Anordnung des Kreises Coesfeld
Feuerwehr darf nur online üben

Senden -

Gerade mal vier Wochen lang durften die Feuerwehrleute nach monatelanger, coronabedingter Zwangspause wieder in Kleingruppen gemeinsam praktisch üben. Aufgrund der gestiegenen Infektionszahlen hat der Kreis Coesfeld die Lockerung untersagt. Dienstabende sind bis auf Weiteres auf Online-Meetings beschränkt.

Donnerstag, 08.04.2021, 17:27 Uhr aktualisiert: 08.04.2021, 17:30 Uhr
Gemeinsames praktisches Üben ist für die Feuerwehrleute wichtig, damit sie sich im Ernstfall aufeinander verlassen können. Ebenso bedeutsam sind die sozialen Kontakte, die während der Übungen (nebenbei) gepflegt werden können.
Gemeinsames praktisches Üben ist für die Feuerwehrleute wichtig, damit sie sich im Ernstfall aufeinander verlassen können. Ebenso bedeutsam sind die sozialen Kontakte, die während der Übungen (nebenbei) gepflegt werden können.

So manches ist schon wieder vorbei, bevor es richtig angefangen hat. Diese Erfahrung mussten jetzt auch die Aktiven der Sendener Feuerwehr machen: Seit dem 1. März war es den drei Löschzügen nach monatelanger coronabedingter Zwangspause wieder erlaubt, zumindest in Kleingruppen praktische Übungen zu machen (WN berichteten). Wegen der auch im Kreis Coesfeld steigenden Zahl der Corona-Infizierungen ist damit seit Ostern bereits wieder Schluss.

Ein gutes Jahr lang waren die Dienstabende der Feuerwehr nur rein digital möglich. „Auch in einer Videokonferenz kann man natürlich viel vermitteln, aber es ersetzt nicht die praktischen Übungen“, so Feuerwehrchef Manfred Overbeck. Gerade kleinere Löschzüge hätten oft weniger Einsätze und dadurch weniger praktische Erfahrung.

Daher waren die Feuerwehrleute froh, dass sie endlich wieder vor Ort üben konnten. In Kleingruppen von zehn bis 15 Personen ging es an die praktische Arbeit. „Dabei blieben die Gruppen fest bestehen“, erläuterte Sendens Löschzugführer Heiko Pohlmann . Damit sollte vermieden werden, dass infolge einer einzelnen Corona-Infektion gleich der gesamte Löschzug in Quarantäne geschickt werden muss.

In Senden war der Löschzug in drei Gruppen aufgeteilt, eine weitere Gruppe bildete die Jugendfeuerwehr. In Bösensell und Ottmarsbocholt waren es jeweils zwei Gruppen. „Aber auch in den Kleingruppen wurde mit Maske geübt und so weit wie möglich versucht, Abstand zu halten“, erläutert Pohlmann. Die Disziplin der Kameraden bei den Übungen und Einsätzen hat sich bewährt: Bisher gab es noch keine Probleme mit Coronainfektionen in der Wehr, so Pohlmann. Auf Anordnung des Kreises bleiben die Dienstabende seit Ostern trotzdem wieder auf Online-Meetings beschränkt.

Zu Beginn der Pandemie war dies eine ganz neue Form, war die Themenfindung schwierig. Auch mussten die Inhalte interessant vermittelt werden. „Anderthalb Stunden auf einen Bildschirm zu starren, war für viele eine neue Erfahrung“, weiß Pohlmann. Mittlerweile haben sich die Ausbilder darauf eingestellt. Vor allem die jährlichen Pflichtveranstaltungen wie die Belehrungen zu Sonder- und Wegerechten („Einsatzfahrten“) oder andere Sicherheitsbelehrungen lassen sich so gut vermitteln.

Nicht nur die Wehrführung bedauert, dass die praktischen Abende nach gerade mal vier Wochen passé sind. Denn Tätigkeiten, die man nicht oft ausübt, verlernt man schnell. Das dürften viele Autofahrer bestätigen können, die an ihren Erste-Hilfe-Kurs zurückdenken. Für die Feuerwehr kommt ein weiterer Aspekt hinzu: „Im Einsatz müssen wir uns aufeinander verlassen können. Dazu ist der sozial-kommunikative Teil nicht unwichtig“, bedauert Dirk Kästingschäfer das Ende der praktischen Übungen. „Durch die Einteilung in feste Gruppen hat man manche Kameraden außer bei Einsätzen seit einem Jahr nicht mehr gesehen“, sagt der Feuerwehrmann.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7906900?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F
Nachrichten-Ticker