Veranstaltungshalle des Kreises dürfte sich dafür eignen, denn bei der Suche nach einem Standort für das Impfzentrum des Kreises gelangte diese Halle bereits, als zweitbeste Wahl, direkt hinter dem Dülmener „Gecko“, weit nach oben auf der Agenda bei der Pandemie-Bekämpfung.

Die Hausärzte Sendens, die unter anderem im Qualitätszirkel der Sendener Ärzte und Psychotherapeuten eng kooperieren, sehen ihre Einbeziehung in die Impfkampagne als sinnvoll und notwendig an: „Wir sind mehr als bereit dazu“, betont beispielsweise Dr. Jürgen Ganzer . Die praktische Abwicklung, schildert er auf Anfrage der WN, werfe aber für alle Praxen erhebliche Probleme auf. „Es gilt, ein Chaos zu vermeiden“, sagte Ganzer der Lokalredaktion. Denn ein Nebeneinander von Impfen und der Behandlung der „normalen“ Patienten sei schwer zu bewerkstelligen. Allein schon weil Menschen nach einer Impfung beobachtet werden müssen. Im Alltagsbetrieb lasse sich nicht das Risiko vermeiden, dass Arztpraxen zu Virus-Spreadern werden, so der Mediziner weiter.

Womöglich Blaupause für andere Gemeinden

Die Gemeinde habe bislang „sehr entgegenkommend“ reagiert. Es gebe Signale dafür, dass die Kommune die Einbeziehung der Steverhalle unterstützt. Die Halle könnte als separates hausärztliches Impfzentrum fungieren – dessen Konzept womöglich Modellcharakter besitzt. Ganzer erkennt in dem Plan für Senden „vermutlich eine Blaupause für andere Gemeinden“.

Um konkrete Möglichkeiten auszuloten, fand am Mittwoch ein Ortstermin statt, bestätigt das Rathaus. „Grundsätzlich stellen wir das Foyer der Steverhalle dafür gerne zur Verfügung“, so die Haltung der Gemeinde.

Etwa 1000 Impfungen könnten pro Woche in der Steverhalle gesetzt werden, so Dr. Ganzer als einer der niedergelassenen Hausärzte. Das Tempo liege nicht an Strukturen und Personal vor Ort, sondern den Flaschenhals bilde die Nachschublieferung: „Alles hängt von der Impfstoffmenge ab.“

Bei der Impfreihenfolge sollten zunächst die Risikogruppen I und II die schützende Spritze erhalten. Bis gesunde und noch mitteljunge Sendener an der Reihe sind, werde es mindestens 15 Wochen dauern – ab dem Zeitpunkt, an dem das hausärztliche Impfzentrum läuft.

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